MÄRKTE EUROPA/Technologiewerte führen Erholung an den Börsen an

(DJLL) Von DJ


FRANKFURT (Dow Jones)--An den europäischen Aktienmärkten ging es am Dienstag nach oben. Nach dem Abverkauf am Montagmorgen setzte sich damit der im Vortagsverlauf bereits gestartete Entspannungskurs auf ganzer Breite fort. Für Erleichterung sorgte, dass von US-Präsident Donald Trump keine neuen Drohgebärden in Richtung Iran zu hören waren. Der Brent-Ölpreis ist weiter auf dem Rückzug und wieder unter die psychologisch wichtige 70-Dollar-Marke gefallen. Nach guten Nachrichten von einem US-Wettbewerber waren in Europa auch die Technologiewerte gesucht.


Der DAX legte um 0,8 Prozent zu auf 13.227 Punkte zu, der Euro-Stoxx-50 verbesserte sich um 0,2 Prozent auf 3.759 Zähler. Gegen den Trend etwas leichter notierten die Aktien in Helsinki. Dort wurde am Vortag wegen eines Feiertages nicht gehandelt.


Brentöl unter 70 Dollar


Mit 68 Dollar kostet Brentöl ähnlich viel wie vor dem Ausbruch der neuesten Spannungen im Nahen Osten. Die Analysten von Berenberg halten einen nachhaltigen Anstieg des Ölpreises in Folge der US-iranischen Spannungen für unwahrscheinlich. Selbst für den Fall einer direkten Auseinandersetzung zwischen beiden Ländern geht Chefvolkswirt Holger Schmieding davon aus, dass es den USA und Saudi Arabien gelingen würde, die Belieferung des globalen Ölmarktes durch saudisches Öl rasch wiederherzustellen.


Hinzu komme, dass die Abhängigkeit der entwickelten Volkswirtschaften von Öl stark abgenommen habe. Der Ölpreis müsste für Schmieding mehr als drei Monate um 30 Prozent über dem Niveau von 65 Dollar je Barrel liegen, bevor Berenberg die Prognose für Wachstum und Inflation signifikant anpassen würde.


Premier Oil haussieren nach Nordsee-Akquisitionen


Unter den Einzelwerten stachen Premier Oil mit einem Kurssprung von 16 Prozent an der Londoner Börse heraus. Das Unternehmen hat mehrere Förderstätten in der Nordsee von BP und Dana gekauft. Premier Oil zahlt dafür mehr als 800 Millionen Dollar und damit laut Davy Research umgerechnet weniger als 10 Dollar je Barrel Öl. Daneben hat Premier Oil gute Produktionszahlen für 2019 vorgelegt.


In Europa stellte der Sektor der Technologiewerte mit einem Plus von 1,4 Prozent den Gewinner unter den Branchen-Indizes. Dabei profitierte der Sektor davon, dass der Wettbewerber Microchip schon das zweite Mal innerhalb eines Monats seine Umsatzprognose für das dritte Geschäftsquartal erhöht hat. Nach Ansicht des Halbleiterunternehmens hat der Auftragseingang im Dezember den Boden erreicht. Infineon legten in Folge um 5 Prozent zu, ASM International um 4,5 Prozent und AMS gewinnen 4,7 Prozent.


Trotz mauer flächenbereinigter Umsätze in den 22 Wochen bis zum 5. Januar ging es für die Aktie von Morrison um 1,6 Prozent nach oben. Stützend dürfte wirken, dass der Einzelhändler ein stabiles Jahr 2020 erwartet. Jefferies glaubt an eine bessere Nachfrage im kommenden Jahr angesichts nachlassender politischer Spannungen in Großbritannien.


Kursdebakel für Aston Martin


Düster sieht es für Aston Martin aus. Nach Aussagen zum Geschäftsverlauf brach der Kurs um 16,5 Prozent ein. Es sei "bemerkenswert", dass eine starke Marke wie Aston Martin fortwährend schlechte Nachrichten liefere, kommentieren die Analysten von AJ Bell die jüngste Gewinnwarnung des Sportwagenherstellers. Am Aktienmarkt sei das Unternehmen der größte Flop seit Menschengedenken. Ein niedrigerer Umsatz, höhere Kosten und geringere Margen seien noch nicht alles. Zu allem Überfluss müsse das Unternehmen nun auch noch weitere 100 Millionen Dollar Schulden zu hohen Kosten aufnehmen.


Die am Vortag sehr schwachen Evotec stiegen um 2,5 Prozent. Das Unternehmen hat die Zusammenarbeit mit Bristol-Myers Squibb ausgeweitet und erhält dafür 6 Millionen Dollar. In der dritten Reihe sprangen PNE um 5,6 Prozent auf 4,24 Euro nach oben nach einem gescheiterten Übernahmeversuch durch Morgan Stanley Infrastructure Partners (MSIP). Ein PNE-Großaktionär hatte das Gebot bereits vor einiger Zeit als zu niedrig zurückgewiesen und einen Preis von 6,90 und 7,10 je Aktie in den Raum gestellt.


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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 3.759,25 +6,73 +0,2% +0,4%
Stoxx-50 3.419,09 +0,47 +0,0% +0,5%
Stoxx-600 417,67 +1,04 +0,2% +0,4%
XETRA-DAX 13.226,83 +99,84 +0,8% -0,2%
FTSE-100 London 7.573,85 -1,49 -0,0% +0,4%
CAC-40 Paris 6.012,35 -1,23 -0,0% +0,6%
AEX Amsterdam 609,71 +2,47 +0,4% +0,9%
ATHEX-20 Athen 2.307,72 +9,07 +0,4% +0,4%
BEL-20 Bruessel 3.984,73 +12,95 +0,3% +0,7%
BUX Budapest 44.490,80 -167,96 -0,4% -3,5%
OMXH-25 Helsinki 4.259,85 -5,62 -0,1% +0,9%
ISE NAT. 30 Istanbul 136.574,73 +1060,61 +0,8% -1,6%
OMXC-20 Kopenhagen 1.122,94 +3,23 +0,3% -1,1%
PSI 20 Lissabon 5.235,89 -5,82 -0,1% +0,3%
IBEX-35 Madrid 9.579,80 -21,10 -0,2% +0,3%
FTSE-MIB Mailand 23.723,38 +142,09 +0,6% +0,3%
RTS Moskau 0,00 0,00 0,0% +1,3%
OBX Oslo 849,34 -3,95 -0,5% +0,7%
PX Prag 1.117,64 -0,79 -0,1% +0,2%
OMXS-30 Stockholm 1.796,85 +11,62 +0,7% +1,4%
WIG-20 Warschau 2.145,01 -28,96 -1,3% -0,2%
ATX Wien 3.189,50 -13,24 -0,4% +0,5%
SMI Zuerich 10.686,80 +21,39 +0,2% +0,7%

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8:19 Mo, 17:35 % YTD
EUR/USD 1,1139 -0,51% 1,1164 1,1186 -0,7%
EUR/JPY 120,90 -0,37% 120,65 121,25 -0,8%
EUR/CHF 1,0820 -0,20% 1,0840 1,0843 -0,3%
EUR/GBP 0,8487 -0,12% 0,8533 0,8498 +0,3%
USD/JPY 108,53 +0,14% 108,07 108,38 -0,2%
GBP/USD 1,3126 -0,38% 1,3082 1,3163 -1,0%
USD/CNH (Offshore) 6,9432 -0,37% 6,9751 6,9714 -0,3%
Bitcoin
BTC/USD 7.916,01 +2,56% 7.510,26 7.518,76 +9,8%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 62,50 63,27 -1,2% -0,77 +2,4%
Brent/ICE 68,07 68,91 -1,2% -0,84 +3,1%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.572,54 1.565,95 +0,4% +6,59 +3,6%
Silber (Spot) 18,34 18,15 +1,0% +0,19 +2,7%
Platin (Spot) 966,95 964,00 +0,3% +2,95 +0,2%
Kupfer-Future 2,79 2,79 -0,1% -0,00 -0,3%
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com


DJG/thl/err


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January 07, 2020 12:06 ET (17:06 GMT)

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