MÄRKTE USA/Wall Street geht wieder auf Talfahrt - Druck von Apple

(DJLL) Von DJ


NEW YORK (Dow Jones)--Nach einem Tag Verschnaufpause neigt die Wall Street am Freitag schon wieder zur Schwäche. Dem S&P-500 droht die schlimmste Woche seit Juni, dem Dow-Jones-Index die schlechteste seit März. Im frühen Handel verliert der Dow 0,7 Prozent auf 26.462 Punkte, S&P-500 und der technologielastige Nasdaq-Composite geben 0,9 bzw. 1,5 Prozent ab. Belastungsfaktoren kommen vom Technologiesektor - auch für den Gesamtmarkt. Der erneute Verzicht auf einen Ausblick des Technologieriesen Apple drückt die Stimmung. Denn die Geschäftsentwicklung bei Apple wird von Marktteilnehmern als eine Art Konjunkturindikator interpretiert. Zwar lieferte Apple trotz zum Teil rückläufiger Kennziffern Gewinn- und Umsatzzahlen über Markterwartung ab, doch der fehlende Ausblick verunsichert Anleger auch mit Blick auf den Gesamtmarkt. Der Wert verliert 3,7 Prozent. Die Konjunkturdaten des Tages spielen bislang keine Rolle.


Aber auch die Sektorschwergewichte Amazon und Facebook liegen nach durchaus gefälligen Geschäftsausweisen bis zu 2,7 Prozent im Minus. Der Amazon-Umsatz erreichte einen Rekordwert, der Gewinn schlug die Vorhersagen. Auch Facebook übertraf in der dritten Periode die Marktvorhersagen. Twitter brechen gar um 14,9 Prozent ein. Hier verschreckt das Nutzerwachstum - die guten Geschäftszahlen werden ignoriert. Insgesamt kritisieren Händler die zurückhaltenden Aussagen zum zukünftigen Geschäftsverlauf. Denn die Technologiekonzerne gelten gemeinhin als Krisengewinner.


Ausblick im Technologiesektor unsicher


"Die großen Techologiekonzerne waren die Treiber der Börsengewinne seit Sommer. Man war der Meinung, dass ihre Geschäfte durch die Pandemie unempfindlich waren - oder sogar durch sie begünstigt werden. Die Gewinne übertrafen die Erwartungen, aber da sie die Last des Marktes tragen, wurden sie bis zur Perfektion bewertet", sagt Analyst Jasper Lawler von London Capital Group. Deutlich besser ergeht es Alphabet mit einem Aufschlag von knapp 7 Prozent. Die Google-Mutter hat im dritten Quartal wieder zu einem Wachstum bei den Werbeeinnahmen zurückgefunden. Der Gesamtumsatz stieg um 14 Prozent, Gewinn und Erlöse übertrafen die Marktprognosen.


Händler sprechen insgesamt von einer schlechten Marktstimmung wegen der altbekannten Gründe wie die steigenden Corona-Infektionen und die Unsicherheit um die US-Präsidentschaftswahl. Das händeringend herbeigesehnte Konjunkturparket wird es wohl erst nach der Wahl in den USA geben. Immer mehr Staaten streichen indes angesichts der neuerlichen Coronakrise ihre Wachstumsprojektionen zusammen, die Konjunktur könnte also Hilfe brauchen.


Starbucks geben 0,8 Prozent nach. Die Kaffeehauskette verbuchte in Amerika bedingt durch die Corona-Pandemie ein flächenbereinigtes Umsatzminus von 9 Prozent. Walmart verlieren 0,2 Prozent. Der Einzelhandelsriese hatte angekündigt, aus Sicherheitsgründen in den USA sein Waffen- und Munitionssortiment aus den Verkaufsregalen zu entfernen. Die Ölmultis Chevron und Exxon Mobil haben in der dritten Periode Verluste geschrieben, während Exxon 0,8 Prozent sinken, steigen Chevron um 0,4 Prozent. Der US-Sportartikelhersteller Under Armour hat im dritten Quartal die Markterwartungen deutlich übertroffen. Zudem teilte das Unternehmen mit, dass die MyFitnessPal-Plattform für 345 Millionen Dollar verkauft wird. Die Titel schnellen um 6,8 Prozent empor.


Euro leicht erholt


Der Euro erholt sich leicht von seinem tiefsten Stand seit einem Monat, wohin er am Vortag mit den taubenhaften Äußerungen von EZB-Präsidentin Christine Lagarde gesunken war. Die Gemeinschaftswährung steigt um 0,1 Prozent auf 1,1682 Dollar


Der Goldpreis steigt um 1,1 Prozent auf 1.888 Dollar je Feinunze. Der schwächelnde Dollar stützt die Goldpreiserholung. Am Rentenmarkt passiert nicht viel, die zehnjährige Rendite zieht um 1,2 Basispunkte auf auf 0,84 Prozent an.


Die Erdölpreise zeigen sich mit Abgaben - US-Öl fällt deutlicher. US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligt sich um 1,1 Prozent auf 35,75 Dollar je Fass, europäisches Referenzöl der Sorte Brent um 0,3 Prozent auf 37,51 Dollar. Die schwache Nachfrage zwinge Raffinerien in den USA, die Auslastung weiter herunterzufahren, heißt es im Handel.


===
INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 26.462,36 -0,74 -196,75 -7,27
S&P-500 3.280,87 -0,88 -29,24 1,55
Nasdaq-Comp. 11.012,94 -1,54 -172,65 22,74
Nasdaq-100 11.165,51 -1,63 -185,23 27,85

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 0,15 0,0 0,15 -105,4
5 Jahre 0,37 0,0 0,37 -155,3
7 Jahre 0,61 2,2 0,59 -163,3
10 Jahre 0,84 1,0 0,83 -160,9
30 Jahre 1,62 1,2 1,61 -145,0

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 08:03 Uhr Do, 17:07 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1685 +0,13% 1,1683 1,1659 +4,2%
EUR/JPY 122,10 +0,02% 121,83 121,99 +0,2%
EUR/CHF 1,0692 +0,03% 1,0679 1,0686 -1,5%
EUR/GBP 0,9006 -0,23% 0,9049 0,9036 +6,4%
USD/JPY 104,50 -0,11% 104,35 104,65 -3,9%
GBP/USD 1,2972 +0,34% 1,2902 1,2902 -2,1%
USD/CNH (Offshore) 6,6853 -0,37% 6,6954 6,7195 -4,0%
Bitcoin
BTC/USD 13.247,50 -1,19% 13.189,50 13.422,25 +83,7%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 35,67 36,17 -1,4% -0,50 -36,8%
Brent/ICE 37,53 37,65 -0,3% -0,12 -38,8%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.885,70 1.866,87 +1,0% +18,84 +24,3%
Silber (Spot) 23,63 23,26 +1,6% +0,37 +32,4%
Platin (Spot) 853,30 851,00 +0,3% +2,35 -11,6%
Kupfer-Future 3,04 3,06 -0,2% -0,01 +7,7%
===


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com


DJG/DJN/flf/raz


(END) Dow Jones Newswires


October 30, 2020 09:57 ET (13:57 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.