SDK will Spruchverfahren gegen Abfindungspreis bei Comdirect

(DJLL) Von DJ


FRANKFURT (Dow Jones)--Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SDK) will rechtlich gegen den aus ihrer Sicht zu niedrigen Abfindungspreis für die Minderheitsaktionäre der Comdirect vorgehen. Wie die Aktionärsschätzer mitteilten, wollen sie einen Antrag auf Einleitung eines Spruchverfahrens stellen. "Die SdK ist überzeugt, im Wege eines gerichtlichen Spruchverfahrens vor dem zuständigen Landgericht eine Nachbesserung der Barabfindung erreichen zu können."


Die Comdirect-Hauptversammlung hatte Anfang Mai beschlossen, die Aktien der Minderheitsaktionäre gegen eine Barabfindung von 12,75 Euro auf den Hauptaktionär Commerzbank zu übertragen. Mit dem Preis ist die SDK, die Aktionär der Comdirect ist, nicht zufrieden. Zum einen basiere der dem Abfindungspreis zugrundeliegende ermittelte faire Wert von 11,17 Euro auf fehlerhaften Annahmen. Zum anderen habe die Commerzbank dem Hedgefonds Petrus Advisers für ein Comdirect-Aktienpaket von knapp 8 Prozent 15,15 Euro je Aktie und damit deutlich mehr gezahlt.


Tatsächlich hat die Commerzbank bei Petrus Advisers tiefer in die Tasche gegriffen. Sie brauchte das Aktienpaket des Hedgefonds, sonst hätte sie die nötige Schwelle von 90 Prozent für die Verschmelzung der Comdirect auf die Commerzbank über einen Squeeze-Out nicht erreicht.


Die Komplettübernahme der Comdirect ist Teil der im Herbst vergangenen Jahres präsentierten neuen Strategie der Commerzbank. Sie erhofft sich von der Comdirect-Integration Synergien und Skalenvorteile.


"Dass die Minderheitsaktionäre mit einem um knapp 16 Prozent niedrigeren Abfindungspreis abgespeist werden sollen, erscheint ebenfalls nicht nachvollziehbar", so die SDK in ihrer Mitteilung.


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June 08, 2020 09:49 ET (13:49 GMT)

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