MÄRKTE EUROPA/Aktien setzen Erholung fort - Euro auf Jahrestief

(DJLL) Von DJ


FRANKFURT (Dow Jones)--Nach dem Rücksetzer am Vortag präsentieren sich die europäischen Aktienmärkte am Donnerstagnachmittag freundlich. Unterstützung für den Aktienmarkt kommt vom Euro, der mit 1,0922 Dollar kurzfristig auf Jahrestief notierte. Die Gemeinschaftswährung leidet unter einem starken Dollar, der laut Hussein Sayed, Chefstratege bei FXTM, weiter von seinem Ruf als sicherer Hafen profitiert. Die Brexit-bedingte politische Krise in der EU, die sich weiter nähernde Rezession in der EU und die in den Industriestaaten gedrückten Anleiherenditen seien allesamt Faktoren für Investoren, im Dollarhafen Sicherheit zu suchen.


Im Blick stehen zudem Unternehmensmeldungen mit Warnungen von Imperial Brands und IAG sowie Quartalszahlen von Hella. Derweil hat sich das Konsumklima in Deutschland etwas aufgehellt, wie die Forscher der GfK am Morgen mitteilten. Der DAX steigt um 0,4 Prozent auf 12.286 Punkte, der Euro-Stoxx-50 erhöht sich um 0,5 Prozent auf 3.531 Punkte.


Hella drehen im Verlauf ins Minus


Nach einem anfänglichen Plus geht es für die Aktie von Hella um 2,6 Prozent nach unten. Die Analysten der Citi rechnen ab dem nächsten Quartal mit einer Beschleunigung des bereinigten Wachstums, zumal auch die Vergleichsbasis einfacher werde. Gleichwohl bleiben sie vorsichtig gestimmt wegen der Risiken für die Automobilproduktion auch 2020.


In der zweiten Reihe stehen Metro im Blick. Am Markt werden die Sparpläne leicht positiv gesehen. Der Handelskonzern will die Effizienz steigern. Das kostet zwar zunächst bis zu 65 Millionen Euro, soll aber anschließend jährliche Einsparungen in mittlerer zweistelliger Millionen-Höhe bringen. Für die Aktie geht es um 1,2 Prozent nach oben.


Der Stahlkonzern Salzgitter rechnet 2019 wegen eines laufenden Kartellrechtsverfahrens mit einem Jahresverlust, für die Aktie geht es um weitere 6 Prozent nach unten.


Imperial Brands stürzen nach Warnung ab


Stärkere Kursbewegungen gibt es bei den europäischen Werten. Der Tabakkonzern Imperial Brands rechnet nun nur noch mit 2 Prozent statt zuvor 4 Prozent Umsatzplus. Die Aktie stürzt um 11 Prozent ab. Imperial Brands könnte den Pessimismus in ihrer Gewinnwarnung übertrieben haben, vermuten die Analysten von RBC, auch wenn sich der Zwischenbericht generell für die Tabakbranche nicht gut lese.


Die Fluglinie IAG rechnet damit, dass der Gewinn das Niveau aus dem vergangenen Jahr nicht erreichen wird. Neben den Streiks bei British Airways belasten schleppende Buchungszahlen bei den Billigtöchtern. Die Aktie verliert 3,6 Prozent, im Schlepptau fallen Lufthansa um 2,4 Prozent.


Die Aktie von Carnival befindet sich in rauer See, für sie geht es in London um 7 Prozent nach unten. Zwar hat der Kreuzfahrer mit dem Gewinn im dritten Quartal überzeugt, wird aber beim Ausblick für das laufende Geschäftsjahr wegen der steigenden Kraftstoffpreise vorsichtiger.


ABN Amro sacken um 13 Prozent ab. Die niederländische Bank ist wegen Geldwäsche ins Visier der Behörden geraten. Wie das Institut mitteilte, ermittelt die niederländische Staatsanwaltschaft gegen die Bank.


Ericsson geben 1,8 Prozent nach. Das Unternehmen rechnet für das dritte Quartal mit einer Rückstellung von 12 Milliarden schwedischen Kronen (umgerechnet 1,12 Milliarden Euro) im Zusammenhang mit den laufenden Ermittlungen der US-Börsenaufsicht SEC und des Justizministeriums. Für eine Beilegung des Streits gehen die Schweden von einer Strafzahlung von einer Milliarde US-Dollar aus.


Der Kurs von Pearson bricht nach einer Gewinnwarnung um 14 Prozent ein. Der britische Medienkonzern sieht den Gewinn im laufenden Jahr nur noch am unteren Ende der bisher genannten Spanne. Auf Konzernebene sei nur noch ein bereinigter operativer Gewinn von 590 Millionen Pfund Sterling zu erreichen, nachdem hier bislang bis zu 640 Millionen Pfund in Aussicht gestellt hatte. Der Verleger von Lehrbüchern teilte mit, das US-Segment für die gehobene Ausbildung habe auf Sicht der ersten neun Monate einen Umsatzrückgang um 10 Prozent erlebt.


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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.530,89 0,51 17,86 17,64
Stoxx-50 3.233,47 0,79 25,41 17,15
DAX 12.286,10 0,42 51,92 16,36
MDAX 25.708,15 0,56 142,84 19,08
TecDAX 2.817,15 0,83 23,06 14,98
SDAX 10.900,55 -0,17 -18,30 14,63
FTSE 7.377,37 1,20 87,38 8,35
CAC 5.618,95 0,63 35,15 18,78

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,58 -0,01 -0,82
US-Zehnjahresrendite 1,69 -0,05 -0,99

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 10:00 Uhr Mi, 17.25 Uhr % YTD
EUR/USD 1,0957 +0,13% 1,0944 1,0954 -4,4%
EUR/JPY 117,84 -0,06% 117,85 117,99 -6,3%
EUR/CHF 1,0866 +0,13% 1,0869 1,0842 -3,5%
EUR/GBP 0,8874 +0,18% 0,8863 0,8849 -1,4%
USD/JPY 107,54 -0,20% 107,69 107,71 -1,9%
GBP/USD 1,2345 -0,08% 1,2347 1,2379 -3,3%
USD/CNY 7,1295 -0,03% 7,1317 7,1315 +3,7%
Bitcoin
BTC/USD 8.285,50 -3,42% 8.358,00 8.402,00 +122,8%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 55,96 56,49 -0,9% -0,53 +16,1%
Brent/ICE 61,80 62,39 -0,9% -0,59 +11,6%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.508,68 1.504,15 +0,3% +4,53 +17,6%
Silber (Spot) 17,93 17,92 +0,1% +0,01 +15,7%
Platin (Spot) 932,56 926,03 +0,7% +6,53 +17,1%
Kupfer-Future 2,58 2,60 -0,6% -0,02 -2,5%
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September 26, 2019 10:26 ET (14:26 GMT)

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