FAQ

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Was ist Bondx? Ist Bondx ein Index?

Bond-X ist ein spezielles Handelssegment für festverzinsliche Wertpapiere.

Mit diesem Handelssegment werden Qualitätsstandards für den Handel dieser Wertpapiere normiert, die insbesondere für private Anleger eine laufende Handelbarkeit der Wertpapiere zu fairen Preisen ermöglicht.

Dies bedeutet, dass an der Börse Stuttgart ab der kleinsten handelbaren Einheit einer Anleihe, verbindliche Kurse innerhalb einer engen Spanne während der gesamten Handelszeit gestellt werden. Durch ein permanentes Market Making und durch die enge Orientierung des Quality-Liquidity-Providers an den EUREX-Zinsfutures entsprechen die gestellten Kurse quasi “Großkundenkonditionen”.

Wer entscheidet welche Anleihen aufgenommen werden?

Der Quality-Liquidity-Provider (QLP) stellt den Antrag für die Aufnahme der Wertpapiere in das Handelssegment Bondx. Allerdings muss der Bond im regulierten Markt zugelassen sein oder in den Freiverkehr einbezogen sein und mindestens ein Market Maker sollte auf Anfrage verbindliche An- und Verkaufspreise stellen.

Können in Bondx auch Anleihen delisted werden? Und wie wird man informiert?

Die Geschäftsführung kann auf Antrag des QLP die Zulassung eines Wertpapiers in Bondx widerrufen. Der Widerruf wird 1 Monat vor dem Delisting bekanntgegeben.

Kann man bei den im Bondx notierten Anleihen von einer besseren Kursentwicklung ausgehen?

Nein, Bondx ist ein permanentes und transparentes Handelssegment für verzinsliche Wertpapiere. Die fortlaufende Taxenstellung, die standardisierten Spreads, eine permanente Limitüberwachung und die garantierte Orderausführung bis zu einer Ordergröße von 500.000 bzw. 250.000 € bedeuten für den Anleger hohe Qualität und umfassenden Service. Das Handelssegment garantiert keine Kurssteigerungen.

Wird meine Order auch im Bondx nach dem Best-Price-Prinzip ausgeführt?

Ja, ein vom Market-Maker zur Verfügung gestellter An- und Verkaufspreis (Taxen) ist bei der Preisermittlung als Order zu berücksichtigen. Der Kurs darf nicht außerhalb dieses Ouotes ermittelt werden. Der QLP verpflichtet sich zusätzlich, eine bestimmte Differenz zwischen An- und Verkaufspreis (Spread) nicht zu überschreiten.

Was sind Taxen?

Taxen stellen eine Marktindikation dar.

Taxen = unverbindlicher Geldkurs und unverbindlicher Briefkurs

Geldkurs = der Kurs, zu dem der Anleger ein bestimmtes Wertpapier verkaufen kann

Briefkurs = der Kurs, zu dem der Anleger ein bestimmtes Wertpapier kaufen kann

Worin besteht der Unterschied zwischen Stücknotiz und Prozentnotiz?

Rentenpapiere werden an der Börse in Prozent ihres Nennwertes notiert. Man kauft z.B. nicht 3 Stück einer Anleihe, sondern 3.000 € Nominalbetrag. Das Gegenteil der Prozentnotiz ist die so genannte “Stücknotiz”; bei ihr wird der Kurs pro Wertpapier angegeben (Aktien).

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Seit dem 01.07.2007 sind die Kosten für den Anleger noch transparenter. Im elektronischen Anleihenhandel werden keine Schlussnotengebühren und keine Courtage mehr geschuldet. Von der Boerse Stuttgart GmbH wird lediglich ein einziges Transaktionsentgelt berechnet. Dieses knüpft nicht mehr – wie bisher die Schlussnotengebühr – an die Anzahl der Schlussnoten, sondern ausschließlich an das Volumen der ausgeführten Orders an.

Das Transaktionsentgelt setzt sich aus einem fixen Betrag von 4,20 Euro (5,00 Euro inkl. 19% USt.) und einem variablen Entgelt zusammen. Übersicht Transaktionsentgelt der Börse Stuttgart.

Was machen Rating-Agenturen?

Ratingagenturen sind Unternehmen, die sich auf die Bewertung der Kreditwürdigkeit von Schuldnern und Schuldtiteln spezialisiert haben und diese Bonitätsbeurteilungen, die sog. Ratings veröffentlichen. Sie übernehmen somit die Rolle eines Mittlers zwischen Emittenten und potentiellen Investoren.

Was versteht man unter Rating?

Unter Rating versteht man die Beurteilung eines Schuldtitels oder eines Fremdkapitalnehmers, nach im Vorfeld festgelegten Kriterien, und einer darauf basierenden Klassifikation bzw. Benotung auf einer Ordinalskala.

Mit dem Rating ist keine quantitative Risikoaussage verbunden, ein Rating ist lediglich als Einschätzung des relativen Bonitätsrisikos zu verstehen. Dementsprechend ist damit nur die Aussage verbunden, dass Emissionen derselben Ratingklasse, ein untereinander vergleichbares Risiko eines Zahlungsausfalls, und solche einer höheren, gegenüber einer niedrigeren Ratingklasse, ein geringeres derartiges Risiko aufweisen. Es handelt sich somit lediglich um „Meinungen“ über die zukünftige Kreditnehmerbonität und keinesfalls um Kauf- oder Verkaufs-empfehlungen von Wertpapieren.

Ratings lassen sich in Emittenten- und Emissionsratings untergliedern. Ein Emittentenrating beurteilt die generelle Fähigkeit und Bereitschaft eines Unternehmens, seinen zukünftigen Zahlungsverpflichtungen jederzeit rechtzeitig und vollständig nachzukommen. Dagegen wird beim Emissionsrating das Ausfallrisiko einer bestimmten Emission abgeschätzt, wobei konkrete Ausgestaltungsfaktoren wie Sicherungselemente, Rangstellung und Anleihebedingungen Berücksichtigung finden.

Bei Ratings im Bondm Segment handelt es sich prinzipiell um Emittentenratings, es sei denn im Factsheet wird explizit auf ein Anleiherating verwiesen.

Was bedeuten die Ratingurteile wie z.B. „Triple A“?

Das Ratingurteil, und die damit einhergehende Risikoaussage drücken die Agenturen in einem Ratingsymbol, d.h. einer Kombination aus Buchstaben und Ziffern, aus. Die Bewertungsskala reicht bei langfristigen Ratings von der bestmöglichen „Triple-A“ Bewertung (AAA bzw. Aaa) über zahlreiche Stufen und Ratingklassen bis hin zur Wertung C. In der Übersichtstabelle sind die Ratingsymbole der größten nationalen und internationalen Ratinggenturen und deren jeweilige Bedeutung dargestellt.

Mit der Zuordnung eines Ratingsymbols wird gleichzeitig eine Einteilung in einen Investment Grade-Bereich und einen Speculative Grade-Bereich vorgenommen.

Worin liegt der Nutzen des Ratings?

Anhand des Ratings kann der Investor die Bonität verschiedener Emittenten vergleichen. Für den Emittenten führt das Rating durch seine Zertifizierungsfunktion dazu, seine eigene Glaubwürdigkeit als Schuldner zu dokumentieren.

Die Bonitätseinstufung eines Emittenten bestimmt auch die Kosten der Fremdkapitalaufnahme. Je höher das Rating, d.h. je geringer das Ausfallrisiko, desto geringer ist der als Risikoprämie zu zahlende Zins und umgekehrt. Ein hohes Rating kommt einer Senkung der Kapitalkosten gleich, während ein niedriges Rating die Finanzierungskosten erhöht. Ratings fungieren in diesem Zusammenhang als „Gütesiegel“ und erhöhen auf diese Weise die Marktakzeptanz einer Emission.