XETRA-SCHLUSS/DAX erholt nach "Whatever it takes 2.0"

(DJLL) Von DJ


FRANKFURT (Dow Jones)--Mit Aufschlägen hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag geschlossen. Hauptgrund hierfür war die Ankündigung eines Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) durch die EZB, was am Markt als ein "Whatever it takes 2.0" interpretiert wurde. Das neue Programm hat ein Volumen von zunächst 750 Milliarden Euro und wird bis mindestens Ende 2020 laufen. Daneben senkte die Bank of England erneut die Leitzinsen und erhöhte das Volumen der Anleihekäufe.


Der Einbruch des Philadelphia-Fed-Index machte die Anleger am Nachmittag genauso wenig nervös wie dies am Vormittag nach dem Einbruch des ifo-Geschäftsklimaindex der Fall gewesen war. Im Handel war von einem gewissen Gewöhnungseffekt die Rede. Analysten wiesen zudem darauf hin, dass den Einbrüchen der Daten in den kommenden Wochen noch zahlreiche weitere folgen werden. Der DAX gewann 2 Prozent auf 8.610 Punkte.


ifo mit stärkstem Einbruch seit 2009


Der ifo-Geschäftsklimaindex ist im März drastisch auf 87,7 von 96 eingebrochen und damit auf den tiefsten Stand seit 2009. Nach Einschätzung der Commerzbank deutet der Index darauf hin, dass Deutschlands Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Halbjahr "drastisch" zurückgehen wird. Der Philadelphia-Fed-Index stürzte derweil im März auf minus 12,7 von 36,7 Punkten ab und blieb damit weit unter der Prognose von 9.


Aus der Immobilienbranche legte Patrizia gute Zahlen vor, erhöhte die Dividende und startet einen Aktienrückkauf. Daneben bestätigte Vonovia, ausreichend Barmittel zu besitzen. Der Ausblick auf 2020 wurde bekräftigt. Patrizia verloren dennoch 0,5 Prozent, während es für Vonovia nach volatilem Verlauf um 6,8 Prozent nach oben ging. Deutsche Euroshop verloren 4,1 Prozent. Das Unternehmen hat die Dividende ausgesetzt.


Adidas erholten sich von dem jüngsten Ausverkauf mit einem Plus von 6,1 Prozent - trotz Coronakrise ist das Unternehmen zuversichtlich mit Blick auf die Wachstumsaussichten. Auch MTU Aero erholten sich mit Aufschlägen von 15,5 Prozent. Hier half auch eine Kaufempfehlung der Citigroup. Munich Re stiegen um 11,5 Prozent - auch gestützt von Aussagen der niederländischen Aegon. Wegen der Coronavirus-Krise sei es bislang zu keinen größeren Schadensforderungen gekommen.


Heidelbergcement brachen um 5,9 Prozent ein. Der Konzern hat bei Vorlage seiner Zahlen die Dividende angehoben, gibt allerdings keine Prognose für 2020 ab. Noch zu Jahresbeginn habe es nach leichtem Wachstum bei Umsatz und operativem Ergebnis ausgesehen, teilte der Baustoffkonzern mit.


Bei Osram scheint es kein Halten zu geben


Als gut wurden die Jahreszahlen für 2019 von Morphosys im Handel beschrieben. Die Aktie gewann 2,9 Prozent. Die Geschäftsschließungen bei Hugo Boss und der entsprechend kassierte Jahresausblick überraschten kaum, wie Händler sagten. Aber die Titel verloren dennoch nochmals 7,3 Prozent. Siemens Healthineers gewannen 9,7 Prozent. Trotz Corona laufe das Geschäft stabil.


Für die Osram-Aktie scheint es kein Halten mehr zu geben. Das Papier brach um weitere 17,8 Prozent auf 22,20 Euro ein. Die Aktie schloss damit fast die Hälfte unter dem AMS-Gebotspreis von 41 Euro. Osram wurden nach Angaben aus dem Handel gleich von zwei Seiten in die Zange genommen. Zum einen habe das Unternehmen am Vortag im späten Geschäft die Prognose kassiert. Zum anderen glaubten die Anleger offenbar nicht mehr an eine Übernahme durch AMS.


Umgesetzt wurden im Xetra-Handel bei den DAX-Werten rund 205,5 (Vortag: 207,6) Millionen Aktien im Wert von rund 6,43 (Vortag: 6,57) Milliarden Euro. Es gab 19 Kursgewinner und elf -verlierer.


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INDEX zuletzt +/- % +/- % YTD
DAX 8.610,43 +2,00% -35,01%
DAX-Future 8.617,50 +1,67% -34,36%
XDAX 8.622,39 +1,79% -34,35%
MDAX 18.559,78 +3,63% -34,45%
TecDAX 2.273,21 +3,22% -24,60%
SDAX 8.065,22 +0,87% -35,54%
zuletzt +/- Ticks
Bund-Future 168,11 -108
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March 19, 2020 12:54 ET (16:54 GMT)

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