MÄRKTE EUROPA/Börsen drehen deutlich ins Minus - Shell schwach

(DJLL) Von DJ


FRANKFURT (Dow Jones)--Die europäischen Aktienmärkte notieren am Donnerstagnachmittag deutlich im Minus. Am Vormittag gab es bereits schwache Wirtschaftsdaten aus Europa. So schrumpfte die Wirtschaft des Euroraums im ersten Quartal 2020 unter der Einwirkung der Corona-Pandemie um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Dabei ist zu beachten, dass der Shutdown erst Anfang März schrittweise umgesetzt wurde. Damit dürfte das 2. Quartal deutlich stärker einbrechen.


"Dies ist erst der Auftakt für die schwerste Rezession in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg", so Christian Lips, Volkswirt der NordLB. Die Wirtschaftsstimmung sei im April so dramatisch eingebrochen wie noch nie seit dem Beginn der Erhebung. Parallel haben sich die Beschäftigungsperspektiven massiv verschlechtert. Im zweiten Quartal drohe ein beispielloser BIP-Rückgang, im Gesamtjahr 2020 erwartet die NordLB für die Eurozone einen Einbruch der realen Wirtschaftsleistung um fast 9 Prozent zum Vorjahr. Die Wirtschaftspolitik ist gefordert, weitere Schritte zur Stabilisierung der europäischen Wirtschaft zu ergreifen.


Mit den ersten Aussagen aus dem Hause der Europäischen Zentralbank kam massiver Verkaufsdruck an die Aktienmärkte. Als eine Enttäuschung wurde bei einigen Marktteilnehmern aufgenommen, dass die EZB das Volumen der sogenannten PEPP-Käufe zum aktuellen Zeitpunkt nicht aufstocke. Aber auch enttäuschende Wirtschaftsdaten aus den USA lieferten einen Grund, vor dem langen Wochenende Aktien zu verkaufen.


Der DAX notiert 1,5 Prozent tiefer bei 10.932 Punkten, für den Euro-Stoxx-50 geht es 1,8 Prozent auf 2.941 Punkte nach unten. Der Euro handelt bei 1,0863 Dollar. Für die Einzelwerte lieferte einmal mehr die Berichtssaison die Impulse.


Shell brechen nach Dividendenkürzung ein


Um 11 Prozent stürzen die Aktien von Royal Dutch Shell in London ab. Mit der ersten Dividendenkürzung seit dem Zweiten Weltkrieg hat der Ölkonzern Investoren an ihrer schwächsten Stelle getroffen. Für das Unternehmen sei das richtig, für die Aktie eher nicht, urteilen die Analysten der Citi.


Reckitt-Benckiser springen dagegen dank starker Zahlen um 3,2 Prozent an. Die Haushaltsgüter des Sagrotan-Herstellers waren dank Hortung und Hamsterkäufen quer durch die Bank gesucht. Auch hier explodierte der Umsatz förmlich um 12,3 Prozent im Quartal.


BASF verlieren nach Zahlen knapp 5 Prozent. Die Aufrechterhaltung des Dividendenvorschlags sei positiv, heißt es von den Analysten der Citi. BASF tue das Richtige und wandle sich wieder in ein dynamischeres und wettbewerbsfähigeres Unternehmen. Belastend wirkt allerdings, dass der Chemiekonzern den Ausblick zurückgezogen hat. "BASF rechnet für das zweite Halbjahr nur mit einer langsamen Erholung", ergänzt ein Händler.


Besser als erwartet sind auch die Quartalszahlen der Deutschen Börse ausgefallen, sowohl auf der Umsatz- wie auch der Ergebnisseite. Gefallen dürften die Anleger an dem starken strukturellen Wachstum der Nettoerlöse gefunden haben. Wie erwartet wurde der Ausblick auf das laufende Jahr bestätigt. Die Aktie legt um 1,2 Prozent zu.


Societe Generale mit Gewinnwarnung


Für die Aktie der Societe Generale geht es um 8 Prozent nach unten. Die Zahlen zum ersten Quartal enthalten nicht nur die "angesichts der Lage verzeihbare" Risikovorsorge, sondern haben auch schwach im Investmentbanking abgeschnitten. Da wurde viel Geld im Handel mit Aktien und Anleihen verloren, ist an der Börse zu hören. Auch machten die Franzosen wenig Hoffnung, dass sich das Geschäft bald zum Besseren wandele. Aus dem Sektor gibt es weitere negative Überraschungen. So muss die spanischen BBVA (minus 6,2 Prozent) Milliarden abschreiben und auch Lloyds (minus 7,8 Prozent) enttäuschte mit den Zahlen. Der Sektor der Banken stellt mit einem Minus von 3,8 Prozent den Verlierer.


Mit schwachen Zahlen hat sich die französische Senderkette TF1 (minus 3 Prozent) gezeigt. Die wichtigen Werbeeinnahmen brachen um 9,7 Prozent ein. Nach der Dividende wurde nun auch der Ausblick ausgesetzt. Auch RTL leidet unter dem schwachen Werbemarkt - die Aktie verliert 4 Prozent.


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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 2.931,90 -2,14 -64,18 -21,71
Stoxx-50 2.868,66 -1,72 -50,10 -15,70
DAX 10.901,04 -1,86 -206,70 -17,72
MDAX 23.115,27 -1,24 -290,78 -18,36
TecDAX 2.863,02 -0,58 -16,68 -5,04
SDAX 10.378,08 -1,81 -191,66 -17,05
FTSE 5.945,80 -2,77 -169,45 -18,92
CAC 4.580,07 -1,95 -91,04 -23,39

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,57 -0,08 -0,81
US-Zehnjahresrendite 0,60 -0,03 -2,08

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:24 Mi, 17:38 Uhr % YTD
EUR/USD 1,0871 -0,03% 1,0866 1,0848 -3,1%
EUR/JPY 115,79 -0,14% 115,66 115,74 -5,0%
EUR/CHF 1,0551 -0,42% 1,0587 1,0572 -2,8%
EUR/GBP 0,8676 -0,51% 0,8713 0,8731 +2,5%
USD/JPY 106,55 -0,09% 106,60 106,68 -2,0%
GBP/USD 1,2526 +0,43% 1,2471 1,2426 -5,5%
USD/CNH (Offshore) 7,0625 -0,15% 7,0566 7,0812 +1,4%
Bitcoin
BTC/USD 8.861,01 -0,06% 9.274,51 8.344,76 +22,9%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 17,58 15,06 +16,7% 2,52 -70,4%
Brent/ICE 25,65 22,54 +13,8% 3,11 -60,0%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.702,53 1.712,65 -0,6% -10,12 +12,2%
Silber (Spot) 15,09 15,40 -2,0% -0,31 -15,5%
Platin (Spot) 778,85 778,45 +0,1% +0,40 -19,3%
Kupfer-Future 2,35 2,37 -1,1% -0,03 -16,3%
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April 30, 2020 10:30 ET (14:30 GMT)

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