PRESSESPIEGEL/Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, Branchen
(Dow Jones Newswires)
Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.
EUROPÄISCHER EMISSIONSHANDEL - Saarstahl-Chef Stefan Rauber kritisiert die aktuellen politischen Debatten um eine mögliche Aufweichung des europäischen Emissionshandels (ETS), die vor allem von Deutschland, Italien und der heimischen Chemieindustrie vorangetrieben wird. Für die saarländische Stahlindustrie, die mit den Schwesterunternehmen Saarstahl und Dillinger Hütte ein 4,6 Milliarden Euro schweres Mammutprojekt zur Umstellung auf "grünen" Stahl bereits zu zwei Dritteln umgesetzt hat, wäre ein Zurückrudern der Politik existenzbedrohend: Das neue, staatlich forcierte Geschäftsmodell rechnet sich nur bei wie vereinbart steigenden CO2-Preisen. Rauber warnt, dass eine Aufweichung der Regeln oder die Gewährung kostenloser Emissionsrechte für die Chemieindustrie diejenigen belohnen würde, die die grüne Transformation verschleppt haben, während verlässliche Investoren bestraft und geschädigt würden. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
INFRASTRUKTURINVESTITIONEN - Deutschland ist für Martin Blessing zu langsam bei den Investitionen in die Infrastruktur. Für den persönlichen Investitionsbeauftragter des Bundeskanzlers ist mehr Tempo auf der öffentlichen Seite nötig, um privates Kapital zu mobilisieren. "Wir müssen uns schneller bewegen", sagte Blessing bei einer Tagung von Table-Media am Rand der Private-Equity-Konferenz in Berlin der Börsen-Zeitung. Beim Antritt der neuen Aufgabe vor neun Monaten habe er die Bundesregierung um eine Liste von 50 wichtigen Projekten mit Finanzierungsbedarf gebeten. "Das Interessante ist: Am nächsten Tag rief das Geld, aber ich warte noch heute auf die Liste", sagte Blessing. (Börsen-Zeitung)
START-UPS - Deutschland könnte die Finanzierungslücke seiner vielversprechenden Techunternehmen im Vergleich zu den Vereinigten Staaten mit privatem Kapital schließen. Dafür müssten deutsche institutionelle Investoren lediglich 2 Prozent ihres Kapitals in europäische Wagnis- und Wachstumskapitalfonds investieren. Das ist das Ergebnis eines Berichts des neu gegründeten "German Venture and Growth Forums", einer Vereinigung von 24 großen deutschen Wagniskapitalinvestoren. Der Gruppe gehören unter anderem HV Capital, Earlybird und Project A an. "Wir haben die Talente, die wissenschaftliche Basis und die industrielle Infrastruktur, um globale Technologieführer hervorzubringen", sagte Benedikt von Schoeler, ein Mitgründer des Wagniskapitalgebers Vsquared. Es brauche jetzt ausreichend Wachstumskapital, damit "Weltmarktführer auch in Zukunft aus Deutschland heraus entstehen und langfristig Wertschöpfung schaffen" könnten. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
CHINA - Der CDU-Bundestagsabgeordnete Nicolas Zippelius warnte in einem Interview mit der Börsen-Zeitung vor den wachsenden und ernstzunehmenden Risiken einer wirtschaftlichen Abhängigkeit von China, die sich von kritischen Rohstoffen wie Seltenen Erden bis hin zu digitalen Systemen erstreckt. Angesichts der unklaren Stoßrichtung der aktuellen Bundesregierung plädiert er für einen konsequenten, europäisch geschlossenen Ansatz, der statt bloßer Strategiepapiere handfeste Maßnahmen zur Risikominderung (De-Risking) ergreift. Um faire Wettbewerbsbedingungen und Reziprozität im Handel durchzusetzen, verlangt er neben der Stärkung des Standorts Deutschland und Europa durch bessere Investitionsbedingungen auch den gezielten Aufbau eines zentralen China-Kompetenzzentrums. (Börsen-Zeitung)
FCAS - Das milliardenschwere Rüstungsprojekt FCAS ist nach jahrelangen Vorbereitungen für einen gemeinsamen deutsch-französischen Kampfjet gescheitert. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron mitgeteilt, dass man aus dem Projekt aussteige. Das erfuhr das Handelsblatt aus Regierungskreisen. Ein digitales Steuerungssystem, das ebenfalls Teil von FCAS ist und die Flugzeuge mit Drohnen und Satelliten verbinden soll, wollen die beiden Länder weiter gemeinsam entwickeln. Grund für das Scheitern des Kampfjet-Projekts sind laut einem deutschen Spitzenbeamten die unterschiedlichen Vorstellungen bei den Konzernen Airbus und Dassault über die Aufgabenverteilung. (Handelsblatt)
BUY EUROPEAN - Die EU will ihre "Buy European"-Regeln für Dienstwagen und E-Autos für drei Partnerländer öffnen. Nach Informationen des Handelsblatts sollen künftig auch Autos aus Großbritannien, Japan und Südkorea als "Trusted Partners" von den Vorgaben profitieren. Die Ausnahme dürfte das Nissan-Werk im britischen Sunderland retten. Der japanische Autobauer hatte davor gewarnt, wegen der neuen EU-Regeln seine Fabrik in Großbritannien schließen zu müssen. Fast die Hälfte aller dort produzierten Fahrzeuge, etwa 45 Prozent, werden in die EU verkauft. Mit den geplanten Regeln drohte Großbritannien, seinen Standortvorteil zu verlieren. Gemeinsam wollen die vier "Trusted Partners" - EU, Großbritannien, Japan und Korea - gegen chinesische Überkapazitäten vorgehen und ihre Autoindustrien abschirmen, untereinander jedoch Wettbewerb und gegenseitigen Marktzugang ermöglichen, sagten drei EU-Beamte dem Handelsblatt. (Handelsblatt)
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(END) Dow Jones Newswires
June 09, 2026 00:47 ET (04:47 GMT)
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