MÄRKTE EUROPA/DAX holt Verluste vollständig auf

(DJLL) Von DJ


FRANKFURT (Dow Jones)--Die europäischen Aktienmärkte tendieren am Dienstagnachmittag nur noch leicht um 0,4 Prozent im Minus, der DAX hat seine Verluste vollständig aufgeholt. Er notiert mit 13.551 Punkten 2 Punkte im Plus und mehr als 100 Zähler über Tagestief. Außerdem liegt nun das Allzeithoch aus dem Januar 2018 von 13.597 Punkten wieder in Reichweite.


"In der Vergangenheit haben sich die Sorgen vor Sars oder auch vor einer Ebola-Ausbreitung als überzogen herausgestellt", sagt ein Händler. Insofern sähen Marktteilnehmer in fallenden Kursen nach wie vor auch Kaufgelegenheiten. Gestützt wird die Stimmung auch von einem starken ZEW-Konjunkturindex, der zuletzt weiter gestiegen ist.


Der Euro-Stoxx-50 leidet dagegen noch unter den schwachen Vorlagen aus Asien mit den Wachstumssorgen in China. Das neue Coronavirus wird dort als Bedrohung für die Konjunktur empfunden. Immer noch unter Druck stehen vor allem die China-abhängigen Rohstoffwerte, deren Branchenindex um 1,3 Prozent nachgibt. Auf der Verliererseite stehen auch die von chinesischen Käufern abhängigen Aktien für Luxusgüter, hier verlieren Kering 2,4 und LVMH 2 Prozent. Finanzdienstleister, Pharmatitel, Chemiewerte und Telekommunikationsaktien haben dagegen leicht ins Plus gedreht.


Der Index der Reise- und Freizeitaktien gibt um 0,4 Prozent nach. Befürchtet wird, die Zunahme der Reiseaktivität in China vor dem Neujahrsfest ab Samstag könnte die Ausbreitung des Virus beschleunigen. Dann sind fast eine Milliarde Menschen unterwegs. Erste Fälle sind zudem in anderen Ländern Asiens aufgetreten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen der Lungenkrankheit in China ein Krisentreffen einberufen.


Deutliche Umschichtungen waren bereits in der Nacht in Sichere-Hafen-Assets zu beobachten: Der Yen zog rapide an zum Dollar, Staatsanleihen sind gesucht. Sehr auffallend waren auch am Vortag die sehr hohen Put-Call-Ratios auf europäische Indizes. Vor allem der oft zu Absicherungen genutzte Euro-Stoxx-50-Index wies mit 2,97 einen sehr hohen Wert auf. Dies wird typischerweise als Zeichen von Krisen gesehen.


Berichtsaison läuft an - Hugo Boss sehr fest


Die Berichtssaison beginnt auch in Europa anzulaufen. Gute Geschäftszahlen werden zwar honoriert, schlechte dafür umso stärker abgestraft: Bei den Daten von Hugo Boss wird vor allem das Aufwärtsmomentum beim Umsatz gelobt. Die Aktien steigen um 6,4 Prozent. Bei der schweizerischen Großbank UBS lief es zwar ordentlich, jedoch wird der Mittelabfluss bei Anlagegeldern kritisiert. Die Aktien fallen um 4,2 Prozent, obwohl die Dividende auf 0,73 Dollar erhöht wird. Computerzubehörhersteller Logitech hat ein solides Wachstumsquartal vermeldet und die Jahresprognose bestätigt, hier geht es 3,9 Prozent höher. Lonza ziehen nach ihrem Zahlenausweis um 6,4 Prozent an.


Dic Asset hat nach den guten Geschäftszahlen des Vortages das Kapital um fast 10 Prozent erhöht. Die neuen Aktien wurden bereits platziert zu 16,00 Euro. Durch die Kapitalerhöhung fließen dem Unternehmen rund 110 Millionen Euro zu. Die Dic-Titel geben nur 0,6 Prozent nach.


Schlechte Nachrichten kommen indes von Wacker Neuson. Händler sprechen hier von einer Gewinnwarnung und lassen die Aktien um 8,1 Prozent fallen. Auch Heidelberger Druckmaschinen haben ihre Jahresprognose gesenkt und fallen um 7,3 Prozent. Statt eines ausgeglichenen Jahresergebnisses wird nun mit einem Verlust gerechnet. Kurz vor Weihnachten 2019 hatte bereits der Wettbewerber Koenig & Bauer wegen des "anhaltend schwierigen Umfeldes" den Ausblick gesenkt.


Monte dei Paschi fest - Modern Times schwach


In Mailand legen Monte dei Paschi mit den zuletzt positiven Nachrichten um die älteste noch bestehende Bank der Welt um weitere 11 Prozent zu. In Stockholm verlieren die Aktien des Verlags Modern Times 11 Prozent, laut Händlern führt das Auflösen einer Kooperation in China zu Abschreibungen.


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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.783,22 -0,42 -15,81 1,02
Stoxx-50 3.458,70 -0,30 -10,34 1,64
DAX 13.547,45 -0,01 -1,49 2,25
MDAX 28.741,44 -0,24 -69,80 1,51
TecDAX 3.163,01 -0,31 -9,71 4,91
SDAX 12.545,11 -0,68 -86,03 0,27
FTSE 7.603,10 -0,63 -48,34 1,45
CAC 6.038,68 -0,66 -39,85 1,01

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,24 -0,02 -0,48
US-Zehnjahresrendite 1,78 -0,04 -0,90

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8:42 Mo, 17.20 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1101 +0,04% 1,1097 1,1083 -1,0%
EUR/JPY 122,14 -0,11% 122,01 122,08 +0,2%
EUR/CHF 1,0745 +0,02% 1,0739 1,0742 -1,0%
EUR/GBP 0,8501 -0,35% 0,8530 0,8527 +0,4%
USD/JPY 110,01 -0,15% 109,96 110,16 +1,1%
GBP/USD 1,3059 +0,39% 1,3009 1,2998 -1,5%
USD/CNH (Offshore) 6,9069 +0,57% 6,8963 6,8689 -0,9%
Bitcoin
BTC/USD 8.636,76 -0,21% 8.600,51 8.652,26 +19,8%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 58,28 58,66 -0,4% -0,26 -4,6%
Brent/ICE 64,76 65,20 -0,7% -0,44 -1,9%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.552,44 1.562,82 -0,7% -10,38 +2,3%
Silber (Spot) 17,71 18,10 -2,1% -0,39 -0,8%
Platin (Spot) 997,85 1.021,00 -2,3% -23,15 +3,4%
Kupfer-Future 2,81 2,85 -1,2% -0,03 +0,5%
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January 21, 2020 10:09 ET (15:09 GMT)

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