Deutsche Post DHL fordert mehr Engagement bei nachhaltigem Kraftstoff

(DJLL) Von DJ


BERLIN (Dow Jones)--Die Deutsche Post DHL Group sieht ein Massenmarktpotenzial für synthetische Kraftstoffe in fünf bis zehn Jahren und fordert dafür eine bessere Koordinierung zwischen Unternehmen, Politik und Wissenschaft.


Bislang leiste die Elektrifizierung im Nahverkehr einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Allerdings sei auf der Langstrecke und im Schwerlastbereich eine kommerzielle Nutzung des Elektroantriebs noch nicht greifbar. Nachhaltige Kraftstoffe spielten dort eine entscheidende Rolle, denn nur mit ihnen könnten die Auswirkungen vom Transport auf das Klima verringert werden, erklärte die Deutsche Post DHL Group in einer Stellungnahme anlässlich einer Konferenz für nachhaltigen Flugtreibstoff in Berlin.


"Unser Ziel ist eine Null-Emissionen-Logistik bis 2050. Dieses Ziel lässt sich nicht allein mit Effizienzmaßnahmen und einer modernen Flotte erreichen. Wir werden auch den Übergang von fossilen Brennstoffen zu sauberen Kraftstoffalternativen forcieren müssen", sagte CEO Frank Appel. "Entscheidend ist hier eine länder- und sektorübergreifende Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Politik und Wissenschaft."


Die Initiative für Kerosin aus regenerativen Energien, Aireg, hatte zuvor ebenfalls mehr Unterstützung beim Ausbau der regenerativen Kraftstoffe angemahnt. Zu Beginn der Woche hatte Aireg eine Quote für nachhaltiges Kerosin gefordert.


Aktuell seien weltweit etwa 70.000 Tonnen an nachhaltigem synthetischem Kerosin verfügbar. Bis 2030 sollen es laut Prognosen etwa 7 Millionen Tonnen an nachhaltigem synthetischem Kerosin sein.


Angesichts des weltweiten Kerosinmarkts von nahezu 300 Millionen Tonnen werde die große Herausforderung offenkundig, vor der Luftfahrt, Mineralölindustrie, Forschung und damit letztlich die Politik stehe, wenn es um Klima- und Umweltschutz im Luftverkehr gehe, so Aireg.


"Ich bin davon überzeugt, dass nur eine konsequente europäische Quotenregelung für den Einsatz nachhaltiger synthetischer Flugkraftstoffe den notwendigen Anreiz schafft: für die Produzenten sorgt sie für die erforderliche Investitionssicherheit, und den Fluggesellschaften ebnet sie den Weg, die ambitionierten Klimaziele bis 2050 erreichen zu können", so Kay Kratky, Aireg-Präsident Industrie und Luftfahrt.


Für den innerdeutschen Flugverkehr würde eine Quote von 20 Prozent im Jahr 2030 je nach Technologieroute die überschaubare Menge von zwischen 130.000 und ca. 250.000 Tonnen nachhaltigen synthetischen Kerosins bedeuten, so Aireg.


Aireg gehören Vertreter aus Industrie, Wirtschaft und Wissenschaft im Bereich der deutschen Luftfahrt an.


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October 17, 2019 11:01 ET (15:01 GMT)

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