MÄRKTE USA/Börse freundlich erwartet - IBM sehr fest

(DJLL) Von DJ


NEW YORK (Dow Jones)--Nach dem positiven Wochenauftakt, der besonders den Technologiewerten eine regelrechte Hausse bescherte, zeichnen sich am Dienstag für den Start an den US-Börsen weitere Kursgewinne ab. Zur guten Stimmung trägt bei, dass die Zahl der Corona-Neuinfektionen am Montag zwar abermals über 60.000 lag, der Anstieg aber der geringste seit einer Woche war. Das wird als Zeichen gewertet, dass die jüngst wieder verschärften Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie in den USA Wirkung zeigen.


Daneben stützt die Hoffnung, dass bald ein Impfstoff gegen Covid-19 zur Verfügung stehen wird. Zuletzt hatten verschiedene Unternehmen Erfolge bei der Entwicklung eines Impfstoffes gemeldet.


Beobachter verweisen überdies auf die Einigung in der EU auf einen Wiederaufbaufonds und auf die laufenden Verhandlungen in den USA über weitere Hilfsmaßnahmen als Stützungsfaktoren hin. Im US-Kongress geht es vor allem um die zu Beginn der Coronakrise beschlossenen Zuschüsse zur Arbeitslosenhilfe, die demnächst auslaufen.


An Konjunkturdaten wurde nur der Chicago Fed National Activity Index veröffentlicht. Er erholte sich im Juni auf einen Stand von 4,11 nach 3,50 im Vormonat.


Gute IBM-Zahlen als potenzieller Impulsgeber für Technologiesektor


Deutlich länger ist die Liste der Quartalsausweise von Unternehmen. Schon am Montag nach Börsenschluss hatte IBM Zahlen veröffentlicht, die besser ausfielen als erwartet. IBM werden vorbörslich 5,3 Prozent höher gestellt. Die IBM-Zahlen könnten dem Technologiesektor weiteren Auftrieb geben, vermuten Marktteilnehmer.


Vor der Startglocke am Dienstag haben mit Coca-Cola und Philip Morris zwei weitere Schwergewichte der US-Unternehmenslandschaft über den Verlauf des zweiten Geschäftsquartals berichtet. Coca-Cola hat ergebnisseitig etwas besser abgeschnitten als befürchtet, die Aktie legt um 2,5 Prozent zu. Auch bei Philip Morris schrumpften Umsatz und Gewinn nicht so stark wie erwartet. Das wird mit einem Kursplus von 3,5 Prozent honoriert.


Überraschend gut hat auch Lockheed Martin im zweiten Quartal abgeschnitten. Das Luftfahrt- und Rüstungsunternehmen hat überdies seine Ertragsziele erhöht, was die Aktie im vorbörslichen Handel um 3,7 Prozent nach oben treibt.


Nach Handelsende werden Zahlen von Texas Instruments und United Airlines erwartet.


Der Euro kommt nach der Einigung beim EU-Gipfel auf ein Corona-Hilfspaket und die Finanzplanung für die nächsten sieben Jahre in der EU aktuell von seinem Viereinhalbmonatshoch zwar etwas zurück auf rund 1,1450 Dollar, Mizuho rechnet aber dennoch damit, dass sich der Aufwärtstrend fortsetzen wird. "Die Marktbewegung von gestern dürfte weitergehen", so die Analysten und weiter: "Der Euro ist im Steigen. Er ist nicht mehr das hässliche Entlein, er steht nicht mehr vor dem endgültigen Scheitern und wird eine glaubhafte Währung, geprägt von Stabilität und Vertrauen werden".


Die Kursgewinne an den Aktienmärkten und die Hoffnung auf eine Nachfragebelebung treiben derweil die Ölpreise nach oben. Der Preis für ein Barrel US-Leichtöl der Sorte WTI steigt um 2,7 Prozent auf 41,92 Dollar. Brentöl verteuert sich um 2,7 Prozent auf 44,46 Dollar. Beobachter verweisen auf das Konjunkturpaket, das die EU in der Nacht von Montag auf Dienstag beschlossen hat. Außerdem habe die Befürchtung neuer Lockdown-Maßnahmen die Ölpreise zuletzt belastet, so dass diese nun Spielraum nach oben hätten, meint Bjornar Tonhaugen von Rystad Energy.


Gold bleibt ebenfalls gefragt. Marktteilnehmer erklären das Kaufinteresse der Anleger mit Angst vor einer Geldentwertung als Folge der enormen Schulden, die viele Staaten zur Bewältigung der Corona-Krise anhäuften. Der Preis für eine Feinunze steigt um 1,3 Prozent auf 1.840 Dollar.


Staatsanleihen werden derweil gemieden. Die Zehnjahresrendite steigt geringfügig um einen Drittel Basispunkt auf 0,62 Prozent.


===
US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 0,15 -1,6 0,17 -105,3
5 Jahre 0,28 0,3 0,28 -164,2
7 Jahre 0,46 -0,1 0,47 -178,3
10 Jahre 0,62 0,3 0,61 -182,8
30 Jahre 1,31 0,0 1,31 -175,4

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8:36 Mo, 17:20 % YTD
EUR/USD 1,1448 +0,04% 1,1440 1,1443 +2,1%
EUR/JPY 122,68 -0,05% 122,82 122,70 +0,6%
EUR/CHF 1,0735 -0,16% 1,0739 1,0746 -1,1%
EUR/GBP 0,9008 -0,37% 0,9018 0,9053 +6,4%
USD/JPY 107,16 -0,08% 107,35 107,22 -1,5%
GBP/USD 1,2709 +0,42% 1,2686 1,2640 -4,1%
USD/CNH (Offshore) 6,9836 -0,07% 6,9891 6,9902 +0,3%
Bitcoin
BTC/USD 9.385,51 +2,36% 9.178,76 9.167,26 +30,2%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 41,92 40,81 +2,7% 1,11 -28,1%
Brent/ICE 44,46 43,28 +2,7% 1,18 -28,9%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.839,59 1.816,83 +1,3% +22,76 +21,2%
Silber (Spot) 20,99 19,88 +5,6% +1,11 +17,6%
Platin (Spot) 870,68 850,50 +2,4% +20,18 -9,8%
Kupfer-Future 2,93 2,91 +0,7% +0,02 +3,8%
===


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com


DJG/cln/err


(END) Dow Jones Newswires


July 21, 2020 08:52 ET (12:52 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.