Aktien

Was sind Aktien?

Unternehmen, die expandieren oder im wirtschaftlichen Wettbewerb bestehen wollen, benötigen Kapital. Dieses Geld kann das Unternehmen zum Beispiel über einen Kredit erhalten oder aber es geht an die Börse. In diesem Fall verkauft das Unternehmen Unternehmensanteile und verbrieft diese als Wertpapier oder Anteilsschein – sogenannte „Aktien“. Nimmt man alle Aktien eines Unternehmens zusammen, ergibt das die Aktiengesellschaft (AG).

Durch den Verkauf von Aktien „holt“ sich die Aktiengesellschaft Miteigentümer ins Boot und spart sich so Kreditzinsen. Jedes Unternehmen kann sich entscheiden, ob es seine Wertpapiere im regulierten Markt oder im Freiverkehr herausgibt. Der regulierte Markt folgt dem Gesetz der Europäischen Union, sodass die Unternehmen bestimmte Kriterien erfüllen müssen. Dazu gehört eine Mindestgröße des Eigenkapitals von 1,25 Millionen Euro und eine Mindestanzahl von 10.000 Aktien, die emittiert werden. Außerdem muss das Unternehmen über Bilanzen, Jahresabschluss und Änderungen, die die Kurse beeinflussen können, berichten.

Im Freiverkehr werden neben deutschen vor allem ausländische Aktien, festverzinsliche Wertpapiere deutscher und ausländischer Emittenten sowie Zertifikate und Optionsscheine gehandelt. Der Freiverkehr wird nicht so streng kontrolliert und ist weniger transparent als der regulierte Markt. Daher sollten nur erfahrene Anleger dort investieren.

Stammaktien versus Vorzugsaktien

Aktiengesellschaften, die kontinuierlich Gewinne erwirtschaften, schütten oftmals einen Teil dieser Gewinne in Form von Dividenden an die Anteilseigner aus. Die Gesamtrendite des Anlegers setzt sich also aus der Kursrendite und der Dividendenrendite zusammen. Als Anleger von Stammaktien haben Sie das Recht auf Dividenden, wenn diese ausgeschüttet werden, und ein Mitspracherecht bei der Hauptversammlung der Aktiengesellschaft. Anleger, die nur sehr wenige Aktien eines Unternehmens besitzen, profitieren kaum von dem Stimmrecht. Für sie sind Vorzugsaktien besser geeignet, da diese eine höhere Dividende garantieren, dafür aber das Stimmrecht ausschließen.

Angebot und Nachfrage

Je erfolgreicher ein Aktienunternehmen ist, desto eher wird es auch Interessenten für seine Aktien finden. Der Kurs der Aktie steigt also so lange, wie Anleger bereit sind, mehr für die Aktie zu zahlen. Irgendwann jedoch werden Anleger sagen, dass ihnen der Preis zu hoch ist: Die Nachfrage sinkt und die Käufe werden weniger. Andere Anleger wiederum denken sich, dass sie nun die Aktie zu einem guten Preis verkaufen können: Der Kurs der Aktie sinkt. Generell wird sich ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage einstellen. Die meisten Aufträge werden durchgeführt, wenn sich Käufer und Verkäufer auf dem gleichen Preisniveau befinden.

Um den aktuellen Kurs einer Aktie zu erfahren, verwenden Sie entweder die WKN (Wertpapierkennnummer) oder die ISIN (International Securities Identification Number), mit der eine Aktie eindeutig identifiziert werden kann. Verlassen Sie sich nicht nur auf den Namen. Dies verdeutlicht der Börsengang des sozialen Netzwerks Twitter. Einige Anleger ließen sich vom Namen täuschen und kauften im Oktober 2013 fälschlicherweise Aktien von Tweeter Home Entertainment, spezialisiert auf Konsum-Elektronik, nachdem Twitter eine Meldung über seinen geplanten Börsengang veröffentlicht hatte. Der Kurs der Tweeter-Aktien, der nach der Insolvenz im Jahr 2007 bei nur wenigen Cent lag, stieg an diesem Tag über 2.000 Prozent, um dann wieder steil nach unten zu fallen (Bild 1).

Gesamtmarkt und DAX

Der wichtigste Aktienindex eines Landes wird Leitindex genannt. Er setzt sich meist aus den Unternehmen mit dem höchsten Börsenwert und den größten Aktienhandelsumsätzen zusammen. Daher schenken ihm Anleger die meiste Beachtung bei der Beurteilung der Lage des Gesamtmarktes oder sogar der Verfassung der Volkswirtschaft. Der DAX (Deutscher Aktienindex) enthält die nach Börsenwert gemessenen 30 größten Unternehmen Deutschlands.