AKTIEN IM FOKUS: Halbleiterwerte global weiter auf Erholungskurs
(dpa-AFX) FRANKFURT/SEOUL/NEW YORK/PARIS (dpa-AFX) - Anleger nutzen die gedrückten Kurse im globalen Halbleitersektor direkt wieder zum Einstieg. Am vergangenen Freitag war vor allem in New York eine Welle an Gewinnmitnahmen über die Branche geschwappt, die dann am Montag in Asien ankam. Doch noch am Montag hatten die Anleger damit begonnen, die reduzierten Kurse wieder zum Kauf zu nutzen. Börsianer vermuten, dass die Fantasie rund um Künstliche Intelligenz (KI) von dem jüngsten Kursrutsch unbeeindruckt bleibt.
FRANKFURT/SEOUL/NEW YORK/PARIS (dpa-AFX) - Anleger nutzen die gedrückten Kurse im globalen Halbleitersektor direkt wieder zum Einstieg. Am vergangenen Freitag war vor allem in New York eine Welle an Gewinnmitnahmen über die Branche geschwappt, die dann am Montag in Asien ankam. Doch noch am Montag hatten die Anleger damit begonnen, die reduzierten Kurse wieder zum Kauf zu nutzen. Börsianer vermuten, dass die Fantasie rund um Künstliche Intelligenz (KI) von dem jüngsten Kursrutsch unbeeindruckt bleibt.
Am Vorabend schon hatten US-Branchenwerte wie Marvell Technology , Micron oder Intel in New York schwungvoll zur Erholung angesetzt. An der technologielastigen Börse in Südkorea glich der Leitindex Kospi am Dienstag sein mehr als achtprozentiges Minus vom Wochenbeginn mehr oder weniger wieder aus. Die Titel des Branchenriesen SK Hynix waren am Dienstag in Seoul um fast elf Prozent angesprungen und für US-Sektoraktien bahnen sich im außerbörslichen Handel weitere Gewinne an.
In der Folge davon zeigten sich am Dienstag auch europäische Branchenwerte weiter stabilisiert: Allen voran Infineon , die im Dax mit zwei Prozent Plus an die 80-Euro-Marke zurückkehrten. Der deutsche Leitindex legte moderat zu.
Ausrüster wie Aixtron , Suss oder PVA Tepla bewegten sich ebenfalls im positiven Bereich, genauso wie die Titel der europäischen Player ASML und STMicroelectronics . "Die Stimmung im Technologiesektor ist nervös, aber weiter optimistisch", schrieb der Marktbeobachter Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets.
Die Märkte kehren offenbar schnell in alte Szenarien zurück in der Annahme, dass Speicher-Infrastrukturen den größten Engpass in der Wertschöpfungskette darstellen. Neben Chipherstellern profitieren davon schon länger Speicherhersteller, neuerdings aber auch der breitere Kreis an IT-Infrastrukturen, die bis hin zu Netzwerken reichen. Unter Druck bleiben dagegen Software-Werte wegen der Sorge, dass KI ihre Geschäftsmodelle gefährden könnte. SAP zum Beispiel büßten am Dienstag fast ein Prozent ein.
"Aktuell spricht vieles dafür, dass die Geschwindigkeit der KI-Entwicklung weiterhin unterschätzt wird", kommentierte Analyst Hagen Ernst vom Vermögensverwalter DJE Kapital. Dabei sei vor allem die Nachfrage nach KI-Rechenkapazitäten und die Monetarisierung von KI-Anwendungen entscheidend. Solange die verfügbaren Kapazitäten nicht ausreichten, geht er von einem anhaltenden Trend aus - mit den größten Engpässen bei Speicherchips und Stromkapazitäten.
Die Titel von Infineon waren am Vortag schon angezogen, nachdem sich das Analysehaus Arete mit einem dreistelligen Kursziel aus der Analystenriege hervorwagte. Experte Jim Fontanelli traut dem deutschen Chipkonzern wegen des KI-Umsatzpotenzials einen Anstieg bis auf 114 Euro zu, was aktuell eine Steigerung um mehr als 40 Prozent verspricht - obwohl sich der Kurs in diesem Jahr bis dato immer noch mehr als verdoppelt hat./tih/la/stk
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