MÄRKTE EUROPA/Anleger nehmen nach Rally schnell Gewinne mit

(DJLL) Von DJ


FRANKFURT (Dow Jones)--Nach der jüngsten Rally kam es an den europäischen Aktienmärkten am Mittwoch zu Gewinnmitnahmen. Das erreichte Kursniveau an den Börsen dürfte insgesamt aber zunächst gehalten werden, zeigten sich Marktteilnehmer optimistisch. "Es gibt keine schlechten Nachrichten, die dem entgegenstehen", so ein Händler. Weiterhin wird die Nachrichtenlage rund um die Omikron-Variante des Covid-Virus genau verfolgt, doch zeichnet sich aktuell ab, dass der Krankheitsverlauf milder als bei Delta verlaufe. Nach Einschätzung der Analysten von Bryan Garnier könnten bereits in der ersten Jahreshälfte 2022 Impfstoffe erhältlich sein, die an die Omikron-Variante des Coronavirus angepasst seien.


Der DAX gab um 0,8 Prozent nach auf 15.687 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 1,0 Prozent auf 4.233 Punkte nach unten. Am Devisenmarkt zeigte sich der Euro von seinem Rücksetzer am Vortag auf unter 1,1240 Dollar erholt und notierte bei 1,1329 Dollar. Die Anleihen gaben im Tagesverlauf deutlich nach, die Rendite der Bundesanleihe mit einer Laufzeit von 10 Jahren stieg auf minus 0,31 Prozent.


Hellofresh nach Ausblick unter Druck


Hellofresh gaben nach dem Ausblick auf 2022 um 10,9 Prozent nach. Die enttäuschende EBITDA-Prognose 2022 wirft für die Analysten der DZ Bank die Frage auf, wie teuer es werde, in den kommenden Jahren weiterhin ein Umsatzwachstum von mehr als 20 Prozent pro Jahr zu erzielen. Auch Jefferies sieht derweil eine Reihe offener Fragen, insbesondere zum Margenausblick.


Positiv kamen dagegen die erhöhten Prognosen von Hornbach Baumarkt (+9,9%) und Hornbach Holding (+10,1%) an. Hornbach habe eine überraschend starke Anhebung der EBIT-Zielspanne für das Geschäftsjahr vorgenommen, so die DZ Bank. Was die Hornbach Bau- und Gartenmärkte betreffe, so sei als Folge der Pandemie mit einer nachhaltigen Veränderung des Konsumverhaltens zu rechnen. Der private Lebensraum in Haus, Wohnung und Garten gewinne an Bedeutung.


Ceconomy brachen nach einer Herunterstufung auf "Reduce" von "Buy" durch Baader Helvea um 7,8 Prozent ein. Die Analysten befürchten, dass die steigenden Coronainfektionen den Rückenwind durch den Prozess der Wiedereröffnung der Ladengeschäfte zunichte machten. Dies gelte vor allem für die wichtige Region Deutschland, Österreich und Schweiz. Die geltenden 2G-Restriktionen im stationären Geschäft beeinträchtigten und außerdem gebe es weiter Lieferprobleme.


Nestle reduziert L'Oreal-Beteiligung


Nestle gewannen 1,6 Prozent, nachdem der Lebensmittel-Konzern 22,26 Millionen L'Oreal-Aktien verkauft und dadurch seine Beteiligung von 23,3 auf 20,1 Prozent gesenkt hat. Erlöst wurden dadurch rund 8,9 Milliarden Euro, die Nestle für Aktienrückkäufe verwenden will. Insgesamt soll das Rückkaufprogramm bis 2024 rund 20 Milliarden Franken betragen. L'Oreal (-1,5%) wiederum will das Geschäft mit Barmitteln und Schulden finanzieren und die zurückgekauften Aktien einziehen.


Kräftig abwärts um 9,1 Prozent geht es nach einer Gewinnwarnung mit der Aktie des belgischen Metallverarbeiters Umicore. Das Kathodengeschäft werde bis 2023 geringer als erwartete Umsätze erbringen und noch unter dem Marktwachstum liegen, so das Unternehmen. Dies komme zu den ohnehin negativen Einflüssen des Halbleitermangels noch dazu, so die Analysten der ING.


Unter den europäischen Biotechnologieaktien ragten Valneva in Paris mit 5,6 Prozent Kursplus hervor. Das Unternehmen hat gemeldet, den Zulassungsprozess für Bahrain gestartet zu haben. Dank des neuen Liefervertrags für den Covid-Impfstoff mit Bahrain und dem mit der EU könnte Valneva rund 430 Millionen Euro einnehmen, hieß es von Bryan Garnier. Zwar habe Valneva nicht den Preis per Dosis veröffentlicht, jedoch dürfte er ähnlich wie in der EU bei rund 17 Euro liegen.


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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
. stand absolut in % seit
. Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 4.233,09 -43,11 -1,0% +19,2%
Stoxx-50 3.726,78 -22,08 -0,6% +19,9%
Stoxx-600 477,36 -2,82 -0,6% +19,6%
XETRA-DAX 15.687,09 -126,85 -0,8% +14,4%
FTSE-100 London 7.338,83 -1,07 -0,0% +13,6%
CAC-40 Paris 7.014,57 -50,82 -0,7% +26,4%
AEX Amsterdam 797,72 -8,06 -1,0% +27,7%
ATHEX-20 Athen 2.146,36 +0,37 +0,0% +10,9%
BEL-20 Brüssel 4.186,86 -40,70 -1,0% +15,6%
BUX Budapest 51.261,63 -7,02 -0,0% +21,7%
OMXH-25 Helsinki 5.504,75 -14,96 -0,3% +20,0%
ISE NAT. 30 Istanbul 2.171,49 +27,68 +1,3% +32,7%
OMXC-20 Kopenhagen 1.833,04 +14,20 +0,8% +25,1%
PSI 20 Lissabon 5.567,68 -54,28 -1,0% +12,6%
IBEX-35 Madrid 8.478,40 -81,10 -0,9% +5,0%
FTSE-MIB Mailand 26.751,93 -386,05 -1,4% +19,2%
RTS Moskau 1.612,73 -34,41 -2,1% n.def.
OBX Oslo 1.070,63 -1,20 -0,1% +24,7%
PX Prag 1.398,84 +11,60 +0,8% +36,2%
OMXS-30 Stockholm 2.326,55 -8,29 -0,4% +24,1%
WIG-20 Warschau 2.219,62 -11,50 -0,5% +11,9%
ATX Wien 3.812,80 -9,23 -0,2% +35,8%
SMI Zürich 12.597,43 +83,81 +0,7% +17,7%

DEVISEN zuletzt +/- % Mi,8:30 Di,17:05 % YTD
EUR/USD 1,1329 +0,5% 1,1288 1,1250 -7,2%
EUR/JPY 128,99 +0,8% 127,96 127,82 +2,3%
EUR/CHF 1,0445 +0,2% 1,0424 1,0417 -3,4%
EUR/GBP 0,8561 +0,6% 0,8527 0,8491 -4,1%
USD/JPY 113,85 +0,2% 113,36 113,62 +10,2%
GBP/USD 1,3234 -0,1% 1,3238 1,3249 -3,2%
USD/CNH (Offshore) 6,3336 -0,5% 6,3537 6,3647 -2,6%
Bitcoin
BTC/USD 50.464,88 +0,3% 50.525,14 51.847,72 +73,7%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 72,72 72,05 +0,9% 0,67 +53,1%
Brent/ICE 76,06 75,44 +0,8% 0,62 +49,3%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.783,28 1.784,07 -0,0% -0,79 -6,0%
Silber (Spot) 22,42 22,53 -0,5% -0,11 -15,1%
Platin (Spot) 962,00 956,44 +0,6% +5,56 -10,1%
Kupfer-Future 4,39 4,34 +1,1% +0,05 +24,6%
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Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com


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December 08, 2021 12:09 ET (17:09 GMT)

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