Steuern und Börse: Das sollten Sie wissen

Kapitalertragsteuer, Abgeltungssteuer und Co.: Beim Investieren an der Börse spielt das Thema Steuern eine nicht zu vernachlässigende Rolle. Besonders Börsen-Neulinge haben dazu immer wieder Fragen. Wir können als neutraler Handelsplatz keinerlei Steuer-, Anlage- und/oder Rechtsberatung vornehmen, aber wir haben verschiedene Quellen** für Sie zusammengetragen, um einige der häufig gestellten Fragen zu beantworten.* 

Das gilt es zu beachten – unsere FAQs 

Abgeltungssteuer, Kapitalertragsteuer, Steuerfreibeträge, Verlustverrechnung sowie "steuereinfache" & "steuerkomplizierte" Broker. Hier werden die meistgestellten Fragen unserer Anleger beantwortet.

In jedem Fall sollten Sie sich von einem Steuer- oder Rechtsberater hinsichtlich Ihrer persönlichen steuerlichen Situation beraten lassen. Diese Informationen ersetzen keine Steuer- oder Rechtsberatung.

Die Abgeltungssteuer, auch Kapitalertragsteuer genannt, wird seit 2009 auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und (realisierte) Kursgewinne erhoben. Aktien, Fonds und andere Anlagen, die vor dem Jahr 2009 gekauft wurden, können übrigens noch immer steuerfrei verkauft werden. Die Abgeltungssteuer wird nicht auf Versicherungen o.Ä. Produkte erhoben. 

Die Höhe der Abgeltungssteuer beträgt 25%. Zusätzlich wird auch im Jahr 2021 der Solidaritätszuschlag auf Kapitalerträge weiter erhoben sowie ggf. Kirchensteuer. Insgesamt werden für Anleger 26,375% (plus ggf. Kirchensteuer) fällig.

Vorab: Alle Angaben zum Freistellungsauftrag gelten lediglich für Personen mit einem in Deutschland ansässigen Broker.
Jedem Bürger stehen 801 Euro (bei Ehepaaren 1.602 Euro) als sogenannter "Sparerpauschbetrag" zu. Auf diesen Betrag wird keinerlei Abgeltungssteuer fällig. Wichtig: Damit auf die 801 Euro keine Steuer erhoben wird, muss ein sogenannter "Freistellungsauftrag" bei Ihrer Bank eingereicht werden. In Zeiten von Online-Banking ist das in der Regel aber problemlos möglich. Wer keinen Freistellungsauftrag erteilt, kann sich seine zu viel gezahlten Kapitalertragsteuern aber im Rahmen der Steuer-Erklärung nachträglich zurückholen.

Viele Anleger haben Depots bei mehreren und nicht nur bei einer Bank. Doch auch das ist einfach gelöst. Da jeder Person 801 Euro zusteht, kann der Beitrag ganz wie gewünscht auf verschieden viele Institute aufgeteilt werden. Wenn man also bspw. Konten bei zwei Depot-Banken unterhält, kann bei einer Bank 401 Euro Freibetrag eingerichtet werden und bei der anderen der Restbetrag von 400 Euro. Wichtig: Der Betrag von 801 Euro pro Person darf nicht überschritten werden.

Für in Deutschland steuerpflichtige Personen ist ein in Deutschland beheimateter Broker in der Regel die steuerlich unkomplizierteste Variante. Die Abgeltungssteuer wird dann automatisch ans Finanzamt abgeführt, ohne dass sich der Anleger darum kümmern oder eine Steuer-Erklärung abgeben muss.

Ausländische Broker stellen für Anleger in Deutschland in der Regel einen größeren Aufwand dar. Erzielte Kapitalerträge müssen in einer Steuererklärung angegeben werden und ggf. nicht abgeführte Steuern dann (nach-)gezahlt werden.

Gewinne sind innerhalb der Spekulationsfrist steuerpflichtig.
Der Handel mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen ist steuerlich relevant. Es gibt keine „Kryptosteuer“ o.Ä. Die deutschen Finanzbehörden sehen den privaten Handel mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen schlicht als privates Veräußerungsgeschäft an. Gewinne daraus sind daher steuerpflichtig. Entscheidend ist dabei die Haltedauer. Die umgangssprachlich auch als „Spekulationsfrist“ bekannte und beim Bitcoin-Verkauf relevante Haltedauer liegt bei zwölf Monaten. Liegt zwischen Kauf und Verkauf weniger als ein Jahr, ist ein erzielter Gewinn steuerpflichtig. Bei längeren Haltedauern fallen keine Steuern an. Wichtig: Es gibt eine Freigrenze in Höhe von 600 Euro für Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften. Das bedeutet, dass Gewinne, die unter dem Betrag liegen, nicht versteuert werden müssen. Überschreiten die Erlöse die Grenze, sind sie ab dem ersten Euro zu versteuern. 

Mehr Informationen zur Besteuerung von Kryptowährungen und wie Sie diese einfach und fair handeln können, erfahren Sie bei der BISON App.

*Nach Artikel 44 der DV (EU) Nr. 2017/565 informieren wir Sie darüber, dass jegliche steuerliche Informationen auf dieser Seite keinerlei Anspruch auf Allgemeingültigkeit haben sowie von den persönlichen Verhältnissen des jeweiligen Anlegers abhängen und künftigen Änderungen unterworfen sein können. Bitte beachten Sie hierzu auch unsere rechtlichen Hinweise.

**Quellen: Finanztip (Reuß, U.) | Finanztip (Sulilatu, S.) | SteuernMitKopf (Elias, R.)

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Im Video: Steuer-Experte Roland Elias ...

... spricht mit uns unter anderem über diese Themen:

► Was es mit dem Verlustvortrag auf sich hat

► Wer eine Steuererklärung abgeben muss

► Wofür es den Sparerpauschbetrag gibt

► und wie sich der Wallet-Umzug auf Kryptowährungen steuerlich auswirken kann

Hier geht's zum Video

Roland Elias spricht über Steuern an der Börse
Roland Elias Steuer-Fachmann & Betreiber des YouTube-Kanals "Steuern mit Kopf"

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