MÄRKTE EUROPA/Zykliker zurück auf der Kaufliste

(DJLL) Von DJ


Von Herbert Rude


FRANKFURT (Dow Jones)--An den europäischen Aktienmärkten ziehen die Kurse am Freitagnachmittag an. Der DAX steigt um 0,6 Prozent auf 12.361 Punkte, der Euro-Stoxx-Index legt um 0,2 Prozent auf 3.538 Punkte zu. Rückenwind kommt vom Euro, der weiterhin deutlich unter der Marke von 1,10 Dollar notiert. Damit kommen konjunkturabhängige oder zyklische Aktien zurück auf die Kauflisten.


Am Morgen erreichte der Euro gegen den Dollar ein neues Jahrestief bei 1,0904, gegenwärtig steht er bei 1,0927 Dollar. Sollte die Gemeinschaftswährung nachhaltig unter die Marke von 1,0926 Dollar fallen, könnte ein Absturz bis 1,05 Dollar folgen, vermuten die Experten von MUFG. Das Haus sagt, dass gegenläufige Wirtschaftsdaten auf beiden Seiten des Atlantiks den Dollar gegen den Euro stützen. Kurzfristig könnten auch Käufe vor dem Quartalsende den Dollar stützen, wie die Analysten von CBA erwarten.


Der feste Dollar stützt vor allem den exportlastigen deutschen Aktienmarkt. Ähnlich stark wie der DAX steigt nur der Londoner FTSE-100, der 0,7 Prozent gewinnt. Ein No-Deal-Brexit dürfte zumindest für dieses Jahr vom Tisch sein, nachdem sich "Brexit-Boris" selbst in die Sackgasse manövriert hat.


Auch BASF sorgt für gute Stimmung


Im DAX steigen BASF um 2,3 Prozent auf 63,41 Euro. Das Geschäft scheint sich zu stabilisieren, der Konzern hat auf seinem Kapitalmarkttag die Jahresprognose bestätigt. Das ist ein weiterer Grund für die freundliche Stimmung bei konjunkturabhängigen Aktien. Covestro steigen um 2,5 Prozent und Siemens um 1,8 Prozent, Lufthansa gewinnen 2,7 Prozent. Auf europäischer Ebene ziehen die Kurse der Rohstoff- und Stahl-Aktien deutlich an, ihr Sektoren-Index steigt um 1,5 Prozent. Thyssen legen um 2,2 Prozent zu, und die ebenfalls sehr konjunkturabhängigen Heidelberger Druck erholen sich um gut 12 Prozent auf 1,17 Euro.


Im Minus liegen in Europa lediglich die Indizes der vergleichsweise konjunkturunabhängigen Versorger und Pharma-Konzerne. Im DAX fallen Infineon um 1,6 Prozent. Der US-Chiphersteller Micron hat von einer nachlassenden Nachfrage nach Smartphones und Speicherchips gesprochen. Zudem hat Metzler Infineon auf Verkauf gesenkt. Aixtron und ASML notieren leichter, STMicro ziehen um 0,6 Prozent an.


Commerzbank drehen ins Plus - Höheres Angebot beflügelt Osram


Im MDAX steigen Commerzbank um 0,6 Prozent. Die Bank hat trotz der Kosten für den Konzernumbau den Dividendenausblick bekräftigt und erhofft sich von der Comdirect-Integration Synergien. Den freien Aktionären der Comdirect werden 11,44 Euro je Aktie geboten, was der Ankündigung entspricht, aber einen deutlichen Abschlag gegenüber dem Schlusskurs von 12,04 Euro vom Vortag bedeutet. Der Kurs gibt aber nur leicht auf 11,82 Euro nach.


Osram steigen um 5,4 Prozent auf 40,81 Euro. AMS hat das Übernahmeangebot erhöht - auf 41 Euro von 38,50 Euro. Nun wartet der Markt, ob Bain und Advent ein neues Angebot abgeben. Die AMS-Aktie fällt um 2,6 Prozent, das Unternehmen plant eine milliardenschwere Kapitalerhöhung.


Rheinmetall ist in Nord- und Südamerika Opfer eines Cyberangriffs geworden. Die IT-Infrastruktur der Werke des Unternehmensbereichs Automotive in Brasilien, Mexiko und den USA ist seit dem späten Abend des 24. September 2019 von einer Schadsoftware-Attacke betroffen, wie das Unternehmen mitteilte. Die Aktie fällt um 1,8 Prozent.


In der dritten Reihe steigen Ado Properties um 1,2 Prozent. Der Immobilienkonzern verkauft ein Portfolio in Berlin. Dabei geht es um 5.800 Wohneinheiten. Der Kaufpreis für die Anteile beträgt 920 Millionen Euro, unter dem Strich bleiben rund 580 Millionen Euro. Außerdem hat Ado mit diesem Geschäft seinen Wohnungsbestand in Berlin gesenkt, wo Immobilienbesitzern ein politischer Gegenwind ins Gesicht bläst.


In der Ölbranche steht ein größerer Deal im Blick. Der US-Energiekonzern Exxon Mobil Corp verkauft Upstream-Geschäfte in Norwegen für 4,5 Milliarden US-Dollar an eine Tochter des italienischen Wettbewerbers Eni. Deren Aktie legt 0,7 Prozent zu, etwa so viel wie der Branchenindex der Öl- und Gaswerte.


Von Analystenseite kommt Druck auf Gea, die Aktie fällt um 2,3 Prozent. Die Experten von JP Morgan haben sie auf "Underweight" abgestuft.


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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.538,14 0,17 5,96 17,88
Stoxx-50 3.237,70 0,25 8,05 17,31
DAX 12.360,79 0,59 72,25 17,06
MDAX 25.784,17 0,33 83,82 19,44
TecDAX 2.815,83 0,01 0,20 14,92
SDAX 10.946,59 0,37 40,00 15,12
FTSE 7.404,70 0,73 53,62 9,26
CAC 5.625,10 0,08 4,53 18,91

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,59 0,00 -0,83
US-Zehnjahresrendite 1,69 -0,01 -0,99

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8.28 Uhr Do, 17:15 Uhr % YTD
EUR/USD 1,0935 +0,16% 1,0913 1,0939 -4,6%
EUR/JPY 118,16 +0,37% 117,59 117,77 -6,0%
EUR/CHF 1,0852 +0,04% 1,0853 1,0857 -3,6%
EUR/GBP 0,8873 +0,21% 0,8851 0,8850 -1,4%
USD/JPY 108,06 +0,21% 107,76 107,67 -1,4%
GBP/USD 1,2323 -0,04% 1,2329 1,2360 -3,5%
USD/CNY 7,1224 -0,14% 7,1371 7,1317 +3,6%
Bitcoin
BTC/USD 7.993,50 -0,99% 7.989,00 8.171,75 +114,9%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 55,69 56,41 -1,3% -0,72 +15,5%
Brent/ICE 61,79 62,74 -1,5% -0,95 +11,6%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.492,58 1.505,50 -0,9% -12,92 +16,4%
Silber (Spot) 17,42 17,82 -2,3% -0,40 +12,4%
Platin (Spot) 924,09 930,50 -0,7% -6,41 +16,0%
Kupfer-Future 2,58 2,56 +0,7% +0,02 -2,7%
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September 27, 2019 10:06 ET (14:06 GMT)

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