Cloudnetzwerk Gaia-X: Huawei "seit Tag 1" dabei - Chinesen begrüßen Offenheit

(DJLL) Von DJ


BERLIN (Dow Jones)--Der chinesische Technikausrüster Huawei und der US-Konzern Palantir sind seit dem Start der Planungen an dem europäischen Cloudnetzwerk Gaia-X beteiligt. "Huawei und große US-Firmen sind in das Gaia-X-Projekt involviert und begleiten uns als Tag-1-Mitglied", teilte der Pressesprecher der Dachorganisation in Brüssel, Olivier Senot, auf eine entsprechende Anfrage von Dow Jones News mit. Huawei selbst erklärte, sie begrüße "ausdrücklich, dass das Projekt allen Unternehmen offen steht, die sich uneingeschränkt an europäische Regeln halten".


Die Cloud-Initiative könne zur digitalen Souveränität in Europa einen wichtigen Beitrag leisten, so der Sprecher der deutschen Huawei-Tochter. "Als Entwickler von Cloud-Technologie, der die strengen europäischen Cybersicherheits- und Datenschutzstandards uneingeschränkt unterstützt, hoffen wir mit unserer Expertise und und unseren Ressourcen einen Beitrag zu Gaia-X leisten zu können." Huawei habe die Hoffnung, dass Gaia-X "zu einem Vorzeigebeispiel für digitale Souveränität Europas" werden könne, "indem europäische Regeln gelten, ohne die Expertise und Innovationskraft nicht-europäischer Player auszuschließen", so der Huawei-Sprecher.


Huawei steht bereits beim Aufbau der 5G-Mobilfunktechnologie in der Kritik. Gegner fürchten, der chinesische Staat könne auf das Unternehmen zugreifen oder Technikteile für Spionage einsetzen. Auch der US-Softwareanbieter Palantir, der mit zahlreichen Regierungen und Militärs zusammenarbeitet, ist bei Datenschützern höchst umstritten. Als weitere amerikanische Firmen sind Microsoft, Google, Amazon Web Services oder VMware an Gaia-X beteiligt.


Das Ziel der europäischen Cloud war eigentlich, die digitale Souveränität Europas zu stärken. Die EU-Kommission unterstützt das Projekt im Zuge ihrer Datenstrategie, mit der die Abhängigkeit von US-Techgiganten und chinesischen Staatskonzernen verringert werden soll.


Die Organisation Gaia-X, die in der Rechtsform einer internationalen Vereinigung ohne Gewinnerzielungsabsicht - auf französisch AISBL (Association internationale sans but lucratif) - Mitte November von 22 deutsch-französischen Pionier-Unternehmen in Brüssel gegründet wurde, will weitere Fragen dazu am Donnerstag in einer Pressekonferenz beantworten. Stellung nehmen der französische Interims-Vorstand Hubert Tardieu, Berater des Atos-Chefs, und als Technikchef Boris Otto vom Dortmunder Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST.


Kontakt zur Autorin: petra.sorge@wsj.com


DJG/pso/raz


(END) Dow Jones Newswires


November 18, 2020 12:19 ET (17:19 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.