MÄRKTE ASIEN/TSMC-Rally hievt Taipeh auf Allzeithoch - Gold auf Rekordhoch

(DJLL) Von DJ


TOKIO / SCHANGHAI (Dow Jones) Während sich an den ostasiatischen Aktienmärkten und in Australien zum Wochenauftakt bei einer insgesamt uneinheitlichen Tendenz wenig getan hat, zog das Gold mit einem Rekordhoch die Aufmerksamkeit auf sich. Das neue Allzeithoch liegt bei 1.944 Dollar je Feinunze, das sind 23 Dollar mehr als im bisherigen Hoch im September 2001. Zuletzt wurde die Feinunze mit 1.936 Dollar gehandelt, das sind 35 Dollar bzw. 1,8 Prozent mehr als am Freitag.


An den Aktienmärkten ging es eher gemächlich zu. Tendenziell belastete hier der schwache Dollar. Zur ausgeprägten Dollar-Schwäche wurde auf die anhaltenden Verhandlungen in den USA über eine weitere Runde von Konjunkturstimuli und Finanzhilfen verwiesen. Sollten diese ausbleiben, könne die Erholung der US-Wirtschaft ins Stocken geraten, so die Befürchtung.


Nach zwei handelsfreien Tagen zum Ende der Vorwoche ging der Nikkei-Index in Japan mit einem kleinen Minus von 0,2 Prozent auf 22.715 Punkte aus dem Tag. Im Frühhandel hatte er schon über 1 Prozent zurückgelegen. Als Bremser fungierte der weiter steigende Yen. Mit 105,39 Yen war der Dollar so billig wie zuletzt im März.


In Schanghai und Hongkong pendelten die Indizes um die Vortagesstände. Nach den kräftigen Einbußen zum Ausklang der Vorwoche wegen der US-chinesischen Spannungen blieben hier Erholungen aus. Allenfalls leicht stützte, dass die Gewinne in der chinesischen Industrie im Juni mit dem höchsten Tempo seit mehr als einem Jahr gestiegen sind.


Seoul schaffte ein Plus von 0,8 Prozent, in Taipeh ging es sogar um über 2 Prozent nach oben auf ein Allzeithoch, gestützt von der Kursrally beim Schwergewicht TSMC. Das alte Hoch stammte vom Februar 1990.


Viele Treiber für das Gold


Marktteilnehmer führten mehrere Faktoren für die anhaltende Gold-Rally an. Verwiesen wurde auf geopolitische Probleme, insbesondere die US-chinesischen Spannungen, wegen denen Anleger Zuflucht im Gold suchten. "Gold ist ganz klar ein Profiteur der Nachfrage nach einem sicheren Hafen .....", so die Experten von Axicorp. Daneben profitierte das Edelmetall vom schwächeren Dollar, der Gold für Käufer aus Nichtdollarräumen billiger macht. Der Dollar-Index zeigte einen kräftigen Rückgang von 0,6 Prozent. Hinzu kommt die vor allem von den Notenbanken bereitgestellte Liquiditätsflut an den globalen Finanzmärkten, die außerdem noch Inflationssorgen schürt, was das Gold auch als Inflationsschutz in den Fokus rückt.


Und auch die Coronapandemie habe wieder verstärkt Ängste geschürt und dem Gold Zulauf beschert, hieß es. So habe Großbritannien am Wochenende das wichtige Reiseland Spanien wieder auf die Liste unsicherer Länder genommen und ähnliche Maßnahmen habe Norwegen ergriffen, während Frankreich und Belgien zumindest wieder von Reisen abrieten.


Das Gold könne in nächster Zeit gut über 2.000 Dollar steigen, befindet die Commonwealth Bank of Australia. Mit Blick auf das gerade erst gesehene siebte Wochenplus in Folge hieß es von dort: "Wir sind überrascht vom Anstieg der zehnjährigen Inflationserwartungen", und weiter": "Für einen Anstieg auf über 2.000 Dollar dürfte es aber Gedankenspiele der US-Notenbank im Hinblick auf negative Zinsen brauchen". Sollte die Fed dies tun, würde das erheblichen Abwärtsdruck auf den zehnjährigen Realzins auslösen, so die Experten.


Intel-Probleme treiben TSMC-Aktie auf Rekordhoch


Bei den Einzelwerten legten Softbank minimal zu. Berichten zufolge soll Nvidia an der Chipdesign-Sparte Arm Holdings von Softbank haben.


In Taiwan ging es für Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) um knapp 10 Prozent nach oben auf ein Rekordhoch. Die Aktie des weltgrößten Auftragsfertigers von Chips profitierte von Signalen Intels, die eigene Chip-Produktion zu stoppen. Intel hatte berichtet, bei superschnellen Chips deutlich hinter dem eigenen Zeitplan zurückzuliegen. Darauf hatte bereits der Kurs des Intel-Rivalen AMD am Freitag einen 16-Prozent-Satz nach oben gemacht, während der Intel-Kurs um 16 Prozent eingebrochen war.


In Australien waren angesichts des Gold-Rekordhochs Aktien von Goldschürfern gesucht. Newcrest verteuerten sich um 4,9 und Saracen Mineral um 5,2 Prozent.


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Index (Börse) zuletzt +/- % % YTD Ende
S&P/ASX 200 (Sydney) 6.044,20 +0,34% -9,57% 08:00
Nikkei-225 (Tokio) 22.715,85 -0,16% -3,83% 08:00
Kospi (Seoul) 2.217,86 +0,79% +0,92% 08:00
Schanghai-Comp. 3.205,23 +0,26% +5,09% 09:00
Hang-Seng (Hongk.) 24.617,83 -0,35% -12,34% 10:00
Taiex (Taiwan) 12.600,07 +2,25% +5,03% 07:30
Straits-Times (Sing.) 2.576,55 -0,11% -19,96% 11:00
KLCI (Malaysia) 1.586,46 -0,20% +0,05% 11:00
BSE (Mumbai) 37.915,93 -0,56% -8,21% 12:00

DEVISEN zuletzt +/- % 00:00 Fr,10:37 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1707 +0,5% 1,1644 1,1609 +4,4%
EUR/JPY 123,50 +0,0% 123,49 123,44 +1,3%
EUR/GBP 0,9134 +0,3% 0,9102 0,9121 +7,9%
GBP/USD 1,2817 +0,2% 1,2792 1,2727 -3,3%
USD/JPY 105,50 -0,5% 106,05 106,36 -2,9%
USD/KRW 1196,22 -0,4% 1201,59 1203,24 +3,6%
USD/CNY 6,9994 -0,3% 7,0170 7,0168 +0,5%
USD/CNH 7,0002 -0,2% 7,0157 7,0215 +0,5%
USD/HKD 7,7518 +0,0% 7,7517 7,7517 -0,5%
AUD/USD 0,7134 +0,5% 0,7097 0,7075 +1,8%
NZD/USD 0,6671 +0,4% 0,6641 0,6627 -0,9%
Bitcoin
BTC/USD 10.239,76 +3,6% 9.882,51 9.487,26 +42,0%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 41,14 41,29 -0,4% -0,15 -28,8%
Brent/ICE 43,17 43,34 -0,4% -0,17 -31,0%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.934,67 1.901,16 +1,8% +33,51 +27,5%
Silber (Spot) 24,05 22,78 +5,6% +1,27 +34,7%
Platin (Spot) 943,25 920,85 +2,4% +22,40 -2,3%
Kupfer-Future 2,90 2,89 +0,5% +0,01 +2,9%
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July 27, 2020 03:44 ET (07:44 GMT)

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