MÄRKTE USA/Powell hievt Wall Street ins Plus

(DJLL) Von DJ


NEW YORK (Dow Jones)--Die Wall Street hat am Dienstag nach Verlusten zum Start ins Plus gedreht. Vor allem die Nasdaq profitierte von als tendenziell taubenhaft gesehenen Aussagen des Fed-Präsidenten Jerome Powell, zumal Anleger hier die gesunkenen Kurse zum Einstieg nutzten.


Der Dow-Jones-Index gewann 0,5 Prozent auf 36.252 Punkte. Für den S&P-500 ging es 0,9 Prozent nach oben. Der Nasdaq-Composite gewann 1,4 Prozent. An der Nyse gab es 2.455 (Montag: 1.218) Kursgewinner und 896 (2.133) -verlierer. Unverändert schlossen 129 (178) Titel.


Powell äußerte sich vor dem Senatsausschuss für Banken. Er bekräftigte die Inflation bekämpfen zu wollen, und dass die Wirtschaft die aggressive Stimulierung nicht mehr benötige. Er sagte aber auch, das Gros der Inflation sei auf die Corona-Pandemie zurückzuführen. Er zeigte sich optimistisch, dass sich die Engpässe in den Lieferketten entspannen, was dazu beitragen werde, die Inflation zu senken. Mit den Aussagen lief der Dollar nach unten, während Aktien und Gold zulegten. Powell wurde also als "taubenhaft" interpretiert, vor allem wohl auch in Kontrast zu dem falkenhaften jüngsten Fed-Protokoll.


Falkenhafte Aussagen anderer Fed-Mitglieder bremsten kaum. So hat Loretta Mester von der Fed von Cleveland betont, eine Zinserhöhung im März zu unterstützen, sofern das wirtschaftliche Umfeld dem gegenwärtigen entspreche. Und Kansas-Fed-Präsidentin Esther George will rasch die 8,5 Billionen starken Fed-Bestände an Anleihen reduzieren. Auch der Präsident der Federal Reserve Bank of Atlanta, Raphael Bostic, hat sich offen für eine Zinserhöhung im März gezeigt. Wie Mester erwartet er, dass die Fed ihren Leitzins im Laufe des Jahres wahrscheinlich dreimal anheben wird.


Renditen drehen ins Minus - Dollar mit Powell-Aussagen leichter


Am Anleihemarkt drehten die Renditen ins Minus. Vor allem am kurzen Ende kamen die Renditen mit den Powell-Äußerungen zurück. Zunächst war auch die Rendite zehnjähriger Papiere leicht gestiegen. Bereits am Vortag war sie auf den höchsten Stand seit Beginn der Corona-Pandemie im Jahr 2020 gestiegen. Die Zehnjahresrendite notiert bei 1,74 Prozent, 2,5 Basispunkte tiefer als am Vortag.


Der Dollar zeigte sich mit den Aussagen Powells leichter, der Dollarindex verlor 0,4 Prozent. Eine weniger aggressive Geldpolitik mindert die Attraktivität der Währung. Nach den kräftigen Gewinnen des Dollar in der zweiten Jahreshälfte 2021 werde der Aufwärtspfad für den Greenback zunehmend steinig, sagten Teilnehmer.


Gold profitierte vom fallenden Dollar und der Hoffnung auf eine weniger straffe Geldpolitik. Die Feinunze legte 21 Dollar auf 1.823 zu.


Am Ölmarkt erholten sich die Preise massiv von den Vortagesabgaben. Das Ölangebot bleibe weiterhin hinter der Nachfrage zurück, heißt es von Teilnehmern. Die großen Opec-Ölproduzenten haben sich zwar zu einer schrittweisen Erhöhung des Angebots verpflichtet, doch die Förderung ist geringer als versprochen, so die Analysten von ANZ.


Intel fest - IBM schwach


Der Chipkonzern Intel (+1,3%) hat einen Nachfolger für den im Mai in den Ruhestand gehenden Finanzchef George Davis gefunden. David Zinsner, derzeit noch CFO bei Micron Technology Inc, soll den Posten übernehmen. Micron kündigte an, dass Chief Business Officer Sumit Sadana vorübergehend auch die Rolle des CFO übernehmen werde. Die Suche nach einem Nachfolger habe begonnen. Die Titel von Micron legten um 0,3 Prozent zu.


Daneben hat Intel Verweise auf die chinesische Region Xinjiang aus einem offenen Brief entfernt, den das Unternehmen im vergangenen Monat an seine Zulieferer geschickt hatte. Das Schreiben hatte in China einen Aufruhr in den sozialen Medien ausgelöst. In dem Schreiben hatte Intel seine weltweiten Zulieferer aufgefordert, keine Waren aus der nordwestchinesischen Region zu beziehen.


IBM reduzierten sich um 1,6 Prozent. Die UBS hat die Aktie auf "Sell" abgestuft wegen Bedenken zum Umsatzwachstum nach der Ausgliederung von Kyndryl Holdings und wegen Zweifeln, ob IBM im Cloud-Markt kunkurrenzfähig ist.


Pfizer (+0,8%) arbeitet an einem Hybridimpfstoff, der Coronavirus-Varianten einschließlich Omikron abdecken soll. Bei Bedarf soll bis März die Zulassung beantragt werden, so CEO Albert Bourla.


Die Aktien von CVS Health rückten 0,9 Prozent vor, nachdem das Unternehmen seine Ergebnisprognose für 2021 angehoben hat.


Albertsons profitierten nicht nachhaltig von überraschend starken Geschäftszahlen und einer höheren Jahresgewinnprognose. Nach einem anfänglichen vorbörslichen Kurssprung von über 5 Prozent lagen die Titel des Supermarktbetreibers 9,7 Prozent im Minus. Hier dürften Anleger Gewinne mitnehmen, denn im vergangenen Jahr hat die Aktie um gut 90 Prozent zugelegt.


Die Aktie von American Airlines gewann 1,2 Prozent, nachdem die Fluggesellschaft die Prognose für das vierte Quartal angehoben hat. Das Geschäft lief weniger schlecht als erwartet. Der Umsatz dürfte verglichen mit dem vierten Quartal 2019, also vor Ausbruch der Pandemie, um 17 Prozent zurückgegangen sein, nachdem bislang ein Minus von 20 Prozent in Aussicht gestellt worden war.


Boeing verteuerten sich um 3,2 Prozent. Der Flugzeugbauer hat im vergangenen Jahr 340 Verkehrsflugzeuge ausgeliefert, davon 99 im vierten Quartal. Damit hat der US-Konzern seinen Flugzeugauslieferungen 2021 im Vergleich zu 2020 wie geplantmehr als verdoppelt.


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INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 36.252,02 +0,5% 183,15 -0,2%
S&P-500 4.713,03 +0,9% 42,74 -1,1%
Nasdaq-Comp. 15.153,45 +1,4% 210,62 -3,1%
Nasdaq-100 15.844,12 +1,5% 229,70 -2,9%

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 0,89 +0,0 0,89 16,5
5 Jahre 1,50 -1,6 1,52 24,2
7 Jahre 1,68 -2,2 1,70 24,3
10 Jahre 1,74 -2,5 1,76 22,9
30 Jahre 2,07 -2,4 2,09 16,8

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8:11 Uhr Mo, 17:30 % YTD
EUR/USD 1,1368 +0,4% 1,1339 1,1326 -0,0%
EUR/JPY 131,07 +0,4% 130,60 130,41 +0,1%
EUR/CHF 1,0499 -0,0% 1,0499 1,0477 +1,2%
EUR/GBP 0,8339 -0,0% 0,8346 0,8349 -0,8%
USD/JPY 115,29 +0,1% 115,16 115,14 +0,2%
GBP/USD 1,3632 +0,4% 1,3592 1,3566 +0,8%
USD/CNH (Offshore) 6,3773 -0,1% 6,3791 6,3822 +0,4%
Bitcoin
BTC/USD 42.787,34 +2,8% 42.113,70 41.644,13 -7,5%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 81,44 78,23 +4,1% 3,21 +8,3%
Brent/ICE 83,72 80,87 +3,5% 2,85 +7,4%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.822,87 1.801,64 +1,2% +21,23 -0,4%
Silber (Spot) 22,78 22,47 +1,4% +0,31 -2,3%
Platin (Spot) 975,58 944,90 +3,2% +30,68 +0,5%
Kupfer-Future 4,43 4,35 +1,8% +0,08 -0,7%
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January 11, 2022 16:08 ET (21:08 GMT)

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