MÄRKTE EUROPA/Berg und Talfahrt hält an - Valneva brechen ein

(DJLL) Von DJ


FRANKFURT (Dow Jones)--Nach dem Plus zum Wochenausklang ist es an den europäischen Aktienmärkten am Montag wieder nach unten gegangen. Das Auf und Ab an den Finanzmärkten setzte sich damit einen weiteren Tag fort. Der DAX pendelt erneut zunächst um die Marke bei 14.000 Punkten, drehte im Verlauf etwas deutlicher nach unten ab. Übergeordnet belastete weiterhin der Ukrainekrieg und die Sorgen vor Energieengpässen in Europa. Zudem verursachte China unverändert Konjunktursorgen und Lieferkettenprobleme.


Aktuell belasteten schwache Wirtschaftsdaten aus China. Dort ging die Industrieproduktion im April entgegen den Erwartungen zurück, und die Einzelhandelsumsätze brachen noch stärker ein als ohnehin befürchtet. Auch aus den USA kamen am Nachmittag schwache Daten. Der DAX fiel 0,5 Prozent auf 13.964 Punkte, die Indexmitglieder Fresenius und Porsche wurden ex Dividende gehandelt. Der Euro-Stoxx-50 gab um 0,5 Prozent auf 3.685 Zähler nach.


Valneva-Aktie schwach - EU will Covid-19-Kontrakt kündigen


Für die Aktie von Valneva ging es um 19 Prozent nach unten. Auslöser war die Ankündigung, dass die Europäischen Union ihre Vorkaufvereinbarung für den Impfstoff gegen Covid-19 des französischen Pharmaunternehmens aufgekündigt hatte. In dem mit der EU-Kommission geschlossenen Kaufvertrag war das Recht eingeräumt worden, den Vertrag zu kündigen, sollte der Impfstoff bis Ende April keine Zulassung von der EU-Arzneimittelbehörde erhalten haben. Valneva hat nun nach eigenen Angaben ab dem 13. Mai 30 Tage Zeit, um eine Marktzulassung noch zu bekommen oder einen akzeptablen Sanierungsplan vorzuschlagen. Die Analysten von Bryan Garnier behielten die Kaufempfehlung aufgrund des Umsatzpotenzials der Chikungunya- und Borreliose-Impfstoffkandidaten bei, überprüften allerdings das Kursziel.


Vodafone gewannen dagegen 1,9 Prozent: den Grund liefert die Nachricht, dass sich die Emirates Telecommunications Group mit knapp 10 Prozent beteiligt. "Das zeigt: Die Branche ist interessant", so ein Händler. Der Wert des Pakets lag bei umgerechnet etwa 4 Milliarden Dollar. Emirates zufolge ist die Investition eine Nutzung ihrer starken Bilanz zu einer attraktiven Bewertung. Sie biete zudem die Möglichkeit, künftige Werte zu realisieren.


Analysten machen Kurse


Nachdem die Berichtssaison für das erste Quartal ihren Zenit überschritten hat, waren Analysten als Impulsgeber für die Einzelwerte wieder stärker gefragt. Ein Kursgewinner im DAX waren Sartorius mit 2,0 Prozent Plus, nachdem sie von der UBS auf "Kaufen" hochgestuft worden waren. Continental und Vitesco fielen bis zu 3,2 Prozent. Die Analysten von JP Morgan hatten bei vielen Autozulieferern die Kursziele drastisch gekappt. Faurecia in Paris fielen 1,2 Prozent.


Die Nachrichtenlage auf Unternehmensseite war weiter häufig von den Folgen des Ukraine-Kriegs geprägt. So hatte Autohersteller Renault sein Geschäft in Russland wie erwartet komplett abgeschrieben. Der Konzern verkaufte das Russland-Geschäft an den russischen Staat. Das führte zu einer Belastung von 2,2 Milliarden Euro, die Aktien schlossen etwas leichter.


Ryanair kann keinen belastbaren Ausblick geben


Unter den Airline-Aktien belasten Ryanair. Die Gesellschaft sah sich nicht in der Lage zu einem belastbaren Ausblick zur Höhe des Gewinns im Geschäftsjahr. Die Aktien gaben 1,7 Prozent nach. Positiv sei aber die Auslastung von 82 Prozent, sie sei gemessen an den Konkurrenten hoch, hieß es.


Deutlich fester gegen den Markt mit 4,8 Prozent Plus zeigten sich die Aktien der französischen Supermarktkette Casino dank ihrer Verkaufspläne für Greenyellow. Entsprechende Spekulationen wurden nun bestätigt. "Casino könnte einen guten Preis bekommen", sagte ein Händler mit Blick auf die Tochter für Erneuerbare Energien.


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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 3.685,34 -18,08 -0,5% -14,3%
Stoxx-50 3.603,29 -1,77 -0,0% -5,6%
Stoxx-600 433,67 +0,19 +0,0% -11,1%
XETRA-DAX 13.964,38 -63,55 -0,5% -12,1%
FTSE-100 London 7.464,80 +46,65 +0,6% +0,5%
CAC-40 Paris 6.347,77 -14,91 -0,2% -11,3%
AEX Amsterdam 694,62 +0,49 +0,1% -13,0%
ATHEX-20 Athen 2.059,26 -20,92 -1,0% -3,9%
BEL-20 Brüssel 3.967,83 +23,27 +0,6% -7,9%
BUX Budapest 41.248,02 -7,68 -0,0% -18,7%
OMXH-25 Helsinki 4.756,85 +10,15 +0,2% -14,8%
ISE NAT. 30 Istanbul 2.646,41 -35,56 -1,3% +30,7%
OMXC-20 Kopenhagen 1.621,99 +6,19 +0,4% -13,0%
PSI 20 Lissabon 5.705,12 +36,36 +0,6% +3,1%
IBEX-35 Madrid 8.353,70 +15,60 +0,2% -4,1%
FTSE-MIB Mailand 24.033,05 -15,24 -0,1% -12,1%
RTS Moskau 1.174,06 +41,83 +3,7% -26,4%
OBX Oslo 1.113,17 +3,60 +0,3% +4,2%
PX Prag 1.297,38 +0,47 +0,0% -9,0%
OMXS-30 Stockholm 2.004,49 -6,84 -0,3% -17,2%
WIG-20 Warschau 1.762,22 -3,41 -0,2% -22,3%
ATX Wien 3.127,69 +27,82 +0,9% -19,2%
SMI Zürich 11.672,23 +21,81 +0,2% -9,4%

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite 0,93 -0,01 +1,11
US-Zehnjahresrendite 2,87 -0,05 +1,36

DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 7:40 Uhr Fr, 17:32 Uhr % YTD
EUR/USD 1,0419 +0,2% 1,0407 1,0414 -8,4%
EUR/JPY 134,57 +0,0% 134,19 134,55 +2,8%
EUR/CHF 1,0450 +0,3% 1,0433 1,0420 +0,7%
EUR/GBP 0,8488 -0,0% 0,8496 0,8509 +1,0%
USD/JPY 129,15 -0,2% 128,95 129,23 +12,2%
GBP/USD 1,2276 +0,2% 1,2250 1,2237 -9,3%
USD/CNH (Offshore) 6,8020 +0,0% 6,8078 6,7992 +7,0%
Bitcoin
BTC/USD 29.608,53 -4,6% 30.399,45 30.518,19 -36,0%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 112,75 110,49 +2,0% 2,26 +53,7%
Brent/ICE 112,80 111,55 +1,1% 1,25 +48,5%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.813,72 1.811,51 +0,1% +2,22 -0,9%
Silber (Spot) 21,46 21,12 +1,6% +0,34 -7,9%
Platin (Spot) 945,68 942,78 +0,3% +2,91 -2,6%
Kupfer-Future 4,18 4,17 +0,1% +0,01 -6,1%
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May 16, 2022 12:07 ET (16:07 GMT)

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