Maschinenbau-Präsident kritisiert Auto-Politik der Bundesregierung

(DJLL) Von DJ


FRANKFURT (Dow Jones)--Vor dem Autogipfel am Dienstag hat der Präsident des deutschen Maschinenbauverbandes VDMA, Carl-Martin Welcker, die Auto-Politik der Bundesregierung kritisiert. "Das Hauptproblem der Autoindustrie sind die vielen staatlich gelenkten Eingriffe", sagte Welcker der Augsburger Allgemeinen. Vor allem die Fokussierung der Politik auf Elektroautos hält er für einen Fehler. "Elektrofahrzeuge sind nicht wettbewerbsfähig. Die Reichweiten sind zu gering, die Ladezeiten zu lang, die Lebensdauer der Batterien ist zu kurz, die Klimabilanz ist viel schlechter als angenommen, und die Kosten sind zu hoch", sagte Welcker der Zeitung. "Nirgendwo gibt es ein selbsttragendes Geschäftsmodell für Elektromobilität. Trotzdem versuchen unsere Politiker in Deutschland und Teilen Europas seit nunmehr vielen Jahren, die Elektromobilität herbei zu subventionieren."


Für den Maschinenbau rechnet der VDMA-Präsident mit einer katastrophalen Jahresbilanz. "Wir gehen davon aus, dass der deutsche Maschinenbau in diesem Jahr ein Produktions-Minus von real 17 Prozent verkraften muss, 2021 werden wir aber nach zwei Abschwung-Jahren auf entsprechend niedriger Basis wieder ein Produktions-Plus von zwei Prozent sehen", sagte Welcker. Zumindest beim Auftragseingang dürfte die Branche inzwischen aber das Schlimmmste hinter sich haben.


Langfristig sieht Welcker den Industriezweig aber vor großen Herausforderungen. "Ich frage mich, wie viel Maschinenbau es künftig in Deutschland geben wird", sagte er weiter. "Die Welt um uns wächst und damit die Industrie in vielen insbesondere asiatischen Ländern. In Europa geht der Anteil der Industrie zurück. Diesem Trend müssen wir durch kluge Politik entgegenwirken. Gelingt das nicht, wird es schwierig."


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September 07, 2020 22:00 ET (02:00 GMT)

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