MÄRKTE EUROPA/Weiter aufwärts - DAX springt über 12.000er Marke

(DJLL) Von DJ


Von Herbert Rude


FRANKFURT (Dow Jones)--Der Kursaufschwung an den europäischen Aktienmärkten hat sich am Dienstag fortgesetzt. Der DAX gewann nach der Ruhepause vom Pfingstmontag mit Nachholbedarf 3,7 Prozent auf 12.021 Punkte. Damit schloss er erstmals seit dem 5. März wieder über der 12.000er Marke. Der Euro-Stoxx-50 notierte ebenfalls sehr fest: Auf das Plus vom Montag sattelte er weitere 2,4 Prozent drauf und beendete den Tag mit 3.151 Punkten.


Damit verteidigte Europa die neue Spitzenposition in der globalen Börsen-Erholung nach dem Pandemie-Crash. Sie zeigte sich auch im Euro, der zeitweise fast 1,12 Dollar kostete und damit so viel wie seit Mitte März nicht mehr.


Angeheizt wurde die Stimmung von der Hoffnung auf weitere Konjunkturprogramme und geldpolitsche Stützungsmaßnahmen. Daneben sorgt die zunehmende Normalisierung des Lebens in der weiter abebbenden Corona-Pandemie für Kauflaune.


Die Europäische Zentralbank könnte am Donnerstag neue Impulse setzen. Zunächst warten die Anleger aber vor allem darauf, wie das Konjunkturpaket aus Berlin ausgestaltet wird. Zu hören war kurz vor Börsenschluss von einem mutmaßlichen Volumen von 80 bis 100 Milliarden Euro, aber auch davon, dass die Gespräche am Dienstag wohl noch nicht abgeschlossen würden.


In Erwartung, dass auch eine Abwrackprämie Teil der Beschlüsse sein dürfte, schoss der Stoxx-Automobil-Index um 3,8 Prozent nach oben. Daimler stiegen um 7,7 Prozent, BMW um 5,2 und VW um 5,7 Prozent. Bei den Zulieferern zogen Continental und Infineon um jeweils gut 4 Prozent an. Noch heftiger nach oben ging es mit den Branchentiteln in der zweiten und dritten Reihe: Hier gewannen Leoni über 10 Prozent, mit Dürr ging es um knapp 7 und mit Washtec um gut 8 Prozent nach oben.


Gefragt waren die zyklischen Stahlaktien. Outokumpu zogen um 5 Prozent an, Voestalpine um 4,9 Prozent und Arcelor um 4,3 Prozent.


Auch Aktien der konjunkurabhängigen Bankenbranche und aus dem Öl- und Gassektor konnten sich überdurchschnittlich stark verbessern. Im DAX legten BASF um 6,7 Prozent zu. BASF ist über die Tochter Wintershall im Öl- und Gasgeschäft tätig, liefert aber auch für die Autoindustrie zu.


Am Ende rangierten mit kleinen Subindex-Verlusten die als defensiv geltenden Branchen Nahrungsmittelherstellung und Pharma.


Lufthansa von EU-Einigung beflügelt


Stärkster DAX-Titel waren MTU mit einem Plus von 10,2 Prozent, während Airbus mit 12,2 Prozent sogar noch fester waren. Lufthansa stiegen um 3,4 Prozent, nachdem der Aufsichtsrat dem angebotenen Stabilisierungspaket zugestimmt und damit auch die angekündigten Zusagen an die EU-Kommission akzeptiert hat. Der Vorstand hatte dem Paket bereits am Freitag zugestimmt. Nun steht noch die Zustimmung der Aktionäre aus.


Allerdings lagen Lufthansa im frühen Geschäft noch stärker im Markt. Die UN-Luftverkehrsorganisation empfiehlt, einen Meter Abstand zwischen den Flugzeugpassagieren zu lassen. Das würde aber dann die Erträge der Fluggesellschaften wiederum schmälern. IAG und Air France legten ähnlich stark zu wie Lufthansa.


Bayer mit Hoffnung auf Ende des Glyphosat-Streits sehr fest


Bayer gewannen 5,3 Prozent. Die Aktie könnte in den kommenden Tagen verstärkt in den Fokus rücken. Zum einen gibt es im Fall der Klage des Hausmeisters Lee Johnson im Zusammenhang mit dem Unkrautvernichter Glyphosat einen ersten Termin vor dem Berufungsgericht. Dort geht es für Bayer um die Aufhebung des Schuldspruchs. Zudem gab es in den US-Medien in der Vorwoche Berichte, dass es möglicherweise im Juni einen Vergleich mit den Vertretern der Glyphosat-Kläger geben könnte. Sollte dieser im Bereich der jüngst genannten 10 Milliarden Dollar liegen und zudem zukünftige Fälle beinhalten, dürfte die Aktie von Bayer davon deutlich profitieren.


Im MDAX schossen Aroundtown um 11,4 Prozent nach oben. Das Immobilienunternehmen macht beim kürzlich angekündigten Aktienrückkauf ernst und will bis zum Jahresende bis zu 120 Millionen Aktien zu einem maximalen Volumen von 500 Millionen Euro zurückkaufen. Der Aktienrückkauf kommt anstelle einer Dividendenzahlung, die Aroundtown angesichts der ungewissen wirtschaftlichen Aussichten im Zuge der Coronavirus-Pandemie vor knapp zwei Wochen zunächst abgeblasen hat. Auch Deutsche Euroshop lagen mit einem Plus von 10,2 Prozent sehr fest im Markt.



Europische Indizes
Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 3.159,02 +81,10 +2,6% -15,7%
Stoxx-50 2.961,05 +41,16 +1,4% -13,0%
Stoxx-600 359,77 +5,57 +1,6% -13,5%
XETRA-DAX 12.021,28 +434,43 +3,7% -9,3%
FTSE-100 London 6.220,14 +53,72 +0,9% -18,2%
CAC-40 Paris 4.858,97 +96,19 +2,0% -18,7%
AEX Amsterdam 546,12 +6,58 +1,2% -9,7%
ATHEX-20 Athen 1.616,80 +37,10 +2,3% -29,6%
BEL-20 Bruessel 3.320,42 +52,39 +1,6% -16,1%
BUX Budapest 35.967,41 +91,70 +0,3% -22,0%
OMXH-25 Helsinki 4.033,99 +34,77 +0,9% -4,5%
ISE NAT. 30 Istanbul 125.899,73 +949,25 +0,8% -9,3%
OMXC-20 Kopenhagen 1.234,33 +0,39 +0,0% +8,7%
PSI 20 Lissabon 4.425,86 +131,34 +3,0% -12,6%
IBEX-35 Madrid 7.408,10 +186,70 +2,6% -22,4%
FTSE-MIB Mailand 18.971,09 +447,38 +2,4% -21,2%
RTS Moskau 1.277,85 +30,24 +2,4% -17,5%
OBX Oslo 735,27 +18,22 +2,5% -12,8%
PX Prag 921,82 +14,20 +1,6% -17,4%
OMXS-30 Stockholm 1.666,98 +17,59 +1,1% -5,9%
WIG-20 Warschau 1.736,36 +2,84 +0,2% -19,2%
ATX Wien 2.308,79 +76,49 +3,4% -28,8%
SMI Zuerich 9.951,45 +119,96 +1,2% -6,3%


Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,42 -0,01 -0,66
US-Zehnjahresrendite 0,67 0,01 -2,01

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8:27 Uhr Mo, 17:50 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1168 +0,33% 1,1129 1,1115 -0,4%
EUR/JPY 121,26 +1,19% 119,88 119,62 -0,5%
EUR/CHF 1,0743 +0,41% 1,0696 1,0692 -1,0%
EUR/GBP 0,8910 -0,01% 0,8894 0,8922 +5,3%
USD/JPY 108,61 +0,89% 107,74 107,61 -0,2%
GBP/USD 1,2535 +0,34% 1,2512 1,2459 -5,4%
USD/CNH (Offshore) 7,1112 -0,24% 7,1294 7,1368 +2,1%
Bitcoin
BTC/USD 9.484,01 -1,68% 10.105,76 9.523,26 +31,5%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 36,25 35,44 +2,3% 0,81 -38,4%
Brent/ICE 39,28 38,32 +2,5% 0,96 -37,6%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.728,77 1.739,90 -0,6% -11,14 +13,9%
Silber (Spot) 17,92 18,30 -2,1% -0,39 +0,4%
Platin (Spot) 832,45 852,00 -2,3% -19,55 -13,7%
Kupfer-Future 2,49 2,47 +0,7% +0,02 -11,6%

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(END) Dow Jones Newswires


June 02, 2020 12:05 ET (16:05 GMT)

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