MÄRKTE ASIEN/Kursgewinne - BoJ weitet Anleihekäufe aus

(DJLL) Von DJ


TOKIO/SCHANGHAI (Dow Jones)--Mit Aufschlägen sind die Börsen in Ostasien und Australien in die neue Woche gestartet. In China hat sich der Rückgang der Industriegewinne im März verlangsamt, und in Japan greift die Notenbank der heimischen Wirtschaft mit weiteren geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen unter die Arme. Daneben stützte die Hoffnung auf eine baldige Lockerung der wegen der Coronavirus-Pandemie verhängten Einschränkungen die Kurse.


An der Tokioter Börse stieg der Nikkei-225-Index um 2,7 Prozent auf 19.783 Punkte. Die Bank of Japan (BoJ) hat im Anschluss an ihre Zinssitzung am Montag den unbegrenzten Kauf japanischer Staatsanleihen angekündigt, um die Zehnjahresrendite bei etwa 0,0 Prozent zu halten. Bisher hatte die Notenbank den Kauf von Staatsanleihen für etwa 80 Billionen Yen im Jahr vorgesehen. Außerdem stockte die BoJ das Volumen der Käufe von Unternehmensanleihen und sogenannter Commercial Paper von gut 7 auf 20 Billionen Yen (ca. 170 Milliarden Euro) auf. Die Zinsen ließ die BoJ erwartungsgemäß unverändert. Daneben hat die japanische Regierung dem Parlament den Entwurf eines Nachtragshaushalts im Volumen von 25,69 Billionen Yen zur Bekämpfung der Corona-Krise vorgelegt.


Trotz der neuerlichen geldpolitischen Lockerung der BoJ legte die japanische Landeswährung Yen etwas zu. Commerzbank-Devisenexperte Ulrich Leuchtmann erklärt die Kursreaktion des Yen damit, dass einige Marktteilnehmer geglaubt hätten, die BoJ werde "ein expansives Kaninchen aus dem Hut zaubern", und nun enttäuscht seien. Die nun beschlossenen 20 Billionen Yen hörten sich viel an, verglichen mit 480 Billionen Yen an japanischen Staatsanleihen, die die BoJ derzeit halte, sei es geldpolitisch aber keine wirkliche "Bazooka". Die Förderung von Krediten in der Corona-Krise sei mikroökonomisch aber gleichwohl wahrscheinlich richtig und wichtig.


In Schanghai gab der Composite-Index anfangs deutlichere Gewinne ab und schloss 0,3 Prozent höher, nachdem die Gewinne der chinesischen Industrie im März nicht mehr ganz so drastisch geschrumpft sind wie in den beiden Monaten davor. Vor allem bei privaten Unternehmen hat sich der Gewinnrückgang verlangsamt. Der Hang-Seng-Index stieg in Hongkong im späten Handel um rund 2 Prozent.


Die chinesischen Konjunkturdaten stützten auch den Yuan etwas. Devisenanalyst Hao Zhou von der Commerzbank wollte die Daten allerdings nicht überbewerten. Die kleine Verbesserung im März bedeutet seiner Meinung nach keineswegs, dass sich die Lage in China aufhellt. Er verwies darauf, dass viele chinesische Konjunkturdaten nicht richtig saisonbereinigt seien.


Die Börse in Sydney ging 1,5 Prozent höher aus dem Handel. Bankenwerte standen gegen die positive Tendenz unter Druck, nachdem die National Australia Bank (NAB) die Zwischendividende gesenkt und eine Kapitalerhöhung angekündigt hatte. NAB waren vom Handel ausgesetzt. Befürchtungen ähnlicher Maßnahmen drückten die Kurse der Wettbewerber ANZ und Westpac um 2,3 und 4,4 Prozent.


Im südkoreanischen Seoul rückte der Kospi um 1,8 Prozent vor. Korean Air Lines gewannen 0,5 Prozent. Staatliche Banken hatten der Fluggesellschaft am Wochenende Finanzhilfe zugesagt. Die Aussicht auf baldige Lockerungen der Kontaktverbote verhalf den Aktien südkoreanischer Einzelhandelsunternehmen zu Kurssprüngen. GS Retail und Lotte Shopping verteuerten sich um 17 und 14 Prozent.


Fanuc und Advantest nach Zahlenausweis gesucht


Daneben stand die Bilanzsaison im Blick. In Tokio sprangen Fanuc um rund 12 Prozent nach oben, nachdem das Unternehmen für sein viertes Geschäftsquartal einen Anstieg des Auftragseingangs gemeldet hatte. Advantest hat im vierten Geschäftsquartal ebenfalls deutlich höhere Ordereingänge verzeichnet und überdies mehr verdient, als Analysten erwartet hatten. Die Aktie rückte um 8,4 Prozent vor. Eine Gewinnwarnung drückte derweil den Kurs des Autozulieferers Denso um 2,3 Prozent.


In Schanghai fiel die Aktie des Bergbaukonzerns Zijin Mining um 9,2 Prozent. Das Unternehmen hat die Prognose für die diesjährige Goldförderung gesenkt, nachdem die Regierung von Papua Neuguinea den Pachtvertrag für die Goldmine Porgera nicht verlängert hatte.


Am Ölmarkt ging es mit dem Preis für den derzeit marktführenden Juni-Kontrakt der US-Sorte WTI um 13,8 Prozent steil abwärts auf 14,60 Dollar je Barrel. Die global gehandelte Sorte Brent verbilligte sich um 5,8 Prozent auf 20,20 Dollar. Mit Blick auf den WTI-Preis hieß es von Axicorp, Anleger schichteten wohl in die weniger volatilen Kontrakte mit späterer Fälligkeit um. Ansonsten warteten die Akteure am Ölmarkt auf Nachrichten dazu, ob und wie sich die Produzenten auf die von der Opec+ beschlossenen Förderkürzungen vorbereiteten, die ab 1. Mai in Kraft treten.


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S&P/ASX 200 (Sydney) 5.321,40 +1,50% -20,39% 08:00
Nikkei-225 (Tokio) 19.783,22 +2,71% -18,58% 08:00
Kospi (Seoul) 1.922,77 +1,79% -12,51% 08:00
Schanghai-Comp. 2.815,49 +0,25% -7,69% 09:00
Hang-Seng (Hongk.) 24.295,86 +1,95% -15,27% 10:00
Taiex (Taiwan) 10.569,30 +2,14% -11,90% 07:30
Straits-Times (Sing.) 2.552,11 +1,35% -21,86% 11:00
KLCI (Malaysia) 1.376,72 +0,50% -13,78% 11:00
BSE (Mumbai) 32.015,94 +2,20% -22,49% 12:00

DEVISEN zuletzt +/- % 00:00 Fr, 10:19 % YTD
EUR/USD 1,0841 +0,2% 1,0822 1,0749 -3,3%
EUR/JPY 116,16 -0,2% 116,40 115,80 -4,7%
EUR/GBP 0,8718 -0,4% 0,8751 0,8729 +3,0%
GBP/USD 1,2435 +0,5% 1,2367 1,2318 -6,2%
USD/JPY 107,15 -0,4% 107,55 107,69 -1,4%
USD/KRW 1226,64 -0,3% 1230,62 1234,79 +6,2%
USD/CNY 7,0776 -0,1% 7,0819 7,0802 +1,6%
USD/CNH 7,0830 -0,1% 7,0917 7,0911 +1,7%
USD/HKD 7,7501 -0,0% 7,7507 7,7511 -0,5%
AUD/USD 0,6458 +1,1% 0,6386 0,6351 -7,9%
NZD/USD 0,6063 +0,9% 0,6012 0,5987 -9,9%
Bitcoin
BTC/USD 7.682,01 +0,7% 7.632,26 7.547,26 +6,5%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 14,60 16,94 -13,8% -2,34 -75,4%
Brent/ICE 20,20 21,44 -5,8% -1,24 -68,5%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.719,03 1.728,64 -0,6% -9,62 +13,3%
Silber (Spot) 15,21 15,24 -0,2% -0,03 -14,8%
Platin (Spot) 764,60 766,50 -0,2% -1,90 -20,8%
Kupfer-Future 2,36 2,34 +1,1% +0,03 -15,9%
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April 27, 2020 03:48 ET (07:48 GMT)

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