MÄRKTE EUROPA/Kurse setzen sich - Kurssprung bei Aareal Bank

(DJLL) Von DJ


FRANKFURT (Dow Jones)--Die europäischen Aktienmärkte sind am Mittwoch leichter gestartet. Händler sprechen von einer Konsolidierung nach den jüngsten massiven Gewinnen. Die Nachrichtenlage ist dünn, die Berichtssaison liefert nur noch vereinzelt Impulse. Die Vorgabe der Wall Street ist ungünstig. Dort waren de Kurse im Späthandel unter Druck geraten, belastet von einem Kommentar auf der US-Gesundheits-Website Stat News, der Zweifel an der Wirksamkeit des Impfstoffes von Moderna geschürt hatte, der zuvor stark die Kauflaune geschürt hatte. Moderna hatte aber selbst schon mitgeteilt, dass der Impfstoff bei einigen Probanden eine Immunreaktion hervorgerufen habe, aber nicht bei allen.


Vor dem "langen Wochenende" sei zudem mit Gewinnmitnahmen nach der Aufwärtsbewegung der vergangenen Wochen zu rechnen. Am morgigen Himmelfahrtstag haben einige europäische Börsen wie Zürich geschlossen, am Montag kommender Woche pausiert der Handel an der Wall Street und in London.


Der DAX gibt um 0,6 Prozent nach auf 11.012 Punkte, der Euro-Stoxx-50 notiert ebenfalls 0,6 Prozent leichter bei 2.884 Zählern.


Die Börsen in Mailand und in Madrid liegen erneut im Hinterfeld. "Die Unsicherheit um den Wiederaufbau-Fonds belastet die südeuropäischen Börsen", meint ein Händler. Besonders aus Skandinavien, Österreich und den Niederlanden kommt erheblicher Widerstand, weil das Paket als Einstieg in eine Fiskalunion gewertet wird. Eine Verabschiedung wäre dagegen sehr positiv: "Kommt der Fonds, dürfte das Europas Börsen und auch dem DAX einen kräftigen Schwung verleihen", so Konstantin Oldenburger von CMC Markets.


Aareal-Trennungsplan kommt gut an


Die Aktie der Aareal Bank steigt um rund 10 Prozent. Positiv wird an der Börse aufgenommen, dass die Bank nun eine Minderheit der IT-Tochter Aareon verkaufen will. Das löse Spekulationen aus, dass der Wert der Aareal Bank insgesamt steige, so ein Marktteilnehmer. Der Wert von Aareon sei vor der Krise auf eine halbe Milliarde Euro geschätzt worden, und der IT-Sektor gelte als Krisengewinner. Schon seit langem fordern aktivistischen Investoren die Bank zu diesem Schritt auf, der bisher aber abgelehnt wurde. Noch im November bekräftigte Aareal-Bank-Chef Merkens, dass Aareon ein integraler Bestandteil der Gruppe sei.


Die Schwäche in Deutsche Telekom setzt sich fort. Der Kurs fällt um 1,0 Prozent. Mit der Unsicherheit um den Anteil der Softbank an T-Mobile-US verlor letztere Aktie im US-Handel 3,2 Prozent. Am Dienstag waren Wettbewerberaktien wie Telefonica und Telecom Italia mit Kurseinbrüchen bis fast 10 Prozent aufgefallen, unter anderem wegen schwacher Zahlen des italienischen Konzerns. Beide rutschen weiter ab, Telecom Italia um über 6 und Telefonica um knapp 3 Prozent. Der Stoxx-Telekomindex gibt derweil lediglich um 0,7 Prozent nach.


Um 5,2 Prozent abwärts geht es für CTS Eventim. Die Kontaktsperren wegen der Corona-Pandemie belasten den Event-Veranstalter und Ticket-Anbieter erheblich. Der operative Gewinn brach im ersten Quartal um über drei Viertel ein, nachdem das Geschäft im März wegen der Absage von Veranstaltungen praktisch zum Erliegen gekommen war. Eine neue konkrete Prognose für das laufende Geschäftsjahr traut sich der MDAX-Konzern wegen der herrschenden Unsicherheit nach wie vor nicht zu.


Weil das Bundesverkehrministerium ein Förderprogramm plant, um Gütertransporte von der Straße auf die Schiene zu bringen, sehen Händler Potenzial bei Aktien von im Schienenverkehr tätigen Unternehmen. Dazu zählen unter anderen Vossloh, Siemens, Alstom, IVU Traffic, Schaltbau oder Knorr Bremse. Alstom liegen knapp im Plus, ebenso Vossloh. IVU steigen um 3,4 Prozent erneut deutlich. Der IT-Spezialist für Verkehr hatte am Vortag mitgeteilt, seine Tochter IVU.elect, die auf die Durchführung von Wahlen spezialisiert ist zu verkaufen, wodurch die Gewinnprognose stieg.


Fluglinienakten schwach - Rolls Royce streicht 9.000 Stellen


Die Analysten von Bernstein bezeichnen die Auswirkungen von Covid-19 auf die europäischen Fluglinien als beispiellos. Der Flugverkehr innerhalb, nach und von Europa sei zum Erliegen gekommen und werde auch nur allmählich wieder aufgenommen. Dies ist eine Situation, die kein Vorstand einer Fluglinie jemals für möglich gehalten haben dürfte. Die größten europäischen Fluglinien hält Bernstein aber für ausreichend gerüstet, um zu überleben und langfristig zu profitieren. Ryanair (minus 1,3 Prozent) und Wizz (minus 1,5 Prozent) seien am besten positioniert. IAG (minus 3,5 Prozent)und Easyjet (minus 2,5 Prozent) könnten die Krise aus eigener Kraft überstehen. Die Bilanzen von Air France-KLM (minus 4,4 Prozent) und Lufthansa (minus 2,8 Prozent) dürften jedoch stärker betroffen sein.


In London verbilligen sich Rolls Royce um 4 Prozent. Der Triebwerkshersteller will im Zuge eines Sparprogramms wegen der dauerhaft erwartete niedrigere Nachfrage aus dem Zivilfluggeschäft 9.000 von 52.000 Stellen streichen



Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 2.884,73 -0,62 -17,85 -22,97
Stoxx-50 2.843,88 -0,14 -3,94 -16,42
DAX 10.998,01 -0,70 -77,28 -16,99
MDAX 24.037,30 -0,67 -161,08 -15,10
TecDAX 3.045,11 -0,14 -4,37 1,00
SDAX 10.763,87 -0,82 -88,76 -13,97
FTSE 5.967,33 -0,58 -34,90 -20,42
CAC 4.414,76 -0,97 -43,40 -26,15

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,46 0,00 -0,70
US-Zehnjahresrendite 0,69 0,00 -1,99

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:21 Di, 17:32 % YTD
EUR/USD 1,0941 +0,18% 1,0943 1,0928 -2,5%
EUR/JPY 117,75 +0,07% 117,93 117,98 -3,4%
EUR/CHF 1,0601 -0,09% 1,0612 1,0625 -2,4%
EUR/GBP 0,8947 +0,31% 0,8937 0,8926 +5,7%
USD/JPY 107,65 -0,09% 107,76 107,96 -1,0%
GBP/USD 1,2226 -0,16% 1,2245 1,2244 -7,7%
USD/CNH (Offshore) 7,1242 +0,07% 7,1173 7,1133 +2,3%
Bitcoin
BTC/USD 9.767,76 +0,87% 9.788,76 9.715,01 +35,5%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 31,71 31,96 -0,8% -0,25 -46,1%
Brent/ICE 34,58 34,65 -0,2% -0,07 -45,5%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.750,48 1.745,10 +0,3% +5,38 +15,4%
Silber (Spot) 17,37 17,40 -0,2% -0,03 -2,7%
Platin (Spot) 837,30 835,25 +0,2% +2,05 -13,2%
Kupfer-Future 2,40 2,42 -0,5% -0,01 -14,5%


Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com


DJG/thl/gos


(END) Dow Jones Newswires


May 20, 2020 04:04 ET (08:04 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.