Über Bondx

Die Idee

Bondx wurde am 1. Januar 2003 als spezielles Qualitätssegment für Anleihen an der Börse Stuttgart ins Leben gerufen.

Mit Bondx erreichten wir unser Ziel, den Bedürfnissen von Privatanlegern noch mehr zu entsprechen und die bis 2003 herrschende Benachteiligung gegenüber institutionellen Investoren abzubauen.
Bis heute möchten wir die Gleichstellung von institutionellen und privaten Anlegern aufrecht erhalten und für Transparenz im europäischen Anleihenhandel sorgen.

In Bondx werden ab der kleinsten handelbaren Einheit transparente und verbindliche An- und Verkaufspreise (Taxen) innerhalb einer engen Spanne börsentäglich zwischen 9 und 18 Uhr gestellt. Die vom Quality-Liquidity-Provider laufend erstellten, aktuellen Taxen werden über diverse Medien veröffentlicht.

Das Bondx-Regelwerk gewährleistet den qualitativ hochwertigen und transparenten Ablauf des Handels sowie eine faire Ausführung aller Aufträge.

Für den Handel von Wertpapieren und die Entscheidung für die Wahl des Börsenplatzes ist es wichtig, die aktuellen An- und Verkaufspreise zu kennen. Die Geld-/Briefspanne, also die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs, wird „Spread“ genannt.

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Der Handel

1. Die gehandelten Papiere

Bondx ist das erste Handelssegment für verzinsliche Wertpapiere in Deutschland. Folgende Produktgruppen werden in diesem Qualitätshandelssegment gehandelt:

2. Organisation

Der von der Börse beauftragte Quality-Liquidity-Provider (QLP), die EUWAX AG, verantwortet die ordnungsgemäße Ausführung der Aufträge für Bundesanleihen nach folgenden Aufgaben:

  • Der QLP ist nach §69 der Börsenordnung dazu verpflichtet, unverbindliche Preis-Informationen zur Verfügung zu stellen, welche dem gesamtem Finanzmarkt über die bekannten Finanzseiten und Applikationen als Information zur Verfügung gestellt werden.

  • Die gestellten An- und Verkaufspreise für Bundesanleihen sind für ein Nominalvolumen pro Auftrag bis zu maximal 500.000 Euro gültig. Das gesamte Orderbuchvolumen beträgt maximal 1 Millionen Euro Nominal.

  • Mindestens ein so genannter Market Maker – eine Art zusätzlicher Liquiditätsspender – stellt zwischen 09.00 Uhr und 18.00 Uhr verbindliche An- und Verkaufspreise für ein Volumen von bis zu maximal 500.000 Euro zur Verfügung (bitte beachten sie auch die Ausführungsbestimmungen für Anleihen an der Börse Stuttgart)

  • Die Erstellung der Taxen erfolgt unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklung der Märkte, der An- und Verkaufspreise der Market Maker und der Orderbuchlage.

  • Die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis (Spread) ist festgelegt und darf die bestimmte Größenordnung nicht überschreiten. Der Spread bemisst sich bei Anleihen in Fachjargon auf der Basis von Ticks (1 Cent auf Nominal 100 Euro). Der maximale Spread bei Bundesanleihen beträgt 15 Ticks.

Für Euro-Staatsanleihen, Länderjumbos, Agencies, Jumbo-Pfandbriefe, Staatsgarantierte Anleihen, Unternehmensanleihen und sonstige Anleihen gelten folgende Bestimmungen:

  • Für oben genannte Anleihen gelten die gestellten An- und Verkaufspreise für ein Volumen bis maximal 100.000 Euro nominal pro Auftrag.

  • Der maximale Spread beträgt 75 Ticks.

  • Bei Euro-Staatsanleihen, Länderjumbos, Agencies, Jumbo-Pfandbriefen, Staatsgarantierten Anleihen, Unternehmensanleihen (Corporate Bonds) und sonstigen Anleihen besteht pro Auftrag die Möglichkeit der Spreadverengung. Der Taxe gilt für den angezeigten Nominalbetrag.

Bei der Generierung der Taxen werden folgende Informationen mitberücksichtigt:

  • die aktuell von den Market Makern bereitgestellten An- und Verkaufspreise

  • die aktuelle Entwicklung eines – soweit vorhandenen – relevanten Zins-Futures

  • die aktuelle Preisentwicklung der institutionellen Märkte

Die Handelszeit ist von 08.00 bis 18.00 Uhr. Zwischen 09.00 und 18.00 Uhr werden die Anleihen nach dem Bondx-Regelwerk gehandelt.

3. Auftragserteilung und -abwicklung

Aufträge, die an der Börse Stuttgart ausgeführt werden sollen, können bei allen Kreditinstituten, Onlinebanken, Discountbrokern und sonstigen Finanzdienstleistern aufgegeben werden, die an das von allen deutschen Börsen genutzte Handelssystem XONTRO angeschlossen sind.

Wird die Order über dieses System an das elektronische Handelssystem der Börse Stuttgart geleitet, geht sie dort in das elektronische Orderbuch und wird elektronisch auf Ausführbarkeit geprüft und gegebenenfalls ausgeführt.

Nach Ausführung der Order erfolgt die weitere Verarbeitung über das Abwicklungssystem XONTRO-Trade. Der Auftraggeber hat deshalb die Garantie einer ordnungsgemäßen und sicheren Abwicklung.

Zwei, teilweise auch drei Börsentage nach ihrem Zustandekommen werden Börsengeschäfte erfüllt. Der Anleger erhält dann im Falle eines Kaufes die Wertpapiere in seinem Depot gutgeschrieben bzw. im Falle eines Verkaufes den Verkaufserlös auf sein Konto gebucht.

4. Funktion des Quality-Liquidity-Providers (QLP)

Aufgaben des QLP im elektronischen Handel:

  • Erstellung von Taxen

  • Der QLP prüft die von den Market-Makern gelieferten An und Verkaufspreise auf Plausibilität. Da die Market-Maker ihre Taxen weitgehend automatisiert – durch sog. Taxe-Maschinen – berechnen, kann es hin und wieder zu Fehlberechnung oder Falschmeldungen kommen.

  • Der QLP spendet zusätzliche Liquidität zur Erhöhung der Ausführungsgeschwindigkeit und zur Vermeidung von Teilausführungen.

5. Das elektronische Handelssystem und die Marktsteuerung

Im elektronischen Handelssystem laufen die Orders zusammen, hier wird der Börsenpreis ermittelt und hier werden die vorliegenden Aufträge gegebenenfalls gegeneinander ausgeführt. Das elektronische Handelssystem der Baden-Württembergischen Wertpapierbörse wird in technischer Hinsicht durch die Boerse Stuttgart GmbH betrieben. Deren Abteilung „Marktsteuerung“ sorgt dafür, dass die technischen Abläufe reibungslos funktionieren.

Überwacht werden die Vorgänge im elektronischen Handelssystem durch die zuständigen Börsenorgane, insbesondere die Handelsüberwachungsstelle und die Börsengeschäftsführung.

Wir schützen Sie als Anleger Mehr erfahren

Der Nutzen für Sie als Anleger

Mit Bondx haben Sie folgende Vorteile:

Schnell

  • Regulatorische und technische Gewährleistung einer fairen und schnellen Orderausführung.

Elektronisch

  • Preisermittlung und Orderausführung direkt im elektronischen Handelssystem

Günstig und liquide

  • Verbindliche An- und Verkaufspreise, innerhalb einer engen, festgelegten Spanne für ein Volumen pro Auftrag von bis zu maximal 100.000 oder 500.000 Euro nominal bzw. 100.000 Euro oder 1 Millionen Euro gesamtes Orderbuchvolumen. (In Extremsituationen wie bspw. bei Terroranschlägen sind wie an allen Handelsplätzen Abweichungen hiervon möglich.)

  • Orientierung des WLP an den EUREX-Zinsfutures

  • Bündelung von Liquidität auf einer Plattform und damit Sicherstellung der Ausführung zu einem marktgerechten Börsenpreis

  • Erhöhung der Liquidität durch QLP

  • Vermeidung von wirtschaftlich nicht sinnvollen Teilausführungen

Flexibel
• Aktive Stop-Order-Überwachung und Betreuung

Transparent

  • Fortlaufende Veröffentlichung von Kursen, Taxen und anderen Informationen über diverse Medien

Sicher

  • Qualitätssicherung durch Quality-Liquidity-Provider (QLP)

  • Umfassender Anlegerschutz durch Festschreibung der Qualitätskriterien in einem transparenten und einheitlichen Regelwerk

  • Überwachung von Preisermittlung und Auftragsabwicklung durch die unabhängige Handelsüberwachungsstelle

Market Maker

Die Handelsteilnehmer können von unserer Geschäftsführung auf Antrag als Market Maker im Handelssegment Bondx zugelassen werden. Jeder Market Maker muss jedoch bestimmte Kriterien erfüllen, damit er Kurse für die Wertpapiere im Handelssegment Bondx stellen darf:

  • Erfüllung der erforderlichen sachlichen und personellen Voraussetzungen zum verbindlichen Market Making

  • Permanente Erreichbarkeit während der vom Market Maker festgelegten Handelszeit der Wertpapiere

  • der bzw. die jeweiligen Market Maker sind in den Stammdaten auf der Detailseite der jeweiligen Bondx Anleihe ersichtlich

  • Verpflichtung des Market Makers, jeder Veränderung des Umfangs seiner Market-Maker-Pflichten unverzüglich anzeigen (z.B. Aufnahme weiterer Wertpapiere in das Market Making, Beendigung des Market Makings für einzelne Wertpapiere oder für alle Wertpapiere)

  • Verpflichtung des Market Makers, dem Quality-Liquidity-Provider die Beendigung der Market Making-Verpflichtung für einzelne oder alle Wertpapiere mit einem Vorlauf von einer Woche anzuzeigen, damit ggf. rechtzeitig neue Market Maker aufgenommen werden können bzw. eine rechtzeitige Beendigung der Notierung des Wertpapiers in Bondx erfolgen kann