MÄRKTE USA/Ölpreisrückgang und Inflationsdaten stützen Aktien

(DJLL) Von DJ


NEW YORK (Dow Jones)--Kräftig gesunkene Ölpreise verhelfen den US-Börsen am Dienstag zu einer moderaten Erholung. Positiv werden auch die Daten zu den Erzeugerpreisen aufgenommen. Der Anstieg im Februar fiel schwächer aus als erwartet, insbesondere in der Kernrate. Auf der anderen Seite begrenzen Pandemieängste, der Ukraine-Krieg und die anstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank am Mittwoch Kurspotenzial.


Kurz nach der Startglocke gewinnt der Dow-Jones-Index 0,6 Prozent, nachdem er im frühen Hoch auch schon 1 Prozent zugelegt hatte. Der S&P-500 steigt um 0,5 Prozent und der Nasdaq-Composite um 0,4 Prozent.


Die rasant steigende Zahl der Corona-Fallzahlen in China, neue Lockdowns in zahlreichen chinesischen Städten und pandemiebedingte Werksschließungen wecken Befürchtungen, dass sich die Lieferkettenprobleme wieder verschärfen könnten. China steht aber auch im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg im Blick. Moskau hat nach Aussagen von US-Vertretern Peking um militärische Ausrüstung gebeten, um die Sanktionen des Westens zu umgehen. Gespräche dazu zwischen Vertretern der USA und Chinas am Montag in der italienischen Hauptstadt Rom sind nach US-Angaben ergebnislos zu Ende gegangen.


Dazu haben die USA China Sanktionen angedroht, sollte es Russland unterstützen. Russland setzt derweil seine Angriffe auf ukrainische Ziele unvermindert fort.


Sowohl die Erzeugerpreise wie auch der überraschende Rückgang des Empire State Manufacturing Index dämpfen derweil die noch verbliebenen Spekulatioanen am Markt über einen großen Zinsschritt der US-Notenbank. Beobachter rechnen mehrheitlich mit einer kleinen Zinserhöhung um 25 Basispunkte.


Ölpreise weiter auf Talfahrt


Erneut deutlich abwärts geht es mit den Preisen am Ölmarkt. Sowohl WTI als auch Brent sind erstmals seit gut zwei Wochen wieder unter die Marke von 100 Dollar je Barrel gerutscht. Händler verweisen auf Spekulationen über eine sinkende Nachfrage aus China infolge der dortigen Corona-Pandemie, aber auch Hoffnungen auf ein Ende des Kriegesn angesichts der weitergehenden Gespräche zwischen Russland und der Ukraine. Zudem habe sich die befürchtete globale Ölknappheit, die der große Preistreiber war, bislang nicht bewahrheitet und Russland liefere weiter Öl und finde auch trotz derSanktionen weiter Abnehmer.


Auch das Atomabkommen mit dem Iran sei trotz des jüngsten Raketenangriffs auf den Irak noch nicht gescheitert. Damit könnte weiteres Öl auf den Markt kommen. Dazu gesellen sich Berichte, auch aus Venezuela könnte zusätzliches Erdöl an den Markt gelangen - US-Sanktionen könnten fallen. US-Regierungsbeamte bestätigten entsprechende Gespräche.


Der als sicherer Hafen geltende Dollar gibt mit dem zaghaften Optimismus in Bezug auf die Gespräche zwischen der Ukraine und Russland nach. Für den Dollar-Index geht es um 0,2 Prozent nach unten. Die Stimmung bleibt jedoch fragil und der Dollar könnte vor der Sitzung der Federal Reserve selektiv an Stärke gewinnen, heißt es von der ING. "Die militärischen Aktionen der russischen Armee in der Ukraine haben keine Anzeichen einer Deeskalation gezeigt, aber die Märkte sehen die Intensivierung der Gespräche mit Wohlwollen", so die Experten.


Gold, das Anfang des Monats noch über 2.000 Dollar je Feinunze notierte, gibt erneut nach. Anleger trennen sich in Erwartung der Fed-Zinserhöhung von dem zinslos gehaltenen Edelmetall.


Anleihen verzeichnen wieder etwas Zulauf. Nach dem jüngst deutlichen Anstieg kommen die Renditen etwas zurück. Jim Reid von der Deutschen Bank sieht den Anleihemarkt in einer merkwürdigen Situation. Die in den zurückliegenden Wochen stark gestiegenen Energiepreise signalisierten das Risiko einer Rezession, was die Anleger zur Flucht in den Anleihemarkt veranlasse. Als sich aber in den vergangenen Tagen die Preise für Öl und Gas von ihren Hochs entfernt hätten, seien die Renditen kräftig gestiegen, weil nun Zinserhöhungen am Markt wieder als wahrscheinlicher angesehen würden.


Optimistische Ausblicke geben den Aktien von Fluggesellschaften Auftrieb. Der Sektor dürfte daneben auch vom wieder billigeren Öl profitieren. United Airlines (+7,1%), Southwest Airlines (+5,2%) und Delta Air Lines (+6,8%) rechnen allesamt mit steigenden Umsätzen im Zuge des sich erholenden Passagieraufkommens.


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INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 33.134,58 +0,6% 189,34 -8,8%
S&P-500 4.192,57 +0,5% 19,46 -12,0%
Nasdaq-Comp. 12.632,10 +0,4% 50,88 -19,3%
Nasdaq-100 13.104,49 +0,4% 57,85 -19,7%

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 1,79 -7,3 1,86 106,0
5 Jahre 2,03 -6,5 2,09 76,6
7 Jahre 2,09 -6,5 2,15 64,8
10 Jahre 2,08 -5,9 2,14 57,4
30 Jahre 2,44 -3,9 2,48 53,8

DEVISEN zuletzt +/- % Di,8:51h Mo, 17:45 Uhr % YTD
EUR/USD 1,0981 +0,4% 1,0979 1,0984 -3,4%
EUR/JPY 129,58 +0,2% 129,90 129,57 -1,0%
EUR/CHF 1,0317 +0,5% 1,0326 1,0282 -0,6%
EUR/GBP 0,8403 -0,0% 0,8446 0,8416 +0,0%
USD/JPY 117,99 -0,2% 117,97 117,96 +2,5%
GBP/USD 1,3069 +0,5% 1,3035 1,3053 -3,4%
USD/CNH (Offshore) 6,3992 +0,1% 6,3958 6,3861 +0,7%
Bitcoin
BTC/USD 38.579,97 -1,9% 38.782,31 38.979,29 -16,6%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 96,19 103,01 -6,6% -6,82 +29,2%
Brent/ICE 99,39 106,90 -7,0% -7,51 +28,9%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.924,25 1.953,79 -1,5% -29,54 +5,2%
Silber (Spot) 24,86 25,11 -1,0% -0,26 +6,6%
Platin (Spot) 1.008,12 1.037,86 -2,9% -29,74 +3,9%
Kupfer-Future 4,47 4,51 -1,0% -0,05 +0,0%
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March 15, 2022 09:56 ET (13:56 GMT)

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