MÄRKTE USA/Verschnaufpause nach Rekordjagd - Intel und IBM unter Druck

(DJLL) Von DJ


NEW YORK (Dow Jones)--Nach der jüngsten Rekordjagd dürfte die Wall Street mit Abgaben in den letzten Handelstag der Woche starten. Nachdem es im Januar bislang überwiegend nach oben gegangen sei, nehme der Markt nun eine Auszeit, heißt es. Bereits am Vortag war den Indizes im späten Handel etwas die Luft ausgegangen. Der Future auf den S&P-500 verliert aktuell 0,7 Prozent.


Dazu tragen auch die Ergebnisausweise von Intel und IBM bei. Intel übertraf zwar mit einem Rekordumsatz die Erwartungen, blieb allerdings einen Jahresausblick schuldig. Bei IBM sank im vierten Quartal der Umsatz stärker als von Analysten erwartet, während der Gewinn besser als geschätzt ausfiel. Der Jahresgewinn war damit dennoch bereits das siebte Jahr in Folge rückläufig. Für die Intel-Aktie geht es vorbörslich um 5,4 Prozent nach unten, IBM verlieren 8,5 Prozent. Gerade der Technologiesektor war zuletzt gut gelaufen.


Zurückhaltung Fed und wichtigen Unternehmenszahlen


Investoren wurden in den vergangenen Tagen durch einen soliden Start in die Berichtssaison ermutigt, obwohl einige besorgt sind, dass die hohen Bewertungen in Teilen des Marktes die Aktien in den kommenden Monaten anfällig machen werden. "Da es an neuer Munition mangelt, halten sich die Leute einfach zurück", sagt Lars Skovgaard Andersen, Investmentstratege bei Danske Bank Wealth Management. Investoren seien zudem zurückhaltend vor der Zinsentscheidung der Federal Reserve und den Quartalszahlen von Unternehmen wie Facebook, Apple und Microsoft in der kommenden Woche.


Von den 62 Unternehmen aus dem S&P-500, die bislang ihre Zahlen vorgelegt haben, konnten 89 Prozent die Erwartungen des Marktes übertreffen, geht aus Daten von Factset hervor.


Für Bewegung könnten die kurz nach der Eröffnung anstehenden US-Konjunkturdaten sorgen. Vor allem die Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor und das verarbeitende Gewerbe für Januar stehen hier im Blick und dürften einen ersten Hinweis auf den Start der US-Wirtschaft in das neue Jahr geben. Bei beiden Indizes wird mit einem leichten Rückgang gerechnet.


Schlumberger-Zahlen überzeugen


Die Aktien von Schlumberger verlieren 1,0 Prozent. Der Ölfeldausrüster hat im vierten Quartal 2020 zwar ein Drittel weniger Umsatz gemacht als ein Jahr zuvor, aber dennoch mehr verdient.


Die Papiere des Eisenbahnbetreibers CSX fallen um 2,2 Prozent. CSX hatte Ergebnisse für das vierte Quartal vorgelegt, die dank schnellerer Kostensenkungen als Umsatzrückgänge einen Tick besser als gedacht ausgefallen waren. Teilnehmer verweisen hier nach der positiven Entwicklung der vergangenen Monate auf Gewinnmitnahmen.


Dollar mit leichter Erholung - Ölpreise schwach


Der Dollar kann sich leicht von seinen jüngsten Verlusten erholen. Der Dollar-Index gewinnt 0,2 Prozent. Auch der Euro verteidigt seine Vortagesaufschläge. Gegen Ende der Pressekonferenz von EZB-Präsidentin Christine Lagarde habe diese auf die Frage nach der Euro-Stärke gesagt, dass die EZB die Wechselkursentwicklung "sehr genau, sehr genau" beobachte, so Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. Außerdem habe sie gesagt, dass alle Instrumente angepasst werden könnten und nichts ausgeschlossen sei. Das sei die Botschaft gewesen, dass wenn die Devisenhändler es nicht unterließen, den Euro weiter nach oben zu handeln als es dem Geschmack der EZB entspreche, diese ihren Leitzins senken könne, so der Analyst weiter. Die EZB reihe sich damit ein in die Riege der Zentralbanken, die - weil heimische Instrumente weitgehend erschöpft seien - den Wechselkurs als "Instrument" der Geldpolitik entdeckten.


Für die Ölpreise geht es nach unten. Die Preise für WTI und Brent hätten im Januar um 7 bzw. 6 Prozent zugelegt, was nun zu Gewinnmitnahmen genutzt werde, heißt es. Die ersten Anordnungen des neuen US-Präsidenten Joe Biden hätten die Ölpreise ebenfalls gestützt, merkt Analyst Damien Courvalin von Goldman Sachs an. Die Aussicht auf weitere Stimuli-Maßnahmen, Beschränkungen für Pipelines und Bohrungen innerhalb der USA und ein offensichtlicher Mangel an Dringlichkeit bei der Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran dürften die Preise weiter stützen. Dazu ist der Blick auf die offiziellen wöchentlichen US-Öllagerdaten gerichtet. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fällt um 2,9 Prozent auf 51,61 Dollar, für Brent geht es 2,8 Prozent auf 54,54 Dollar nach unten.


Bei Gold und Anleihen zeigt sich ein uneinheitliches Bild. Beim Goldpreis gibt es Gewinnmitnahmen, nachdem er zuletzt bis auf ein Zweiwochenhoch geklettert war. Auch leidet er unter der leichten Dollar-Erholung. Die Feinunze reduziert sich um 1,5 Prozent auf 1.842 Dollar.


Die Anleihen holen dagegen einen Teil ihrer jüngsten Verluste wieder auf. Die Rendite für die zehnjährigen Papiere fällt um 2,7 Basispunkte auf 1,08 Prozent.


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US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 0,12 -0,4 0,13 -108,1
5 Jahre 0,43 -1,4 0,45 -149,3
7 Jahre 0,76 -2,7 0,79 -148,7
10 Jahre 1,08 -2,7 1,11 -136,0
30 Jahre 1,84 -3,0 1,87 -122,7

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 9:00 Uhr Do, 17:08h % YTD
EUR/USD 1,2163 -0,05% 1,2157 1,2149 -0,4%
EUR/JPY 126,30 +0,29% 126,02 125,81 +0,2%
EUR/CHF 1,0772 -0,04% 1,0764 1,0765 -0,4%
EUR/GBP 0,8914 +0,61% 0,8893 0,8849 -0,2%
USD/JPY 103,84 +0,32% 103,67 103,56 +0,5%
GBP/USD 1,3643 -0,65% 1,3669 1,3730 -0,2%
USD/CNH (Offshore) 6,4971 +0,50% 6,4842 6,4655 -0,1%
Bitcoin
BTC/USD 32.243,25 +4,48% 30.806,75 31.925,00 +11,0%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 51,61 53,13 -2,9% -1,52 +6,1%
Brent/ICE 54,54 56,10 -2,8% -1,56 +5,5%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.842,12 1.869,60 -1,5% -27,48 -2,9%
Silber (Spot) 25,23 25,98 -2,9% -0,75 -4,4%
Platin (Spot) 1.098,70 1.129,83 -2,8% -31,13 +2,7%
Kupfer-Future 3,58 3,65 -2,0% -0,07 +1,6%
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January 22, 2021 09:05 ET (14:05 GMT)

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