MÄRKTE USA/Optimismus siegt - Überall Kaufsignale

(DJLL) Von DJ


NEW YORK (Dow Jones)--Der Donnerstag war an der Wall Street ein Tag nach dem Geschmack der Börsianer. Von verschiedenen Seiten kamen Meldungen, die die Kauflaune beförderten. So gibt es Hoffnung auf Fortschritte bei der Beilegung des Handelsstreits zwischen den USA und China. Beide Seiten wollen Anfang Oktober in Washington weiter verhandeln. "Ich denke, es wird zu einem bestimmten Zeitpunkt einen Deal geben", sagte Chefinvestmentstratege Jim Paulsen von Leuthold Group zu der Entwicklung in dem Dauerstreit.


Der Dow-Jones-Index gewann 1,4 Prozent auf 26.728 Punkte. Der S&P-500 stieg um 1,3 Prozent. Der Nasdaq-Composite rückte um 1,8 Prozent vor. Dabei kamen auf die 2.006 (Mittwoch: 2.364) Kursgewinner 977 (594) -verlierer, während 62 (78) Titel unverändert schlossen.


Einen kräftigen Schub für Aktien gab es aber auch mit starken Konjunkturdaten. Vor allem der ISM-Index für den Dienstleistungssektor überraschte positiv, er kam mit 56,4 herein statt der erwarteten 53,8. Aber auch der Auftragseingang schlug die Prognosen. Bereits vor der Startglocke hatte der ADP-Bericht hoffnungsvoll für den offiziellen Arbeitsmarktbericht der US-Regierung am Freitag gestimmt. Mit dem Set starker Daten schwanden auch die Rezessionsängste, die in jüngster Zeit geschürt worden waren.


Auch die jüngste Nachrichtenlage um den Brexit ließ die Anleger rund um den Globus aufatmen. Der britische Premierminister Boris Johnson hat seinen Widerstand gegen das Gesetz für eine weitere Verschiebung des Brexit aufgegeben, so dass ein ungeregelter Austritt Großbritanniens aus der EU Ende Oktober möglicherweise doch noch vermieden werden kann.



Rendite 30-jähriger Anleihen wieder über 2 Prozent


Die wiedererwachte Risikofreude ließ die Anleger aus der Deckung kommen und "sichere Häfen" verlassen. Am Anleihemarkt trieben sinkende Notierungen die Rendite 30-jähriger Schuldtitel wieder über 2,00 Prozent. Die Zehnjahresrendite ist von dieser Marke noch weit entfernt. Sie erholte sich aber immerhin um 9,7 Basispunkte auf 1,57 Prozent.


Gold wurde ebenfalls massiv abverkauft. Die Feinunze verbilligte sich um 2,2 Prozent auf 1.518 Dollar, das war der höchste Tagesminus seit drei Jahren.


Am Devisenmarkt zogen sich die Anleger aus Fluchtwährungen wie dem Yen zurück. Der Dollar stieg auf rund 107 Yen, am Mittwoch notierte er noch unter 106,00 Yen.


Derweil setzte das britische Pfund dank der nachlassenden Gefahr eines harten Brexit seine Erholung fort. Es stieg auf rund 1,2329 Dollar, nachdem es vor zwei Tagen noch unter 1,20 Dollar abgesackt war.


Wechselhaft bewegten sich die Ölpreise. Konjunkturoptimismus verlieh zunächst Auftrieb, befördert auch von den offiziellen Daten zu den US-Ölvorräten. Sie zeigten einen deutlichen Abbau. Doch im späten Geschäft kam wieder Skepsis auf. Vor allem die Aussicht auf eine Einigung im chinesisch-amerikanischen Handelsstreit seien zu vage, hoben Teilnehmer hervor. Der Preis für ein Barrel US-Rohöl der Sorte WTI fiel zum Settlement um 0,1 Prozent auf 56,30 Dollar. Brent legte um 0,2 Prozent zu auf 60,85 Dollar.



Zykliker sind Trumpf


Am Aktienmarkt waren vor allem Zykliker und als riskanter geltende Sektoren gefragt. Ganz oben bei den Gewinnern standen Halbleiter-, Automobil- und Transportwerte; Banken profitierten vom gestiegenen Zinsniveau. Am schlechtesten schnitten defensive Branchen wie Versorger oder Nahrungsmittel ab.


Unter den Einzelwerten brachen Mallinckrodt um knapp 39 Prozent ein. Der Pharmahersteller habe einen Restrukturierungsspezialisten engagiert und erwäge, Insolvenz zu beantragen, meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Mallinckrodt sieht sich als Folge der Opioidkrise in den USA mit einer Klagewelle konfrontiert.


Dagegen schossen Signet Jewelers um fast 28 Prozent nach oben. Der weltgrößte Einzelhändler für Diamantschmuck lag mit Gewinn und Umsatz über den Prognose und hat seinen Ausblick angehoben. In den vergangenen Jahren hatte die Branche unter mangelnder Laufkundschaft und der Internet-Konkurrenz gelitten.


Bed Bath & Beyond zeigten sich 7,1 Prozent fester, nachdem die Einrichtungskette am Mittwoch nach Börsenschluss eine Restrukturierung angekündigt hat. Diese umfasst den Abbau von Lagerbeständen und die Schließung schwach laufender Filialen.


Ciena fielen trotz starker Geschäftszahlen um 3,8 Prozent. Gewinn und Umsatz des Telekomausrüsters hatten zwar im dritten Geschäftsquartal die Erwartungen übertroffen. Doch während der Telefonkonferenz zu den Zahlen habe Ciena einen schwachen Margenausblick gegeben, berichteten Marktteilnehmer.


Die Stadt New York verklagt T-Mobile US wegen angeblicher missbräuchlicher Verkaufsmethoden im Prepaid-Geschäft. Gefordert wird in der Klage, dass das Unternehmen die Einnahmen aus den beschriebenen Praktiken einem Entschädigungsfonds für Opfer überträgt. Die Aktie lag 0,3 Prozent im Plus, blieb damit aber deutlich hinter dem Markt zurück.


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INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 26.728,15 1,41 372,68 14,58
S&P-500 2.975,97 1,30 38,19 18,71
Nasdaq-Comp. 8.116,83 1,75 139,95 22,33
Nasdaq-100 7.862,54 1,86 143,29 24,21

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 1,53 10,4 1,43 33,0
5 Jahre 1,43 11,1 1,32 -49,5
7 Jahre 1,50 10,4 1,40 -74,5
10 Jahre 1,57 9,7 1,47 -87,9
30 Jahre 2,05 8,1 1,97 -101,6

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:28 Mi, 17:25 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1036 +0,01% 1,1023 1,1025 -3,7%
EUR/JPY 118,08 +0,60% 117,37 117,13 -6,1%
EUR/CHF 1,0889 +0,62% 1,0837 1,0820 -3,3%
EUR/GBP 0,8951 -0,60% 0,9022 0,9045 -0,5%
USD/JPY 107,01 +0,59% 106,48 106,22 -2,4%
GBP/USD 1,2329 +0,63% 1,2218 1,2190 -3,4%
USD/CNY 7,1484 +0,03% 7,1418 7,1465 +3,9%
Bitcoin
BTC/USD 10.567,75 -0,90% 10.636,00 10.434,12 +184,1%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 56,19 56,26 -0,1% -0,07 +17,0%
Brent/ICE 60,85 60,70 +0,2% 0,15 +9,9%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.518,43 1.552,60 -2,2% -34,17 +18,4%
Silber (Spot) 18,66 19,55 -4,6% -0,89 +20,4%
Platin (Spot) 960,01 983,50 -2,4% -23,49 +20,5%
Kupfer-Future 2,62 2,58 +1,4% +0,04 -1,1%
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September 05, 2019 16:11 ET (20:11 GMT)

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