MÄRKTE EUROPA/Gut behaupteter Start - Osram schwach - Bayer fester

(DJLL) Von DJ


Von Thomas Leppert


FRANKFURT (Dow Jones)--Die Aktienmärkte in Europa zeigen sich am Montag im frühen Handel zumeist etwas höher. Börsianer hoffen angesichts zuletzt gehäuft schwacher Konjunktursignale weiter auf die Zinspolitik der großen Notenbanken. Nach dem solide ausgefallenen US-Arbeitsmarktbericht am Freitag sind in Deutschland die Auftragseingänge im August wider Erwarten gesunken im Vergleich zum Juli. Allerdings wurde das Minus aus dem Vormonat gleichzeitig von 2,7 auf 2,1 Prozent nach oben revidiert.


Der DAX legt um 0,1 Prozent auf 12.019 Zähler zu, der Euro-Stoxx-50 handelt bei 3.447 Punkten ebenfalls einen Tick höher.


In den kommenden Tagen dürfte wieder der US-chinesische Handelskonflikt stärker in den Fokus rücken. Am Donnerstag sollen die Handelsgespräche auf hochrangiger Ebene wieder aufgenommen werden. Allerdings setzt China dabei anders als die USA auf kleinere Lösungen. Vizepremier Liu He sagte Berichten zufolge, dass China die wichtigsten Forderungen der USA nicht erfüllen werde, einschließlich Verpflichtungen zu Reformen der chinesischen Industriepolitik oder staatlichen Subventionen.


"Ich gehe davon aus, dass uns der Handelskonflikt über den Jahreswechsel hinaus begleiten wird", erwartet Thomas Altmann, Portfolio-Manager bei QC Partners. Daneben stehen weiter Nachrichten zum Brexit und auch erste Unternehmenzahlen über die jüngste Berichtssaison im Fokus der Anleger.


Osram und AMS nach geplatztem Deal schwach


Osram fallen im frühen Handel um 4 Prozent, nachdem der österreichische Bieter AMS sein Übernahmeziel nicht erreicht hat. AMS hat trotz der geschickt orchestrierten Übernahmeschlacht nicht die erforderlichen 62,5 Prozent des Osram-Kapitals hinter sich bringen können. Aufgeben wollen die Österreicher aber nicht, zumal sie sich von der industriellen Logik einer Zusammenmarbeit weiter überzeugt zeigen. Weil AMS fast ein Fünftel aller Osram-Aktien hält, kann kein anderer Käufer den vollen Durchgriff bei Osram erlangen. AMS notieren nach anfänglichen Aufschlägen aus Erleichterung über eine nun wohl nicht nötige Kapitalerhöhung mittlerweile ebenfalls rund 4 Prozent schwächer.


Positiv wird gewertet, dass der für Mitte Oktober geplante Prozess gegen Bayer um die Gesundheitsgefahren des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat verschoben werden soll. Das bestätigte der Chef-Verhandler im Mediationsverfahren zwischen Bayer und den Klägeranwälten. Marktexperten werten das dahingehend, dass Bayer an einem "großen Vergleich" arbeite. "Am Freitag wurden im Handel Beträge unter 10 Milliarden Euro genannt, was positiv wäre", meint ein Aktienhändler. Für die Aktie geht es um 1,6 Prozent nach oben.


Gewinnwarnung aus Großbritannien im Baustoffsektor


Die Gewinnwarnung des britischen Baustoffhändlers SIG setzt auch Aktien anderer Branchenunternehmen zu. Im DAX fallen Heidelcement um 0,4 Prozent, in Paris Saint-Gobain um 1,4 Prozent. SIG werden in London ausverkauft, sie werden als weiteres Opfer der Investitionszurückhaltung wegen des Brexit gesehen und brechen um rund 22 Prozent ein.


Positiv werten Händler die Zahlen zum Wachstum im dritten Quartal von Hypoport. Das Unternehmen berichtete von einer deutlich gestiegenen Wachstumsdynamik. Der Kurs legt um knapp 7 Prozent zu.


In Portugal bewegt der Sieg der regierenden Sozialistischen Partei von Ministerpräsident Antonio Costa bei der Parlamentswahl den Aktienmarkt kaum. Das Marktbarometer PSI-20 bewegt sich weitgehend im Einklang mit den meisten anderen Börsen in Europa. Am Anleihemarkt ist ebenfalls eine nur kleine positive Reaktion zu beobachten. Die Zehnjahresrendite verringert sich ganz leicht auf 0,13 Prozent.


===
Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.445,73 -0,03 -0,98 14,80
Stoxx-50 3.151,34 0,23 7,21 14,18
DAX 12.012,31 0,00 -0,50 13,76
MDAX 25.498,95 -0,14 -34,55 18,12
TecDAX 2.773,31 0,12 3,31 13,19
SDAX 10.873,06 0,12 12,97 14,34
FTSE 7.156,59 0,02 1,21 6,35
CAC 5.479,53 -0,16 -8,79 15,83

DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 8:51 Uhr Fr, 17:50 Uhr % YTD
EUR/USD 1,0973 -0,05% 1,0978 1,0975 -4,3%
EUR/JPY 117,29 +0,14% 117,34 117,34 -6,7%
EUR/CHF 1,0917 -0,04% 1,0927 1,0926 -3,0%
EUR/GBP 0,8918 +0,09% 0,8913 0,8916 -0,9%
USD/JPY 106,89 +0,21% 106,88 106,92 -2,5%
GBP/USD 1,2305 -0,14% 1,2317 1,2309 -3,6%
USD/CNY 7,1484 0,0% 7,1484 7,1484 +3,9%
Bitcoin
BTC/USD 7.862,75 -0,69% 7.824,54 8.138,50 +111,4%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 53,01 52,81 +0,4% 0,20 +9,9%
Brent/ICE 58,52 58,37 +0,3% 0,15 +5,5%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.501,81 1.504,61 -0,2% -2,80 +17,1%
Silber (Spot) 17,46 17,56 -0,5% -0,10 +12,7%
Platin (Spot) 876,83 881,01 -0,5% -4,18 +10,1%
Kupfer-Future 2,57 2,56 +0,2% +0,01 -3,2%
===


Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com


DJG/thl/gos


(END) Dow Jones Newswires


October 07, 2019 03:49 ET (07:49 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.