Happy Birthday, Euwax Segment!

Es war einmal, Mitte der 1990er Jahre: Damals waren nur einige hundert Optionsscheine handelbar. Pro Tag wurden gerade einmal drei Kurse festgestellt und eine Überwachung von Orderlimits gab es nicht. Entsprechend schwierig war der Handel für private Anleger. Bis wir eine entscheidende Innovation auf den Weg brachten ...

Happy Birthday Euwax Segment
Die Börse Stuttgart Ende der 1990er Jahre

Ein Blick zurück

Im ersten Schritt haben wir eine automatische Limitüberwachung eingeführt. Hierfür wurden die eingehenden Orders in einer Excel-Tabelle gesammelt und regelmäßig mit Kursen aus dem Finanzinformationssystem Reuters abgeglichen. Sobald ein Limit erreicht war, wurde die betreffende Order ausgeführt. So verringerte sich die Ausführungszeit im Handel mit strukturierten Produkten von mehreren Stunden auf wenige Minuten. Gleichzeitig fand ein technischer Umbruch statt: Das Internet verbreitete sich, die ersten Online-Broker kamen auf und Privatanleger erhielten Zugang zu aktuellen Marktdaten.

Der logische nächste Schritt war dann die Gründung des Handelssegments Euwax am 1. Juli 1999: Die dynamische Entwicklung bei verbrieften Derivaten erhielt so ein stabiles Fundament für die Zukunft –und Privatanleger die Möglichkeit, Optionsscheine und andere strukturierte Produkte erstmals schnell und sicher an der Börse zu handeln.

Heute ist Stuttgart Europas größter Börsenplatz für verbriefte Derivate. Die Leitlinien, die vor 20 Jahren maßgeblich für das neue Segment waren, prägen noch immer den Handel mit strukturierten Produkten bei uns. Den Rahmen gab und gibt das Euwax-Regelwerk vor. Im Gegensatz zum außerbörslichen Handel wird die Einhaltung der Regularien von der Handelsüberwachungsstelle als unabhängiger Instanz kontrolliert. Dies gilt insbesondere für die Verpflichtung zu festen Mindestquotierungen, die alle Emittenten im Euwax-Segment für ihre Produkte zu erfüllen haben: Sie müssen während der Handelszeit bei Hebelprodukten fortlaufend Quotes mit einer Geld- und Briefseite für ein Ordervolumen von mindestens 3.000 Euro oder 10.000 Stück stellen, bei Anlageprodukten für 10.000 Euro oder 10.000 Stück. Diese zentrale Vorgabe des Regelwerks sichert die Liquidität und Handelbarkeit der im Segment gelisteten Produkte.

Charakteristisch ist auch das Zusammenspiel von leistungsfähiger Technik und menschlicher Expertise. In zwei Jahrzehnten gab es natürlich Veränderungen: Sorgte in den Anfangstagen die automatische Limitüberwachung dafür, dass Orders nicht mehr komplett von Hand bearbeitet werden mussten, so sieht die Arbeitsteilung zwischen Mensch und Maschine heute ganz anders aus. Angesichts von rund 1,9 Millionen gelisteten Produkten und Milliarden Quote-Updates pro Tag übernimmt die IT weitreichende Aufgaben. Das Ziel: jederzeit eine zuverlässige und schnelle Orderausführung. Die Handelssysteme bereiten die Quotes der Emittenten auf, überwachen Orderlimits automatisch und führen auch viele Kundenorders direkt aus.

Unsere Erfolgsformel: Mensch + Maschine

Bei aller Automatisierung im elektronischen Handel spielt allerdings auch der Mensch nach wie vor eine zentrale Rolle: Die in unserem hybriden Marktmodell eingebundenen Handelsexperten sind unverzichtbar, um ein Höchstmaß an Qualität und Liquidität zu sichern. Sie legen die Parameter der automatisierten Orderbearbeitung fest und prüfen die Quotierungen der Emittenten auf Plausibilität. Im Gegensatz zu einem Computersystem können die Handelsexperten einschätzen, bei welchen Orders besonderer Betreuungsbedarf besteht. Und schließlich tragen die Handelsexperten maßgeblich zur Preisqualität bei, indem sie Liquidität bündeln und bei Bedarf bereitstellen. Dadurch können zahlreiche Orders sogar zu Preisen ausgeführt werden, die innerhalb der Preisspanne des Emittenten liegen. Die Preis- und Handelsqualität, die Ihnen das Euwax-Segment bietet, ergibt sich also erst aus der Kombination erfahrener Handelsexperten und leistungsfähiger IT-Systeme.

In den letzten Jahren haben wir den Handel im Euwax-Segment kontinuierlich weiterentwickelt – und zum Beispiel im April 2018 die Handelszeit für verbriefte Derivate erweitert: Ein Großteil des Produktuniversums ist seitdem von 8 bis 22 Uhr handelbar. Anleger können also ab morgens und bis zum Börsenschluss in den USA börslich auf Marktentwicklungen eingehen, um Chancen zu nutzen oder Risiken zu begrenzen.

Klare Regeln, Liquidität und Zuverlässigkeit – mit diesen Eckpunkten schafft das Euwax-Segment seit 20 Jahren einzigartige Handelsbedingungen für Privatanleger und ist bis heute das wichtigste Standbein der Börse Stuttgart.

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20 Jahre im Schnelldurchlauf

1999
An der Börse Stuttgart startet das Handelssegment Euwax (kurz für „European Warrant Exchange“) zum 1. Juli.

2001
Die ersten Knock-out-Produkte werden ins Euwax-Segment aufgenommen und stoßen bei Anlegern auf großes Interesse.

2003
Bonus-Zertifikate werden erstmals an der Börse Stuttgart gelistet und gehören bald zu den meistgehandelten Anlageprodukten.

2004
Das Transaktionsentgelt für den Handel mit verbrieften Derivaten an der Börse Stuttgart wird gedeckelt.

2007
Das hybride Marktmodell der Börse Stuttgart bindet Handelsexperten in den elektronischen Handel mit verbrieften Derivaten ein.

2009
Die ersten Faktor-Zertifikate werden als innovative Hebelprodukte im Euwax-Segment gehandelt.

2012
Im Oktober sind erstmals mehr als eine Million Hebel- und Anlageprodukte im Euwax-Segment gelistet.

2016
Die Börse Stuttgart führt den börslichen Soforthandel mit verbrieften Derivaten ein.

2018
Die Handelszeiten für verbriefte Derivate an der Börse Stuttgart werden erweitert: Ein Großteil des Produktuniversums ist nun von 8 bis 22 Uhr handelbar.