MÄRKTE EUROPA/Gute Unternehmenszahlen sorgen für gute Stimmung

(DJLL) Von DJ


FRANKFURT (Dow Jones)--Eine Reihe guter Unternehmenszahlen und positive US-Vorgaben sorgen am Donnerstag an de europäischen Börsen für Kursgewinne. Rückenwind kommt auch von der besser als erwartetet ausgefallenen GfK-Konsumstimmung in Deutschland. Das französische Geschäftsklima ist derweil im Rahmen der Erwartungen ausgefallen.


Am Nachmittag könnten die US-Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung bewegen. Hier wird mit einem deutlich Anstieg von 1,3 Millionen gerechnet. Angesichts der grassierenden Corona-Epidemie in den USA befürchten Analysten, dass sich die zuletzt guten Wirtschaftsdaten bald wieder eintrüben könnten.


Der DAX gewinnt 0,7 2Prozent auf 13.193, für den Euro-Stoxx-50 geht es um 0,6 Prozent auf 3.392 nach oben. Das Gold bewegt sich weiter au einem Neunjahreshoch bei 1.879 Dollar je Feinunze. Es wird unter anderem vom schwächeren Dollar angetrieben. Daneben profitiert es von der Erwartung tendenziell eher steigender Inflationsdaten und trotzdem weiterhin niedrigster Zinsen, falls sich die Volkswirtschaften mit den zahlreichen Hilfsprogrammen stabilisieren. Zudem machen die extrem steigenden Geldmengen in Euro und in Dollar Gold interessant.


Daimler-Aktie zieht kräftig an


Nach Vorlage endgültiger Zahlen gewinnen Daimler 5,3 Prozent. Die Deutsche Bank spricht von beruhigenden Details. Am Vorabend hatte Tesla starke Zahlen vorgelegt und erneut über einen Gewinn berichtet. Die Herausforderung für die deutschen Autobauer zeige sich immer klarer, heißt es dazu im Handel.


Sehr positiv fallen die Kommentare zu STMicroelectronics und Unilever aus. "Die Marge ist herausragend", heißt es mit Blick auf die Brutto-Marge von 36 Prozent bei STMicro. Erwartet worden seien gut 34 Prozent. "STMicro ist über den Trend zur Digitalisierung klarer Gewinner der Pandemie-Krise", so ein Marktteilnehmer. Die Aktie steigt um 3,6 Prozent.


Unilever schießen sogar 8,3 Prozent nach oben. "Der Umsatz hat die Erwartung deutlich übertroffen", so ein Händler. Statt der geschätzten 12,7 habe der Konzern im zweiten Quartal 13,3 Milliarden Euro umgesetzt. Im Sog legen Nestle um 1,8 Prozent zu und erreichen ein Jahreshoch.


Auch die Zahlen von Pernod Ricard stoßen auf positives Echo, nachdem jüngst erst Remy Cointreau schon gut ankam. Pernod Ricard hat den Ausblick angehoben. Statt eines Rückgangs des operativen Gewinns auf organischer Basis von 20 Prozent wird nun nur noch ein Gewinnrückgang um 15 Prozent erwartet. Der Kurs gewinnt 2,5 Prozent.


Roche geben gegen die Tendenz um 2,1 Prozent nach. Der bereinigte Gewinn liegt laut Citi zwar im Rahmen der Erwartungen, allerdings haben die Erlöse die Prognosen um rund 3 Prozent verfehlt.


Licht und Schatten im Mediensektor - Publicis haussieren


Publicis haussieren um 15,1 Prozent. "Die Zahlen sind viel besser als erwartet", so ein Händler. Auch der Vorstandschef des Werbeunternehmens spricht von deutlich besseren Zahlen als sie Branchenexperten erwartet hätten. Unbereinigt hat der Umsatz im zweiten Quartal im Jahresvergleich leicht zugelegt. Im Sog von Publicis verteuern sich WPP um 3,3 Prozent.


Ganz anders im Mediensektor Relx. Hier geht es um 3,6 Prozent nach unten nach den Quartalszahlen. Relx warnt vor weiteren Unsicherheiten und beabsichtigt in diesem Jahr keine Aktienrückkäufe mehr.


Ubisoft steigen nach starken Erstquartalszahlen um 3,8 Prozent. Die Nettobuchungen sind laut Berenberg im ersten Quartal auf einen neuen Rekordwert gestiegen und 20 Prozent über den Konsensschätzungen ausgefallen.


Kurssprung bei Jungheinrich


Jungheinrich schießen um 12,7 Prozent nach oben. Die Quartalszahlen des Flurförderzeugherstellers sind viel besser als erwartet ausgefallen. Besonders hebt Baader Helvea die EBIT-Marge von 5,3 Prozent im ersten Halbjahr hervor trotz des Covid-19-Gegenwindes. Der Kurs des Wettbewerbers Kion steigt um gut 2 Prozent.


Gewinnmitnahmen drücken Hypoport um 3,1 Prozent. Das Unternehmen hat zwar den Umsatz im zweiten Quartal deutlich gesteigert, operativ aber weniger verdient. "Das dürfte einigen Anlegern negativ aufstoßen", heißt es. Die Aktie liegt seit Jahresbeginn 36 Prozent im Plus.


Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.397,24 0,79 26,48 -9,29
Stoxx-50 3.086,50 0,80 24,57 -9,30
DAX 13.203,19 0,76 98,94 -0,35
MDAX 27.405,35 0,05 14,97 -3,21
TecDAX 3.165,60 -0,20 -6,25 5,00
SDAX 12.492,46 0,02 2,79 -0,16
FTSE 6.259,23 0,84 52,13 -17,70
CAC 5.076,00 0,77 38,89 -15,09

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,49 0,01 -0,73
US-Zehnjahresrendite 0,59 0,00 -2,09

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:30 Mi, 17:20 % YTD
EUR/USD 1,1587 +0,12% 1,1587 1,1590 +3,3%
EUR/JPY 124,17 +0,14% 124,17 124,18 +1,9%
EUR/CHF 1,0759 +0,04% 1,0756 1,0769 -0,9%
EUR/GBP 0,9111 +0,22% 0,9091 0,9104 +7,7%
USD/JPY 107,16 +0,01% 107,13 107,15 -1,5%
GBP/USD 1,2718 -0,11% 1,2747 1,2730 -4,0%
USD/CNH (Offshore) 6,9978 -0,27% 6,9983 7,0041 +0,5%
Bitcoin
BTC/USD 9.504,51 +1,37% 9.497,26 9.338,01 +31,8%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 42,19 41,90 +0,7% 0,29 -27,0%
Brent/ICE 44,66 44,29 +0,8% 0,37 -28,6%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.881,03 1.872,50 +0,5% +8,53 +24,0%
Silber (Spot) 23,01 23,08 -0,3% -0,06 +28,9%
Platin (Spot) 929,55 925,00 +0,5% +4,55 -3,7%
Kupfer-Future 2,92 2,91 +0,2% +0,01 +3,6%


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July 23, 2020 04:28 ET (08:28 GMT)

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