MÄRKTE USA/Börse leichter erwartet - Stimmung vor Verhandlungen angespannt

(DJLL) Von DJ


NEW YORK (Dow Jones)--Ungewissheit vor den anstehenden Handelsgesprächen USA-China dürfte die Stimmung an der Wall Street auch am Dienstag dämpfen. Die Futures auf die wichtigen Aktienindizes deuten eine leichtere Eröffnung am Kassamarkt an.


China wird bei den am Donnerstag beginnenden Gesprächen in Washington mit einer hochkarätig besetzten Delegation am Start sein, der neben dem Vizepremier auch der Notenbankchef des Landes angehören wird. Allerdings hat China nach einem Medienbericht vom Wochenende die Liste der zu besprechenden Themen gekürzt, was die Chancen auf eine breite Einigung mindert.


Die USA wiederum haben am Montagabend acht Technologieunternehmen auf eine schwarze Liste gesetzt, die an Menschenrechtsverstößen Chinas in der muslimisch geprägten Provinz Xinjiang beteiligt sein sollen. Und nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg prüft die Regierung Trump derzeit strengere Vorschriften für US-Investitionen in China, von denen besonders Pensionsfonds betroffen sein könnten. Das spricht für eine wenig harmonische Gesprächsatmosphäre.


An Konjunkturdaten wurden vor der Startglocke die Erzeugerpreise aus dem September veröffentlicht. Diese sanken im vergangenen Monat verglichen mit August sowohl insgesamt als auch in der Kernrate um 0,3 Prozent. Volkswirte hatten die Preise insgesamt um 0,1 Prozent und in der Kernrate um 0,2 Prozent steigen sehen. Die Daten befeuerten Konjunkturängste und erhöhten tendenziell den Handlungsdruck auf die US-Notenbank, heißt es aus dem Handel.


Außerdem sind Auftritte verschiedener Vertreter der US-Notenbank geplant, darunter auch Fed-Chef Jerome Powell. Unternehmensnachrichten sind immer noch rar, denn die Bilanzsaison zum dritten Quartal ist noch nicht richtig angelaufen.


Zweifel am Erfolg der Handelsgespräche - Anleger setzen auf Sicherheit


Da die aktuelle Gemengelage gegen große Fortschritte bei den US-chinesischen Verhandlungen spricht, setzen viele Anleger vorrangig auf Sicherheit. Staatsanleihen und Gold erfahren regen Zulauf. Am Anleihemarkt sinkt die Zehnjahresrendite um 4,3 Basispunkte auf 1,52 Prozent. der Goldpreis steigt um 0,8 Prozent auf 1.505 Dollar.


Am Devisenmarkt sind Fluchtwährungen wie der Yen gefragt. Der Dollar fällt auf rund 106,90 Yen. Im Tageshoch notierte er bei 107,45 Yen.


Das britische Pfund gerät derweil mit wachsenden Zweifeln an einem geregelten Austritt Großbritanniens aus der EU unter Druck. Es wertet auf 1,2225 Dollar ab von Kursen um 1,2300. Laut dem Fernsehsender BBC, der sich wiederum auf eine Quelle aus Downing Street 10 beruft, ist ein Brexit-Deal nach einem Telefonat zwischen Premier Boris Johnson und Bundeskanzlerin Angela Merkel praktisch unmöglich. Demnach habe Merkel zu Johnson gesagt, ein Deal, der auf den Vorschlägen Johnsons beruhe, die dieser zuvor der EU unterbreitet habe, sei "hochgradig unwahrscheinlich". Ein Abkommen werde niemals möglich sein, wenn nicht Nordirland in der Zollunion bleibe, zitiert die Quelle Merkel weiter. Die Gespräche in Brüssel stünden kurz vor dem Zusammenbruch, obwohl sich Großbritannien stark bewegt habe, so der Informant.


Deutliche Abgaben verzeichnen die Ölpreise. Das Barrel der US-Sorte WTI verbilligt sich um 1,6 Prozent auf 51,89 Dollar. Brent gibt in ähnlichem Umfang nach. Die Akteure am Ölmarkt befürchten, dass der sich hinziehende Handelsstreit die Konjunktur weltweit schwächen und damit auch die Ölnachfrage mindern wird. Im späteren Tagesverlauf, wenn die US-Börsen schon geschlossen sind, wird der Branchenverband API Daten zu den Öllagerbeständen der USA veröffentlichen, denen am Mittwoch die offiziellen Daten der US-Regierung folgen.


China-Aktien unter Druck erwartet


In den USA gelistete Aktien chinesischer Unternehmen wie Alibaba oder Baidu könnten unter den geplanten Einschränkungen für staatliche US-Pensionsfonds leiden. Alibaba rutschen vorbörslich um 2,7 Prozent und Baidu um 2,4 Prozent.


Die Aktien der Pizzakette Domino's Pizza fallen um gut 6 Prozent. Umsatz und Ergebnis des dritten Geschäftsquartals hatten die Erwartungen des Marktes verfehlt.


Microsoft dürften von einem positiven Analystenkommentar profitieren. Jefferies hat die Beobachtung der Aktie mit der Empfehlung Buy wieder aufgenommen. Vorbörslich steigt die Aktie um 0,2 Prozent.


Die auch in den USA gehandelte Aktie von Qiagen stürzt dagegen regelrecht ab um fast 19 Prozent, nachdem das Unternehmen seine Umsatzprognose für das dritte Quartal gesenkt hat. Außerdem tritt der langjährige CEO Peer M. Schatz zurück.


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US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 1,42 -3,6 1,46 21,7
5 Jahre 1,34 -4,4 1,39 -58,1
7 Jahre 1,44 -4,2 1,48 -81,2
10 Jahre 1,52 -4,3 1,56 -92,6
30 Jahre 2,02 -2,6 2,05 -104,3

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8:28 Mo, 17:15 % YTD
EUR/USD 1,0989 +0,16% 1,0982 1,0999 -4,2%
EUR/JPY 117,45 -0,18% 117,95 117,64 -6,6%
EUR/CHF 1,0895 -0,18% 1,0921 1,0930 -3,2%
EUR/GBP 0,8989 +0,70% 0,8929 0,8926 -0,1%
USD/JPY 106,87 -0,34% 107,40 106,96 -2,5%
GBP/USD 1,2225 -0,53% 1,2299 1,2323 -4,2%
USD/CNY 7,1442 -0,06% 7,1235 7,1484 +3,9%
Bitcoin
BTC/USD 8.203,00 +0,01% 8.233,75 8.192,00 +120,6%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 51,89 52,75 -1,6% -0,86 +7,6%
Brent/ICE 57,53 58,35 -1,4% -0,82 +3,7%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.504,83 1.493,60 +0,8% +11,23 +17,3%
Silber (Spot) 17,60 17,45 +0,9% +0,15 +13,6%
Platin (Spot) 885,41 878,50 +0,8% +6,91 +11,2%
Kupfer-Future 2,57 2,57 -0,2% -0,01 -3,1%
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October 08, 2019 08:48 ET (12:48 GMT)

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