MÄRKTE EUROPA/Börsen bauen Verluste kräftig aus

(DJLL) Von DJ


FRANKFURT (Dow Jones)--Europas Börsen bauen am Donnerstagmittag die Verluste aus. Und das obgleich, die US-Politik ein milliardenschweres Notfallpaket verabschiedet hat, um die Auswirkung des Coronavirus auf das Wirtschaftswachstum zu bekämpfen. Dazu kommen weitere geldpolitische Lockerungen rund um den Globus. So hat der Internationale Währungsfonds (IWF) klargemacht, dass seine Kreditprogramme jederzeit für Maßnahmen gegen das Coronavirus genutzt werden können.


Die Skepsis bei den Anlegern sitzt aber tief, wie weit diese Maßnahmen ausreichen werden, um die Wirtschaft stützen zu können. Insbesondere von einer Verlangsamung des Coronavirus-Ausbruchs außerhalb Chinas kann keine Rede sein kann. Im Gegenteil: Die Nachricht, dass Italien alle Schulen und Universitäten geschlossen hat, sorgt für Verunsicherung. Der DAX gibt um 1,8 Prozent auf 11.916 Punkte nach, für den Euro-Stoxx-50 geht es um 1,9 Prozent auf 3.357 Punkte nach unten.


Öl-Aktien stehen am Donnerstag in Europa unter Druck. Die Aussicht auf eine Konjunkturschwäche drückt weiter den Ölpreis. Dazu belasten schwache Zahlen und Ausblicke aus der Branche. So hat Premier Oil 2019 höhere Abschreibungen vorgenommen und erwartet für 2020 weiter schwächere Ölpreise als Folge der Virus-Epidemie. Aktien von Premier Oil fallen 7,5 Prozent, Tullow Oil 5,5 Prozent, TGS Nopec 3,8 Prozent oder OMV 1 Prozent.


Milliardenabschreibung bei Continental


Belastet vom schwächeren Automarkt und einer Milliardenabschreibung hat Continental (minus 10,7 Prozent) vergangenes Jahr bei stabilen Umsätzen einen hohen Verlust verzeichnet. Der Fehlbetrag fiel mit 1,23 Milliarden Euro zudem deutlich höher aus als am Markt befürchtet. Den Aktionären will der DAX-Konzern aber trotz des Verlusts eine Dividende von 4,00 Euro nach 4,75 Euro je Aktie im Vorjahr zahlen. Für das laufende Jahr rechnet der Autozulieferer mit keiner Besserung.


Nach gemischten Ergebnissen geben Prosieben um 7,7 Prozent nach. Aber auch andere Unternehmen aus dem Sektor überzeugen nicht: ITV brechen um 10,9 Prozent ein. Der britische TV-Sender warnt nun, dass der Umsatz im April um rund 10 Prozent fallen könnte, nachdem Unternehmen aus der Reisebranche Werbekampagnen zunächst gestrichen haben.


Auch die Henkel-Aktie verliert deutlich mit Abgaben von 3,9 Prozent. Die UBS spricht von einer enttäuschenden EBIT-Marge. Alle Sparten seien als Folge des Restrukturierungsplans hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Der Konzernumbau habe höhere Investitionen zur Folge und wirke sich außerdem operativ negativ aus.


Vonovia hat im abgelaufenen Jahr operativ mehr verdient und den oberen Rand der eigenen Gewinn-Prognose übertroffen. Allerdings zeigt der Ausblick nach Einschätzung von Jefferies die Belastung durch den Mietendeckel. Die Aktie verliert 1,4 Prozent.


Merck gewinnen dagegen nach besseren Zahlen 1,8 Prozent. Ein klarer Minuspunkt sei aber, so die DZ Bank, dass es keine quantitative Prognose gegeben habe. Dies entspreche nicht dem Industriestandard. Zumal Merck traditionell sehr spät berichte und damit beim Ausblick einen Vorteil gegenüber den Wettbewerbern habe.


Drägerwerk kein echter Profiteur von Coronavirus-Epidemie


Nach endgültigen Zahlen geht es für Drägerwerk um 3,8 Prozent nach unten. Laut Warburg ist das Unternehmen nur bedingt Profiteur der Corona-Krise. Die mögliche Auswirkung des Geschäfts mit Atemschutzmasken halten die Analysten für eher begrenzt, weil es nur etwa 1 Prozent des Gesamtumsatzes ausmache.


In der DAX-Indexfamilie kommt es zu zahlreichen Änderungen. Die Aktien von HelloFresh werden in den MDAX aufgenommen und ersetzen dort die Titel von Dialog Semiconductor - basierend auf der Fast-Exit-Regel. In den SDAX rücken Godewind Immobilien, Steinhoff International, Adler Real Estate und SNP Schneider-Neureither & Partner. Sie ersetzen SGL Carbon (Fast Exit), Dr. Hönle (Fast Exit) und Heidelberger Druckmaschinen AG (Regular Exit).


Neu in TecDAX aufgenommen werden Isra Vision und ersetzen dort Dialog Semiconductor - basierend auf der Fast-Exit-Regel. Für etwas Kopfschütteln sorgt der Aufstieg von Godewind in den SDAX und Isra-Vision in den TecDAX mit Blick auf die Index-Kontinuität. Denn für beide Unternehmen laufen Übernahme-Angebote, so dass bei einem sinkenden Streubesitz die Aktien schnell wieder die Indizes verlassen könnten - so wie jüngst Comdirect.


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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.357,04 -1,86 -63,52 -10,36
Stoxx-50 3.128,33 -1,43 -45,34 -8,07
DAX 11.915,85 -1,75 -211,84 -10,06
MDAX 25.589,38 -1,92 -501,95 -9,62
TecDAX 2.903,12 -1,62 -47,80 -3,71
SDAX 11.409,14 -1,76 -203,87 -8,81
FTSE 6.695,88 -1,76 -119,71 -9,64
CAC 5.361,02 -1,90 -103,87 -10,32

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,64 0,00 -0,88
US-Zehnjahresrendite 0,96 -0,10 -1,72

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 7:40 Uhr Mi, 17:15 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1177 +0,39% 1,1138 1,1136 -0,3%
EUR/JPY 119,45 -0,26% 119,51 119,55 -2,0%
EUR/CHF 1,0647 -0,05% 1,0653 1,0646 -1,9%
EUR/GBP 0,8659 +0,07% 0,8648 0,8692 +2,3%
USD/JPY 106,88 -0,64% 107,30 107,36 -1,7%
GBP/USD 1,2909 +0,33% 1,2880 1,2810 -2,6%
USD/CNH (Offshore) 6,9387 +0,22% 6,9340 6,9215 -0,4%
Bitcoin
BTC/USD 9.079,51 +3,79% 8.917,76 8.684,26 +25,9%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 46,83 46,78 +0,1% 0,05 -22,5%
Brent/ICE 51,39 51,13 +0,5% 0,26 -20,6%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.647,96 1.636,85 +0,7% +11,11 +8,6%
Silber (Spot) 17,23 17,25 -0,1% -0,02 -3,5%
Platin (Spot) 865,45 876,60 -1,3% -11,15 -10,3%
Kupfer-Future 2,58 2,59 -0,2% -0,00 -7,8%
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March 05, 2020 06:49 ET (11:49 GMT)

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