MÄRKTE EUROPA/Weltweite Rezessionsangst - DAX unter 12.000

(DJLL) Von DJ


FRANKFURT (Dow Jones)--Eine Welle von Hiobsbotschaften hat die europäischen Aktienmärkte am Mittwoch abstürzen lassen. Die Angst vor einer Ausweitung des US-Handelsstreits auf Europa verschärfte die Sorgen über die schwachen US-Konjunkturdaten dieser Woche. Der DAX stürzte um fast 340 Punkte ein und durchbrach erstmals seit Anfang September wieder die 12.000er-Marke. Denn mit dem ISM-Index der Industrie am Vortag hatte nach dem Chicago-Einkaufsmanager-Index zu Wochenbeginn gleich das zweite wichtige Konjunktur-Barometer hintereinander kräftig enttäuscht. Die Rezession in der Industrie wegen des US-China-Streits nimmt nun globale Ausmaße an.


WTO weckt Angst vor Handelsstreit


Frisches Öl ins Feuer gossen die Strafen der Welthandelsorganisation WTO wegen der Airbus-Sanktionen. Dies weckt die Furcht vor einer Ausweitung des US-Handelsstreits auch gegen die EU. Der Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), Eric Schweitzer, warnte: "Die deutschen Unternehmen blicken daher äußerst besorgt auf die neue Eskalation der transatlantischen Zollspirale".


Zu Reihe schlechter Nachrichten aus den USA kam ein US-Absatzeinbruch von 5 Prozent beim Autohersteller Ford im dritten Quartal. Die Kaufzurückhaltung der US-Konsumenten spiegelt bereits die Sorge vor einer Rezession wider. Die ADP-Arbeitsmarktdaten für den privaten Sektor bestätigten, dass das Wachstum bei der Schaffung neuer Stellen in den USA nachlässt.


Entsprechend geschockt zeigte sich der exportlastige DAX und brach um 2,8 Prozent ein auf 11.925 Punkte. Noch am Vortag hatte er unter der 12.500er-Marke notiert. Der Euro-Stoxx-50 fiel sogar um 3,0 Prozent auf 3.413 Punkte.


Die Rezessionsangst zeigte sich vor allem bei den Konjunkturzyklikern: VW fielen 3 Prozent, Daimler 2,5 Prozent und BMW 1,9 Prozent. Bei den Chemiewerten brachen Covestro um 4,6 Prozent, BASF 2,3 Prozent und Bayer um 3 Prozent ein. Heidelbergcement verloren 4,9 Prozent und Linde 4,6 Prozent, aber auch die stark US-abhängigen Adidas fielen um 4,8 Prozent und FMC um 3 Prozent. Sämtliche Aktien im DAX schlossen im Minus.


Belastend wirkten auch Aussagen der Deutsche-Bank-Strategen, dass der DAX trotzdem noch zu teuer sei. Denn die schwachen Einkaufsmanager-Indizes rund um den Globus würden die Aktienmärkte "deutlich überbewertet" aussehen lassen, vor allem im DAX, der 20 Prozent zu teuer sei. Auch das Thema "Brexit" belastete: Der britische Premierminister Boris Johnson betonte, der 31. Oktober stehe als Austrittsdatum weiterhin fest. In London fiel der FTSE-100-Index um 3,2 Prozent.


Grenke startet die Berichtssaison


Zu den wenigen Aktien im Plus zählten Grenke, die nach starken Zahlen um 5,2 Prozent stiegen. Das Neugeschäft im Bereich Leasing war fast um 22 Prozent gestiegen, entsprechend erhöhte Grenke auch die Prognose. Drägerwerk sprangen um 6,5 Prozent dank der Ankündigung eines Aktienrückkaufs.


Airbus fielen um 2,0 Prozent. Wegen angeblich unrechtmäßiger Subventionen für den Flugzeugbauer erlaubt die WTO den USA, Strafzölle von bis zu 7,5 Milliarden US-Dollar gegen Europa zu verhängen. Bundeskanzlerin Merkel bedauerte dies, will aber zunächst die Reaktion der US-Administration abwarten.


Mega-Fusion stützt Wettanbieter


Mit einer Mega-Fusion warteten die Wettanbieter auf: Flutter Entertainment und Stars Group wollen zusammengehen und damit den größten Anbieter von Online-Wetten weltweit schaffen. Damit werden Marken wie PokerStars und Paddy Power Betfair unter einem Dach vereint. Flutter stiegen gegen die schwache Londoner Börse um 6,9 Prozent. Die mit dem Deal gestiegene Konsolidierungsfantasie im Sektor trieb auch William Hill um 3,6 Prozent.


Chinesen belasten Luxussektor


Schwache Einzelhandelszahlen aus Hongkong für August belasteten den europäischen Luxussektor. Zwar hatte man schwache Daten bereits erwartet, der nun veröffentlichte Einbruch von 23 Prozent lag aber heftig über der Erwartung von 14 Prozent. Die andauernden Proteste in Hongkong drückten nicht nur das Konsumverhalten, sondern halten auch viele Touristen vom Shopping ab. Die stark vom Asien-Geschäft abhängenden Luxusgüterhersteller gaben entsprechend nach: LVMH verloren 3,7 Prozent, Kering 3,9 Prozent, Burberry 4,8 Prozent und Hugo Boss 3,2 Prozent.


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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.413,31 -2,98 -104,94 13,72
Stoxx-50 3.118,57 -2,78 -89,32 12,99
DAX 11.925,25 -2,76 -338,58 12,94
MDAX 25.117,53 -2,11 -540,86 16,35
TecDAX 2.720,57 -2,51 -70,15 11,04
SDAX 10.754,48 -1,98 -217,31 13,10
FTSE 7.127,80 -3,16 -232,52 9,40
CAC 5.422,77 -3,12 -174,85 14,63

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,55 0,02 -0,79
US-Zehnjahresrendite 1,59 -0,04 -1,09

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 8:25 Uhr Di, 17:10 Uhr % YTD
EUR/USD 1,0952 +0,18% 1,0935 1,0922 -4,5%
EUR/JPY 117,41 -0,34% 117,84 117,77 -6,6%
EUR/CHF 1,0923 +0,59% 1,0871 1,0877 -3,0%
EUR/GBP 0,8899 +0,05% 0,8910 0,8930 -1,1%
USD/JPY 107,21 -0,51% 107,83 107,83 -2,2%
GBP/USD 1,2305 +0,10% 1,2278 1,2230 -3,6%
USD/CNY 7,1484 0,0% 7,1484 7,1484 +3,9%
Bitcoin
BTC/USD 8.232,25 -0,97% 8.214,02 8.348,38 +121,3%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 52,45 53,62 -2,2% -1,17 +8,8%
Brent/ICE 57,50 58,89 -2,4% -1,39 +3,7%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.500,16 1.479,18 +1,4% +20,98 +17,0%
Silber (Spot) 17,58 17,25 +1,9% +0,33 +13,5%
Platin (Spot) 889,64 878,00 +1,3% +11,64 +11,7%
Kupfer-Future 2,56 2,56 +0,3% +0,01 -3,3%
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October 02, 2019 12:14 ET (16:14 GMT)

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