XETRA-SCHLUSS/DAX fällt mit Handelsskepsis und Brexit-Unsicherheit

(DJLL) Von DJ


FRANKFURT (Dow Jones)--Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag leichter geschlossen. Die Anleger hielten sich bedeckt vor den am Donnerstag beginnenden Handelsgesprächen zwischen den USA und China. Die Erwartungen sind gering, die Ausweitung der US-Sanktionsliste chinesischer Unternehmen belastete zusätzlich. Beim Thema Brexit verdichteten sich derweil nach einem Gespräch zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Premier Boris Johnson die Hinweise, dass ein Brexit-Deal praktisch bis Ende Oktober unmöglich sei. Der DAX verlor 1,1 Prozent auf 11.970.


Qiagen brachen um 21 Prozent ein. Das Unternehmen senkte am Vorabend die Umsatzprognose für das dritte Quartal und teilte außerdem mit, dass der seit 2004 amtierende CEO Peer M. Schatz sein Amt abgibt. Qiagen kündigte zudem Restrukturierungsschritte an und rechnet mit einem Aufwand vor Steuern von etwa 260 bis 265 Millionen Dollar. JP Morgan reagierte mit einer Abstufung der Aktie auf die Nachrichten - das Ausscheiden des Vorstandsvorsitzenden vergrößere die Unsicherheit über den kurz- und mittelfristigen Ausblick.


Margendruck bei Wirecard befürchtet


Nur kurze Begeisterung löste der Zahlungsdienstleister Wirecard mit erhöhten Langfristprognosen aus. Zunächst legte der Kurs deutlicher zu, er schloss aber 4,6 Prozent tiefer. Der Prognosezeitraum bis 2025 sei lang und mit vielen Unsicherheiten behaftet, hieß es dazu aus dem Handel. Außerdem decke sich diese Prognose nur mit bereits qualitativ geäußerten Plänen. Dazu werde ein geringerer Gewinn- als Umsatzanstieg unterstellt. "Da könnte jemand von der Margenentwicklung enttäuscht sein", meinte ein Händler.


Aber auch andere Technologiewerte wurden verkauft: So verloren Infineon 3,5 Prozent oder Software AG 5,4 Prozent. Insgesamt machten die Anleger einen Bogen um zyklische Werte: Lufthansa gaben 2,8 Prozent nach oder Heidelcement 3 Prozent.


Fortum plant keinen Squeeze-Out bei Uniper


Uniper fielen um 8,5 Prozent auf 27,44 Euro. Grund war die Einigung der Private-Equity-Besitzer mit dem Großaktionär Fortum. Fortum wolle weder einen Squeeze-Out der freien Aktionäre noch ein Übernahmeangebot für die restlichen freien Stücke abgeben. "Zumindest für die nächsten zwei Jahre scheint das jetzt ausgeschlossen", so ein Händler. Die Analysten von Jefferies sehen in der Aktie einen Underperformer mit einem Kursziel von 20 Euro. Die Deutsche Bank hat Uniper auf "Halten" abgestuft.


Der Windanlagenbauer Nordex hat sein Kapital über eine Privatplatzierung beim spanischen Großaktionär Acciona erhöht. Dieser hat daraufhin in Folge des Überschreitens der 30-Prozent-Schwelle ein öffentliches Übernahmeangebot für Nordex vorgelegt zu einem Preis von 10,32 Euro. Auf dem falschen Fuß wurden davon besonders Shortverkäufer erwischt. Die Nordex-Aktie legte um 5,7 Prozent auf 10,72 Euro zu und schloss damit über dem Gebotspreis.


Umgesetzt wurden im Xetra-Handel bei den DAX-Werten rund 80,9 (Vortag: 65,6) Millionen Aktien im Wert von rund 3,25 (Vortag: 2,74) Milliarden Euro. Es gab fünf Kursgewinner und 25 -verlierer.


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INDEX zuletzt +/- % +/- % YTD
DAX 11.970,20 -1,05% +13,37%
DAX-Future 11.969,50 -0,88% +13,32%
XDAX 11.981,94 -0,82% +13,24%
MDAX 25.175,42 -1,72% +16,62%
TecDAX 2.695,84 -3,21% +10,03%
SDAX 10.837,50 -0,78% +13,97%
zuletzt +/- Ticks
Bund-Future 174,65 37
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October 08, 2019 11:47 ET (15:47 GMT)

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