MÄRKTE EUROPA/Kleines Plus vor Fed - Grenke stürzen erneut ab

(DJLL) Von DJ


FRANKFURT (Dow Jones)--Die europäischen Aktienmärkte sind am Mittwoch etwas höher aus dem Tag gegangen. Teilnehmer sprachen von einem abwartenden Handel vor den Entscheidungen der US-Notenbank am Abend. "Das ist heute wieder einer dieser Tage, die erst abends richtig losgehen. Alle warten auf die Fed", sagte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Die Fed wird wohl keine neuen Maßnahmen beschließen. Wegen der neuen Strategie könnte allerdings das Kommuniqué etwas geändert werden.


Zur Fed-Sitzung sagt Altmann, zum einen erhofften sich die Marktteilnehmer Details zur neuen Inflationsstrategie. Zum anderen stehe der Wirtschaftsausblick im Vordergrund. "Ein schwächerer wirtschaftlicher Ausblick wäre einerseits ein Schock, würde aber gleichzeitig Hoffnungen auf noch stärkere und längere geldpolitische Maßnahmen schüren. Ein starker Ausblick wäre an sich positiv, würde gleichzeitig aber die geldpolitischen Hoffnungen aus dem Markt nehmen. Von daher wird sich die Fed hier nur in Mini-Schritten bewegen, um kein Kursbeben auszulösen."


Der DAX schloss 0,3 Prozent höher bei 13.255 Punkten, der Euro-Stoxx-50 legte um 0,2 Prozent auf 3.339 Punkte zu.


Grenke-Aktie weiter unter Druck


Die Grenke-Aktie blieb erneut unter Druck und verlor weitere 40 Prozent, hier gab es eine Reihe von Nachrichten. Das Unternehmen hat am Vorabend bereits die Anschuldigungen von Viceroy Research deutlich zurückgewiesen. Der Bericht "enthält Unterstellungen, die Grenke auf das Schärfste zurückweist", hieß es in einer Mitteilung des MDAX-Konzerns. Die Finanzaufsicht Bafin hat inzwischen auch reagiert und Ermittlungen in alle Richtungen eingeleitet. Eine Sprecherin bestätigte, dass zum einen untersucht werde, ob es Marktmanipulationen durch unrichtige Informationen zur Bilanzierung gegeben habe. Zum anderen werde einer möglichen Marktmanipulation in Form von Leerverkäufen nachgegangen. Derweil hat der britische Leerverkäufer Fraser Perring seine Manipulationsvorwürfe gegen den Leasingspezialisten Grenke nach dessen scharfer Zurückweisung mit weiteren Fragen untermauert. Die Analysten von Kepler haben die Grenke-Aktie erst einmal auf "No Rating" gesetzt. Bisher war Kepler eines der wenigen Häuser, die skeptisch waren mit einer Einstufung "Reduce".


Positiv wurde dagegen an der Börse aufgenommen, dass das Geschäft bei HeidelCement im Juli und August schon wieder über Vorjahresniveau lag. "Nicht nur das Geschäft zieht an, auch die Kosteneinsparungen scheinen zu greifen", so ein Marktteilnehmer in einer ersten Reaktion. So will das Unternehmen bis 2025 die RCOBD-Marge um 300 Basispunkte auf 22 Prozent steigern. Dabei denke das Unternehmen zudem an die Aktionäre und will sie durch Dividendenpolitik und mögliche Aktienrückkäufe bei stabilem Geschäftsverlauf am Erfolg teilhaben lassen. Für die Aktie ging es um 1,2 Prozent nach oben.


Brenntag-Ausblick leicht positiv


Für die Analysten der DZ Bank liegt der Mittelpunkt der neuen EBITDA-Prognosespanne von Brenntag rund 1,6 Prozent über den Konsenserwartungen, so dass größere positive Revisionen der Marktschätzungen nicht zu erwarten seien. Mit der Aktualisierung der Prognose und der jüngsten Geschäftsentwicklung habe Brenntag erneut die Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells bewiesen. Dies wurde an der Börse honoriert, die Titel gewannen 3,6 Prozent.


Für die Inditex-Aktie ging es um 8,1 Prozent nach oben. "Der Umsatz liegt im Rahmen der Erwartungen", so ein Marktteilnehmer. Die Analysten der DZ Bank stufen das Ergebnis als nicht ganz so schwach wie erwartet ein. Aktuell sieht das Unternehmen zudem eine starke Erholung des Geschäfts.


Online-Händler Hut Group mit starkem Börsendebut


Die Aktien der THG Holdings PLC, die als The Hut Group firmiert, stiegen am ersten Handelstag in London gleich 25 Prozent. Die Aktie schloss nach einem IPO-Preis von 500 Pence bei 625 Pence. Im Hoch notierte die Aktie bei 658,3 Pence, damit wurde das Unternehmen an der Börse mit rund 7 Milliarden Pfund an der Börse bewertet. Der Online-Einzelhändler beschäftigt rund 7.000 Mitarbeiter. Er erwirtschaftete im Jahr 2019 einen Umsatz von 1,14 Milliarden Pfund und strebt mittelfristig ein Wachstum von 20 bis 25 Prozent an. Dieses Jahr profitiert das Unternehmen von der starken Online-Nachfrage in Folge der Corona-Pandemie und nutzte die Chance für den Gang an die Börse.


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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 3.338,84 +6,58 +0,2% -10,9%
Stoxx-50 3.016,57 +7,27 +0,2% -11,4%
Stoxx-600 373,13 +2,17 +0,6% -10,3%
XETRA-DAX 13.255,37 +37,70 +0,3% +0,1%
FTSE-100 London 6.078,48 -27,06 -0,4% -19,1%
CAC-40 Paris 5.074,42 +6,49 +0,1% -15,1%
AEX Amsterdam 558,43 +2,48 +0,4% -7,6%
ATHEX-20 Athen 1.585,54 -8,16 -0,5% -31,0%
BEL-20 Bruessel 3.392,90 +29,75 +0,9% -14,2%
BUX Budapest 34.147,59 -101,27 -0,3% -25,9%
OMXH-25 Helsinki 4.397,76 +61,33 +1,4% +4,2%
ISE NAT. 30 Istanbul 1.236,09 -5,69 -0,5% -11,0%
OMXC-20 Kopenhagen 1.340,12 +9,16 +0,7% +18,0%
PSI 20 Lissabon 4.284,16 +9,46 +0,2% -17,7%
IBEX-35 Madrid 7.110,80 +74,80 +1,1% -25,5%
FTSE-MIB Mailand 19.963,99 +7,04 +0,0% -15,1%
RTS Moskau 1.251,86 -1,82 -0,1% -19,2%
OBX Oslo 757,28 +1,25 +0,2% -10,2%
PX Prag 893,54 -4,79 -0,5% -19,9%
OMXS-30 Stockholm 1.838,26 +19,46 +1,1% +3,8%
WIG-20 Warschau 1.738,10 -5,83 -0,3% -19,2%
ATX Wien 2.258,83 +21,98 +1,0% -28,9%
SMI Zuerich 10.552,04 +32,04 +0,3% -0,6%
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September 16, 2020 12:15 ET (16:15 GMT)

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