MÄRKTE EUROPA/Vor Fed-Entscheidung aufwärts - Berichtssaison zieht an

(DJLL) Von DJ


FRANKFURT (Dow Jones)--An den europäischen Aktienmärkten ist es am Mittwoch nach oben gegangen. Während sich die Indizes nur gemächlich bewegten, spielte die Musik in den Einzelwerten. Hier gaben die Unternehmenszahlen zum zweiten Quartal den Takt vor. Der DAX gewann 0,3 Prozent auf 15.570 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,9 Prozent auf 4.103 etwas deutlicher nach oben. Der Euro pendelt um die Marke von 1,18 Dollar, während die Anleihen kaum verändert rentierten.


Nach dem Börsenschluss in Europa steht das Ergebnis der Sitzung der US-Notenbank im Blick. Dort dürfte besonders auf die Inflationsaussichten geschaut werden und auf Hinweise, wann die Zentralbank ihr Anleihekaufprogramm zurückfahren wird. Mit der Festlegung eines entsprechenden Zeitplans rechnet Michael Blumenroth, Kapitalmarktstratege der Deutschen Bank, aber noch nicht. Der US-Arbeitsmarkt befinde sich mit einer Arbeitslosenquote von aktuell 5,9 Prozent noch ein gutes Stück vom Vollbeschäftigungsniveau entfernt, während die konjunkturelle Unsicherheit angesichts der grassierenden Delta-Variante des Coronavirus zugenommen habe. Die Verabschiedung eines konkreten Fahrplans im Herbst sei dagegen wahrscheinlicher. Allerdings bestehe angesichts der jüngsten Inflationsentwicklung ein Risiko, dass die Fed schneller aus den Anleihekäufen aussteige und die Renditen in der Folge stiegen.


Deutsche Bank und Deutsche Pfandbriefbank mit guten Zahlen


Die Deutsche Bank steigerte ihren Gewinn im zweiten Quartal stärker als erwartet. Sie profitierte von deutlich geringeren Rückstellungen für ausfallgefährdete Kredite und niedrigeren Kosten. Die Erträge sanken allerdings leicht, weil das Investmentbanking nach dem Wachstum der vergangenen Quartale schwächelte. Dies belastete im Tagesverlauf, die Aktie schloss 1,1 Prozent im Minus.


Für die Aktie der Tochter DWS ging es dagegen um 1,5 Prozent nach oben. "Nach dem starken ersten Quartal hat sich das Wachstum deutlich beruhigt", kommentierte ein Marktteilnehmer die Zahlen. Allerdings sei die Kostenentwicklung weiterhin sehr günstig.


Die Aktie der Deutschen Pfandbriefbank stieg sogar um 6,4 Prozent, der vorläufige Vorsteuergewinn fiel laut Citi im zweiten Quartal höher aus als erwartet. Das Unternehmen rechne nun für 2021 mit einem Vorsteuergewinn von 180 bis 220 nach zuvor über 155 Millionen Euro.


Deutsche Börse nach Zahlen im Minus


Deutsche Börse gaben dagegen um 2,1 Prozent nach. Die Quartalszahlen des Börsenbetreibers fielen zwar einen Tick über den Erwartungen aus. Allerdings überzeugte die Anleger nicht die Qualität der Zahlen, da diese stark von Konsolidierungs- und Sondereffekten geprägt waren. Unter Herausrechnung dieser Faktoren fiel das EBITDA laut der Citigroup leicht unter den Konsensschätzungen aus.


Für die Aktie von Adecco ging es knapp 8 Prozent nach unten, nachdem der Schweizer Personaldienstleister einen milliardenschweren Zukauf in Frankreich gemeldet hat. Dort übernimmt das Unternehmen den Ingenieurdienstleister Akka Technologies, der der Transaktion zugrundeliegende Unternehmenswert beträgt 2 Milliarden Euro. Die Analysten von Stifel stufen den Deal als langfristig positiv ein, der allerdings kurzfristig belasten könne. Es sei ein hoher Preis, um das Engagement im Bereich der Luft- und Raumfahrt in Deutschland und Frankreich auszubauen. Allerdings seien die Synergien mit insgesamt 265 Millionen Euro beeindruckend und relativierten die gezahlten Multiples über die Zeit. Adecco zahlt 49 Euro je Akka-Aktie, deren Aktie haussierte um 91 Prozent auf 47,10 Euro.


Für Renault ging es um 4,5 Prozent nach oben. Die Aktie profitiert von der Entwicklung bei Nissan. Die Franzosen sind an dem japanischen Autobauer mit fast 50 Prozent beteiligt. Laut Renault hat Nissan im zweiten Quartal einen positiven Gewinnbeitrag von 173 Millionen Euro geliefert. Renault legt am Freitag dann seine Zahlen vor.


Kering stiegen um 3,6 Prozent. "Die Zahlen sind noch einmal deutlich besser als erwartet", heißt es im Handel. Der Umsatz sei auf organischer Basis um 95 Prozent gewachsen, die Prognose habe bei 86 Prozent gelegen. Auch das Wachstum von Gucci liege mit 86 Prozent über der Prognose von 77 Prozent.


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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
. stand absolut in % seit
. Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 4.103,03 +38,20 +0,9% +15,5%
Stoxx-50 3.557,53 +27,34 +0,8% +14,5%
Stoxx-600 461,70 +3,05 +0,7% +15,7%
XETRA-DAX 15.570,36 +51,23 +0,3% +13,5%
FTSE-100 London 7.016,63 +20,55 +0,3% +8,3%
CAC-40 Paris 6.609,31 +77,39 +1,2% +19,1%
AEX Amsterdam 747,66 +10,42 +1,4% +19,7%
ATHEX-20 Athen 2.101,47 +5,73 +0,3% +8,6%
BEL-20 Bruessel 4.234,06 +23,50 +0,6% +16,9%
BUX Budapest 47.527,53 +524,76 +1,1% +12,9%
OMXH-25 Helsinki 5.610,48 -15,01 -0,3% +22,3%
ISE NAT. 30 Istanbul 1.459,78 -0,40 -0,0% -10,8%
OMXC-20 Kopenhagen 1.730,92 +23,82 +1,4% +18,1%
PSI 20 Lissabon 5.037,87 +56,70 +1,1% +4,0%
IBEX-35 Madrid 8.733,70 +34,50 +0,4% +8,2%
FTSE-MIB Mailand 25.261,67 +175,12 +0,7% +12,8%
RTS Moskau 1.616,34 +21,70 +1,4% +16,5%
OBX Oslo 996,66 -2,91 -0,3% +16,0%
PX Prag 1.200,60 +4,45 +0,4% +16,9%
OMXS-30 Stockholm 2.381,89 +5,92 +0,2% +27,1%
WIG-20 Warschau 2.245,76 +21,17 +1,0% +13,2%
ATX Wien 3.502,23 +16,27 +0,5% +25,0%
SMI Zuerich 12.073,23 +52,14 +0,4% +12,8%

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 8:46 Di, 17:11 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1811 -0,06% 1,1934 1,1905 -3,3%
EUR/JPY 129,99 +0,20% 132,30 131,84 +3,1%
EUR/CHF 1,0790 -0,15% 1,0961 1,0952 -0,2%
EUR/GBP 0,8507 -0,05% 0,8552 0,8549 -4,7%
USD/JPY 110,06 +0,26% 110,79 110,74 +6,6%
GBP/USD 1,3884 +0,01% 1,3931 1,3927 +1,6%
USD/CNH (Offshore) 6,5010 -0,40% 6,4849 6,4841 -0,0%
Bitcoin
BTC/USD 39.862,26 +4,11% 33.916,01 30.845,26 +37,2%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 72,26 71,65 +0,85% 0,61 +50,0%
Brent/ICE 74,72 74,48 +0,32% 0,24 +46,2%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.801,01 1.799,05 +0,11% +1,96 -5,1%
Silber (Spot) 24,88 24,70 +0,74% +0,18 -5,7%
Platin (Spot) 1.062,40 1.054,85 +0,72% +7,55 -0,8%
Kupfer-Future 4,57 4,55 +0,60% +0,03 +29,7%
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Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com


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July 28, 2021 12:22 ET (16:22 GMT)

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