MÄRKTE EUROPA/Börsen geben Gewinne zum Teil ab - 14.000er-Marke hält

(DJLL) Von DJ


FRANKFURT (Dow Jones)--Die europäischen Aktienmärkte geben am Freitagnachmittag einen Teil der zuvor gesehenen Gewinne ab. Der DAX notiert etwas leichter bei 14.022 Punkten und kann sich damit weiter über der runden Marke von 14.000 Punkten behaupten. Der Euro-Stoxx-50 gewinnt 0,1 Prozent auf 3.649 Zähler. Etwas gedrückt wird die vom US-Arbeitsmarktbericht. Im Januar wurden 49.000 Arbeitsplätze geschaffen, hier gab es teils deutlich höhere Schätzungen am Markt.


Von einer Normalität am US-Arbeitsmarkt kann nach Auffassung der Helaba daher noch nicht gesprochen werden, denn im Vergleich zu vor der Krise haben noch immer viele Millionen Menschen keinen Job. Insofern werde sich die US-Notenbank nicht unter Druck sehen, von dem bisherigen Expansionskurs abzuweichen. Die Fed hat in den letzten Wochen immer wieder auf das Ziel der Vollbeschäftigung hingewiesen, während ein Überschießen der Inflation toleriert würde.


"Der Arbeitsmarktbericht zeigt, dass die aktuelle Covid-19-Welle für die US-Wirtschaft keine Tragödie ist" so Thomas Altmann von QC Partners. Er zeige aber auch, dass die aktuelle Welle ordentlich Wachstum koste. Der Dollar kommt mit den Arbeitsmarktdaten etwas unter Druck, der Euro legt leicht über 1,20 Dollar zu.


RTL verkauft US-Tochter Spotx


Mit einem Kurssprung um 7,3 Prozent bei RTL Group honoriert der Markt den Verkauf der Tochter Spotx. Für das US-Werbetechnologie-Unternehmen zahlt die US-Gesellschaft Magnite 1,17 Milliarden Dollar. Dabei werden 560 Millionen Dollar in bar beglichen, dazu kommen 14 Millionen Magnite-Aktien. Als Verkaufsgrund führt RTL die einseitige Ausrichtung des Unternehmens auf die USA an. Der Preis ist höher als die Analysten der Citi erwartet haben. Zudem habe RTL letzte Woche auch signalisiert, dass es seine Beteiligung an M6 überprüfe. Auch hier sei eine positive Überraschung nicht ausgeschlossen.


Die Aktien von Vallourec steigen um 5,3 Prozent, nachdem sie zuvor tagelang vom Handel ausgesetzt waren. Der kriselnde französische Stahlhersteller hat nach Verhandlungen mit seinen Kreditgebern eine Restrukturierung der Finanzen bekanntgegeben. Rund 65 Prozent der Gläubiger hätten dieser zugestimmt, heißt es. Ziel ist eine drastische Senkung des Verschuldungsgrades.


Berichtssaison überrascht positiv


Der weltgrößte Industriegase-Hersteller Linde (plus 1,0 Prozent) ist gut durch die Coronakrise gesteuert und hat dank höherer Volumina und einiger Projektstarts im vierten Quartal mehr umgesetzt und verdient als erwartet. Zudem hat Linde auch die eigenen Zielsetzungen übertroffen. Für das laufende Erstquartal und 2021 rechnet Linde mit weiterem Wachstum.


Der Versorger RWE (plus 0,4 Prozent) erwartet ein Ergebnis über der Prognose und hat zudem die Dividende bestätigt. Die operative Entwicklung des Energieversorgers hat im vierten Quartal dank des Energiehandels die Erwartungen übertroffen. Das bereinigte Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) dürfte laut vorläufigen Zahlen voraussichtlich bei 3,2 Milliarden Euro liegen und die prognostizierte Bandbreite von 2,7 bis 3,0 Milliarden Euro überschritten haben.


Gut kommen die Geschäftszahlen von BNP Paribas (plus 2,6 Prozent) im Handel an. Wie bei anderen Instituten auch hat sich im vierten Quartal ein starkes Handels- und Investmentbanking-Geschäft gezeigt. Das Gesamtjahr 2020 konnte dadurch trotz Corona etwas besser durchfahren werden als von Analysten erwartet. Gelobt wird vor allem der zuversichtliche Ausblick auf 2021. Hier erwartet BNP sowohl höhere Einnahmen als auch eine geringere Risikovorsorge. Dazu soll es wieder Aktienrückkäufe geben. Die Aktie der italienischen Bank Intesa Sanpaolo steigt nach Zahlenvorlage um 1,8 Prozent.


Für Sanofi geht es 2,0 Prozent nach oben. Der französische Pharmariese hat am Morgen mit dem Ausblick überrascht, wonach ein "hoher einstelliger Prozentanstieg" des Gewinns je Aktie für 2021 erwartet wird. Analysten bezeichnen den Ausblick als "robust". Zwar habe es kleine Umsatzschwächen im vierten Quartal in einigen Bereichen gegeben, diese seien jedoch durch den Bereich Impfstoffe größtenteils aufgefangen worden. Durch geringere Forschungsausgaben habe der Gewinn die Konsenserwartungen um bis zu 9 Prozent übertroffen.


Trotz durchwachsener Geschäftszahlen klettert die Aktie der dänischen Brauerei Carlsberg um 3,4 Prozent. Gefallen finden die Anleger an der Ankündigung eines neuen Aktienrückkaufprogramms mit einem Volumen von 750 Millionen Kronen.


===
Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.644,80 0,07 2,68 2,59
Stoxx-50 3.157,95 -0,49 -15,69 1,60
DAX 14.021,63 -0,28 -38,66 2,21
MDAX 32.382,43 0,07 21,37 5,15
TecDAX 3.507,47 0,12 4,04 9,17
SDAX 15.641,23 -0,41 -64,64 5,94
FTSE 6.465,44 -0,59 -38,28 0,67
CAC 5.642,95 0,61 34,41 1,65

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,45 0,00 -0,69
US-Zehnjahresrendite 1,14 -0,01 -1,54

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8:41 Uhr Do, 17:25 Uhr % YTD
EUR/USD 1,2025 +0,50% 1,1966 1,1977 -1,6%
EUR/JPY 126,80 +0,44% 126,23 126,27 +0,6%
EUR/CHF 1,0825 +0,06% 1,0812 1,0817 +0,1%
EUR/GBP 0,8758 +0,04% 0,8747 0,8765 -1,9%
USD/JPY 105,45 -0,07% 105,50 105,44 +2,1%
GBP/USD 1,3732 +0,46% 1,3680 1,3660 +0,5%
USD/CNH (Offshore) 6,4637 -0,17% 6,4789 6,4728 -0,6%
Bitcoin
BTC/USD 38.109,50 +2,17% 37.582,00 36.726,25 +31,2%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 56,77 56,23 +1,0% 0,54 +16,7%
Brent/ICE 59,36 58,84 +0,9% 0,52 +14,8%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.804,04 1.794,00 +0,6% +10,04 -4,9%
Silber (Spot) 26,67 26,38 +1,1% +0,29 +1,0%
Platin (Spot) 1.123,00 1.101,48 +2,0% +21,53 +4,9%
Kupfer-Future 3,59 3,55 +1,0% +0,04 +2,0%
===


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com


DJG/thl/cln


(END) Dow Jones Newswires


February 05, 2021 10:19 ET (15:19 GMT)

Copyright (c) 2021 Dow Jones & Company, Inc.