MÄRKTE EUROPA/Fester - Ölpreisrückgang lindert Inflationssorgen
(Dow Jones Newswires)
DOW JONES--Die europäischen Börsen bauen ihre Gewinne am Dienstag im Verlauf aus. Die Vorgabe der Wall Street stützt ebenso wie die aus Asien. In Seoul konnte der technologielastige Kospi mit einem Plus von über 8 Prozent den Einbruch vom Vortag wieder wettmachen. In den USA wie auch in Asien trieb vor allem eine Erholung bei den zuletzt unter starken Gewinnmitnahmen leidenden Aktien aus dem Halbleitersektor. Sie werden auch in Europa weiter favorisiert werden, nachdem sie hier im Handelsverlauf am Vortag bereits angezogen hatten.
Der DAX notiert 0,7 Prozent höher bei 24.777 Punkten, der Euro-Stoxx-50 erholt sich um 1 Prozent. Marktexperte Thomas Altmann von QC Partners sieht den DAX derzeit auf Richtungssuche. Den initialen Vortagesverlust hätten offensichtlich einige Schnäppchenjäger zum Einstieg genutzt. Das sichere den DAX nach unten ab. Nach oben hätten zuletzt aber immer wieder zügig Gewinnmitnahmen eingesetzt.
Der Stimmung zuträglich ist, dass es im Nahost-Konflikt keine neuen Kampfhandlungen gibt, nachdem Israel und der Iran am Vortag wieder eine Waffenruhe verkündet hatten. Derweil strahlt US-Präsident Donald Trump weiter Zuversicht im Hinblick auf eine baldige Einigung mit dem Iran aus. Verstärkt wird diese durch Aussagen des iranischen UNO-Botschafters, der Ende Juni als möglichen Termin für eine Vereinbarung in den Raum gestellt hat.
Stützend wirkt auch der vor diesem Hintergrund leicht nachgebende Ölpreis. Brentöl kostet aktuell rund 93 Dollar, über 4 Dollar weniger als im frühen Tageshoch am Montag. Das dämpft Inflationssorgen. Am Anleihemarkt sinken daher die Renditen etwas.
Von der EZB wird am Donnerstag dessen ungeachtet eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte erwartet vor dem Hintergrund des Inflationsanstiegs als Folge des Energiepreisschocks durch die Blockade der Straße von Hormus. Neue Inflationsdaten dürften die Währungshüter darin bestärken. In den Niederlanden betrug die Inflation im Mai 3,5 Prozent, verglichen mit 2,8 Prozent im April. Die EZB peilt eine Teuerung um 2,0 Prozent an. Der Euro zieht leicht an auf 1,1570 Dollar.
Konjunkturseitig gibt es positive Signale: In China sind die Exporte im Mai stärker gestiegen als im April und auch deutlicher, als Ökonomen geschätzt hatten. Auch die Importe übertrafen die Schätzungen. In Deutschland sind die Exporte zuletzt ebenfalls stärker gestiegen als erwartet. Derweil stieg auch die Produktion im produzierenden Sektor im April wider Erwarten leicht.
LBBW-Ökonom Jens-Oliver Niklasch relativiert allerdings: "Hier ist wohl das Wetter der Wohltäter. Das Baugewerbe hat um 2,4 Prozent zugelegt (…..). Ansonsten das altbekannte Bild: Die Aufwärtsimpulse für die Konjunktur sind bislang eher schwach ausgeprägt (...). Alles in allem war der Start ins zweite Quartal damit aber nicht so schlecht, wie man vielleicht angesichts dieser Ausgangslage befürchten konnte."
Unternehmensseitig hat der Pharmariese GSK seine Prognose für 2026 bestätigt, trotz eines 10,6 Milliarden Dollar schweren Gebots für das US-Biotechnologieunternehmen Nuvalent. GSK bietet 124 Dollar je Aktie, entsprechend einem Aufschlag von rund 40 Prozent auf den Schlusskurs am Montag. Die GSK-Aktie fällt um 1,3 Prozent.
Im Blick stehen Rüstungsaktien, besonders solche von Flugzeugbauern wie Saab, nachdem das milliardenschwere Projekt eines deutsch-französischen Kampfjets gescheitert ist, weil die beiden dafür vorgesehenen Unternehmen Dassault Aviation und Airbus nicht zusammenfanden. Airbus drehen ins Plus und gewinnen 0,4 Prozent, Dassault legen um 0,2 Prozent zu. In Stockholm steigen Saab um 0,8 Prozent.
Auch andere Rüstungswerte verbuchen überwiegend Verluste. Laut Marktbeobachtern haben die Analysten von Morgan Stanley den europäischen Rüstungssektor auf "Equalweight" abgestuft. In der Branchenstudie sehen die Experten zugleich den Bereich Medizintechnik/Life Science negativer und die Sektoren Investitionsgüter sowie Metalle & Bergbau positiver. Favoriten bleiben für Morgan Stanley Halbleiter neben Rohstoff- und Finanzwerten.
Tagessieger im DAX sind bislang Symrise, die um 5,8 Prozent zulegen. Die Aktie dürfte im Fahrwasser von Givaudan anziehen. Die Aktie des schweizerischen Wettbewerbers verteuert sich nach einer Kaufempfehlung durch die Deutsche Bank um 6,5 Prozent.
Im MDAX fallen K+S um 2,1 Prozent. Der Düngemittelhersteller begibt eine Anleihe im Nennwert von 300 Millionen Euro. Sie kann unter bestimmten Konditionen in bis zu 17,91 Millionen Aktien gewandelt werden, was entsprechend gewinnverwässernd wirkt.
In Mailand gewinnen Banca Monte dei Paschi di Siena 3,1 Prozent. Die Bank will den Fusionsvorschlag der Banco BPM und das am Vortag aufgeschlagene Kaufangebot von Intesa Sanpaolo nun prüfen. Unabhängig davon stellte die Bank klar, dass alle bereits laufenden Integrationsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Übernahme bzw. Fusion mit Mediobanca planmäßig und wie zuvor angekündigt fortgesetzt würden. Intesa Sanpaolo legen um 2,7 Prozent zu und BPM um 2,9 Prozent.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 6.124,38 +1,0 62,09 6.062,29 5,7 Stoxx-50 5.208,92 +0,5 28,05 5.180,87 5,9 DAX 24.776,69 +0,7 160,47 24.616,22 1,2 MDAX 32.210,51 +0,3 85,04 27.039,42 5,2 TecDAX 4.076,48 +0,2 9,03 3.091,28 12,5 SDAX 18.348,02 -0,3 -50,46 13.062,07 6,8 FTSE 10.359,87 -0,1 -13,33 10.373,20 4,3 CAC 8.275,54 +0,9 76,25 8.199,29 1,5 SMI 13.418,83 +0,7 97,84 13.320,99 1,1 ATX 6.080,90 +1,3 75,01 6.005,89 14,2 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mo, 17:20 EUR/USD 1,1570 +0,3 0,0036 1,1534 1,1544 EUR/JPY 185,31 +0,3 0,5900 184,72 184,7900 EUR/CHF 0,9205 +0,1 0,0005 0,9200 0,9198 EUR/GBP 0,8633 -0,1 -0,0012 0,8645 0,8649 USD/JPY 160,16 -0,0 -0,0100 160,17 160,0500 GBP/USD 1,3398 +0,5 0,0060 1,3338 1,3345 USD/CNY 6,7713 -0,2 -0,0119 6,7832 6,7825 USD/CNH 6,7713 -0,2 -0,0126 6,7839 6,7831 AUS/USD 0,7057 +0,2 0,0012 0,7045 0,7059 Bitcoin/USD 62.599,54 -1,4 -873,16 63.472,70 64.197,30 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 89,51 -2,0 -1,79 91,3 Brent/ICE 92,46 -1,9 -1,79 94,25 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.336,86 +0,2 8,27 4.328,59 Silber 68,49 +0,5 0,33 68,17 Platin 1.768,61 +0,8 14,11 1.754,50 (Angaben ohne Gewähr) ===
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June 09, 2026 07:29 ET (11:29 GMT)
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