MÄRKTE USA/Neue Rekordhochs - Fed und Bilanzsaison treiben weiter

(DJLL) Von DJ


NEW YORK (Dow Jones)--An den US-Börsen geht es am Donnerstag erneut aufwärts, wenn auch in eher gemächlichem Tempo. Gleich nach der Startglocke haben S&P-500 und Nasdaq-Composite neue Rekordstände markiert. Der Dow-Jones-Index kann da nicht mithalten; er gibt um 0,1 Prozent nach. Der S&P-500 legt derweil um 0,2 Prozent zu und der Nasdaq-Composite um 0,3 Prozent.


Neben der überzeugenden Bilanzsaison treiben weiter die geldpolitischen Beschlüsse der US-Notenbank vom Mittwoch. Wie weithin erwartet, wird die Fed ihre monatlichen Anleihekäufe allmählich verringern und das Kaufprogramm im Juni kommenden Jahres auslaufen lassen. Zinserhöhungen sind jedoch noch nicht in Sicht. Hierbei könne die Fed "geduldig" sein, sagte Fed-Chef Jerome Powell. Unter dem Strich bedeutet dies, dass vorerst weiter reichlich billiges Geld zur Verfügung stehen wird, das an den Aktienmärkten angelegt werden kann.


Dies beruhigt die Anleger, die sich nun wieder auf die bislang positiv verlaufene Bilanzsaison und ermutigende Konjunkturdaten konzentrieren können. Die Blicke richten sich auf den offiziellen US-Arbeitsmarkt für Oktober, der am Freitag veröffentlicht wird. Aus dem am Mittwoch vorgelegten Bericht des privaten Dienstleisters ADP ging hervor, dass im vergangenen Monat in der Privatwirtschaft erheblich mehr Arbeitsplätze entstanden als erwartet. Die Einkaufsmanagerindizes von Markit und ISM für den Servicesektor beeindruckten ebenfalls.


Die am Donnerstag veröffentlichten Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe bestätigen, dass sich die Beschäftigungslage verbessert. Die Zahl der Anträge fiel stärker als erwartet auf den tiefsten Stand seit der Woche zum 14. März vergangenen Jahres. Die Produktivität außerhalb der Landwirtschaft sank im dritten Quartal jedoch überraschend stark.


Zahlenausweise von - unter anderem - Qualcomm (+12,6%) und Booking Holdings (+1,7%) liefern weitere Belege dafür, dass Zweifel an der Erholung der US-Unternehmen von dem pandemiebedingten Einbruch unbegründet waren. Auch Zahlen und Ausblick des Computerspiele-Herstellers Electronic Arts (+4,8%) überzeugen.


Doch es gibt auch Ausnahmen: Moderna brechen um 16,5 Prozent ein. Der Impfstoffhersteller sah sich gezwungen, seine Umsatzprognose für dieses Jahr zu reduzieren, weil einige Impfstofflieferungen in das kommende Jahr verschoben wurden. Umsatz und Gewinn im dritten Quartal stiegen nicht so stark wie von Analysten erwartet.


Für Roku geht es um fast 3 Prozent abwärts. Der Hersteller von Streaming-Ausrüstung hat einen enttäuschenden Ausblick gegeben. Ein schwacher Ausblick belastet auch den Kurs des Chipherstellers Qorvo (-11,4%).


Ford steigen um 2,8 Prozent. Der Automobilkonzern kauft Hochzinsanleihen im Volumen von bis zu 5 Milliarden Dollar vorzeitig zurückkaufen. Die Offerte umfasst auch zwei 2025 bzw 2030 fällige Anleihen mit Kupons von 9,00 und 9,625 Prozent.


Wetten auf gleichbleibende Fördermengen treiben Ölpreis


Mit den Ölpreisen geht es nach dem Rücksetzer vom Mittwoch wieder aufwärts. Die Akteure setzen darauf, dass die Opec+-Länder bei ihrer Konferenz am heutigen Donnerstag keine Erhöhung ihrer Fördermengen beschließen werden.


Nach der ersten schwächeren Reaktion am Vorabend auf die Aussagen der US-Notenbank zum weiteren geldpolitischen Kurs legt der Dollar am Donnerstag zu. Nach den jüngsten starken US-Konjunktursignalen dürften die Zeichen für den Dollar auf Aufwertung stehen, meint die ING. Die Devisenexperten verweisen auch darauf, dass sich die in der Pandemie angestaute Nachfrage in den kommenden Monate entfalten dürfte. Der Beginn der Normalisierung der US-Geldpolitik dürfte zu einer engeren Dollarliquidität und zu höheren Zinsen führen und damit einen festeren Dollar zur Folge haben, so das Fazit.


Das Pfund sackt ab, nachdem die Bank of England entgegen der Erwartung vieler Marktteilnehmer die Leitzinsen doch nicht angehoben hat. Die BoE signalisierte aber zugleich, dass sie mit einer baldigen Anhebung der Leitzinsen rechnet und anderen großen Zentralbanken bei der Rücknahme von Konjunkturmaßnahmen zur Eindämmung der Inflation voraus sei. Das könnte laut Marktbeobachtern im Tagesverlauf dem Pfund möglicherweise zu einer Erholung verhelfen.


Am Anleihemarkt fallen die Renditen. Der Umstand, dass die US-Notenbank ihre Geldpolitik stärker am Arbeitsmarkt als an der Inflation ausrichte, sei mit verantwortlich dafür, dass sich die Zinsstrukturkurve am Donnerstag abflache, heißt es von Analysten.


Der Goldpreis profitiert derweil davon, dass sich die Fed weniger falkenhaft geäußert hat als erwartet und unmittelbar keine Zinserhöhungen anstehen dürften. Mit der Entscheidung der Bank of England vom Donnerstag, die Zinsen vorerst - anders als vom Markt erwartet - ebenfalls nicht anzuheben, erhält das Edelmetall einen weiteren Schub.


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INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 36.114,53 -0,1% -43,05 +18,0%
S&P-500 4.667,79 +0,2% 7,22 +24,3%
Nasdaq-Comp. 15.852,91 +0,3% 41,32 +23,0%
Nasdaq-100 16.201,37 +0,4% 56,87 +25,7%

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 0,41 -5,5 0,47 29,7
5 Jahre 1,13 -5,8 1,19 76,7
7 Jahre 1,41 -5,2 1,46 75,9
10 Jahre 1,55 -5,0 1,60 63,7
30 Jahre 1,99 -3,0 2,02 34,2

DEVISEN zuletzt +/- % Do,8:58 Mi,17:30 % YTD
EUR/USD 1,1564 -0,4% 1,1571 1,1585 -5,3%
EUR/JPY 131,62 -0,6% 132,17 132,10 +4,4%
EUR/CHF 1,0556 -0,3% 1,0574 1,0576 -2,4%
EUR/GBP 0,8539 +0,7% 0,8472 0,8476 -4,4%
USD/JPY 113,84 -0,1% 114,21 114,05 +10,2%
GBP/USD 1,3543 -1,1% 1,3659 1,3665 -0,9%
USD/CNH (Offshore) 6,3959 +0,0% 6,3949 6,4035 -1,6%
Bitcoin
BTC/USD 61.811,26 -1,6% 62.019,26 62.380,51 +112,8%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 82,85 80,86 +2,5% 1,99 +73,8%
Brent/ICE 84,20 81,99 +2,7% 2,21 +66,4%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.794,82 1.773,75 +1,2% +21,07 -5,4%
Silber (Spot) 23,99 23,59 +1,7% +0,40 -9,1%
Platin (Spot) 1.047,19 1.036,00 +1,1% +11,19 -2,2%
Kupfer-Future 4,36 4,32 +0,8% +0,03 +23,6%
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November 04, 2021 09:49 ET (13:49 GMT)

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