MÄRKTE ASIEN/Aussicht auf neue Stimuli treibt Börsenerholung

(DJLL) Von DJ


TOKIO/SCHANGHAI (Dow Jones)--Die Börsen in Ostasien und Australien haben am Dienstag einen Teil ihrer jüngsten Verluste wettgemacht. Die Aussicht auf weitere chinesische Wirtschaftsstimuli lasse die Anleger wieder Vertrauen fassen, sagten Marktteilnehmer. Auch der Rat der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wegen des neuartigen Coronavirus nicht in Panik zu geraten, dürfte die Gemüter beruhigt haben, hieß es vom koreanischen Broker Kiwoom Securities. Dazu kamen positive Vorgaben aus den USA.


In Schanghai, wo die Kurse am Montag nach der gut einwöchigen Feiertagspause um 7,7 Prozent eingebrochen waren, ging es nun mit dem Composite-Index um 1,4 Prozent nach oben. In Hongkong rückte der Hang-Seng-Index im späten Handel um 1,2 Prozent vor. Die Tokioter Börse schloss 0,5 Prozent im Plus. Im südkoreanischen Seoul ging es mit dem Kospi um 1,8 Prozent aufwärts. In Sydney stiegen die Kurse im Schnitt um 0,4 Prozent, nachdem die Reserve Bank of Australia ihren geldpolitischen Kurs bekräftigt, aber einen vorsichtigen Ausblick hatte.


Die chinesische Notenbank (PBoC) hatte schon am Montag Liquidität in den Markt gepumpt und legte am Dienstag nochmals nach, um die wirtschaftlichen Folgen des sich rasant ausbreitenden Coronavirus zu mildern. Volkswirte schätzen, dass das Virus, das erstmals in der chinesischen Stadt Wuhan aufgetreten war, das Wachstum im ersten Quartal zumindest massiv bremsen wird. Das in Peking ansässige Beratungsunternehmen Plenum hält sogar eine Schrumpfung für möglich, nachdem viele Unternehmen ihre Mitarbeiter in Zwangsurlaub geschickt und die Produktion unterbrochen haben. Auch der Tourismus verzeichnet deutliche Einbußen. Plenum rechnet mit weiteren geldpolitischen Lockerungen der PBoC in den kommenden Tagen.


Kasinoschließungen belasten Betreiberaktien


Im chinesischen Spielerparadies Macau sollen nach dem Willen der örtlichen Behörden die Kasinos geschlossen bleiben, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Die Aktien der Kasinobetreiber Sands China, Wynn Macau und Galaxy Entertainment fielen gegen die positive Tendenz zwischen 2,1 und 2,6 Prozent, hatten zeitweise aber noch stärker nachgegeben.


Index-Schwergewicht Tencent stieg in Hongkong um 2,9 Prozent. Beobachter verwiesen auf die Kursgewinne der Tencent-ADR im US-Handel am Vorabend. Überdies hatte Nomura das Kursziel für Tencent erhöht und die Kaufempfehlung bekräftigt.


Daneben ging die Bilanzsaison weiter. Panasonic sprangen in Tokio um gut 10 Prozent nach oben, nachdem das Unternehmen den Gewinn in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahrs gesteigert hatte. Auch die Zahlen von Murata Manufacturing kamen gut an. Die Aktie rückte um 4,3 Prozent vor.


In Sydney verbesserten sich ANZ um 1,5 Prozent. Morgan Stanley hatte die Aktie auf "Overweight" hochgestuft. Commonwealth Bank fielen um 0,3 Prozent nach der Abstufung auf "Underperform" durch Credit Suisse.


Yuan mit Erholung


Am Devisenmarkt erholte sich der Yuan im Sog der chinesischen Aktienmärkte von den Vortagesverlusten. Der Dollar fiel wieder unter die psychologisch wichtige 7-Yuan-Marke zurück auf 6,9890 Offshore-Yuan. Der täglich von der Notenbank fixierte Onshore-Yuan legt ebenfalls zu, von 7,0215 je Dollar am Vorabend auf 6,9891.


Die Analysten von Goldman Sachs (GS) sind wegen der potenziellen kurzfristig negativen Auswirkungen der Epidemie für die chinesische Landeswährung nur noch neutral gestimmt. Die zuvor noch "relativ bullische" Sichtweise habe auf der Erwartung eines sich moderat beschleunigenden Wachstums in den nächsten Quartalen basiert wegen des Phase-1-Handelsabkommens mit den USA und darauf, dass es zu starken Zuflüssen am Anleihe- und Aktienmarkt kommen werde.


Wegen des sich ausweitenden Coronavirus und den davon ausgehend zunehmenden Störungen der wirtschaftlichen Aktivität in China sehen die Experten den Dollar in drei Monaten nun bei 6,90 Yuan, nachdem sie zuvor noch von 6,85 ausgegangen waren.


Die Ölpreise machten derweil etwas Boden gut. In den vergangenen Tagen hatte die Angst vor einer Konjunkturdelle als Folge des Coronavirus und einer damit einhergehenden Nachfrageflaute die Preise auf Talfahrt geschickt. Auch am Montag ging es nochmals steil abwärts, obwohl Saudi-Arabien erwägt, die Fördermenge zu drosseln. Der Preis für ein Barrel der global gehandelten Sorte Brent stieg um 0,4 Prozent auf 54,67 Dollar.


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Index (Börse) zuletzt +/- % % YTD Ende
S&P/ASX 200 (Sydney) 6.948,70 +0,37% +3,96% 06:00
Nikkei-225 (Tokio) 23.084,59 +0,49% -2,89% 07:00
Kospi (Seoul) 2.157,90 +1,84% -1,81% 07:00
Schanghai-Comp. 2.783,29 +1,34% -8,75% 08:00
Hang-Seng (Hongk.) 26.673,66 +1,20% -6,45% 09:00
Straits-Times (Sing.) 3.157,86 +1,33% -2,14% 10:00
KLCI (Malaysia) 1.539,59 +1,16% -4,21% 10:00

DEVISEN zuletzt +/- % 00:00 Mo, 8:50 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1052 -0,1% 1,1060 1,1075 -1,5%
EUR/JPY 120,32 +0,1% 120,17 120,35 -1,3%
EUR/GBP 0,8522 +0,1% 0,8509 0,8422 +0,7%
GBP/USD 1,2970 -0,2% 1,2998 1,3150 -2,1%
USD/JPY 108,85 +0,2% 108,66 108,67 +0,1%
USD/KRW 1186,96 -0,3% 1190,39 1193,01 +2,8%
USD/CNY 6,9908 -0,4% 7,0215 7,0130 +0,4%
USD/CNH 6,9894 -0,4% 7,0160 7,0109 +0,3%
USD/HKD 7,7691 +0,0% 7,7664 7,7684 -0,3%
AUD/USD 0,6717 +0,4% 0,6690 0,6705 -4,2%
NZD/USD 0,6468 +0,1% 0,6461 0,6471 -3,9%
Bitcoin
BTC/USD 9.284,51 +0,3% 9.260,01 9.343,75 +28,8%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 50,46 50,11 +0,7% 0,35 -17,0%
Brent/ICE 54,67 54,45 +0,4% 0,22 -16,3%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.573,76 1.576,85 -0,2% -3,09 +3,7%
Silber (Spot) 17,76 17,70 +0,3% +0,06 -0,5%
Platin (Spot) 975,70 968,25 +0,8% +7,45 +1,1%
Kupfer-Future 2,55 2,51 +1,6% +0,04 -9,0%
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February 04, 2020 02:41 ET (07:41 GMT)

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