Das 1x1 der ETFs

Was bedeutet eigentlich…?

Anlagehorizont:
Die Dauer, für die ein Anleger eine bestimmte Summe Geld zur Anlage zur Verfügung hat. Der Anlagehorizont sollte auf die Risikobereitschaft des Anlegers abgestimmt sein. Generell wird zwischen folgenden Anlagehorizonten unterschieden: Kurzfristige Anlagen haben eine Haltedauer von wenigen Tagen oder Wochen (z.B. Geldmarktfonds), mittelfristige Anlagen laufen bis zu einem Jahr und langfristige Anlagen werden länger als ein Jahr gehalten. Zum Beispiel sollte ein Anleger nur in Aktien investieren, wenn er einen Anlagehorizont von mindestens drei Jahren hat.

Anlageklasse (Assetklasse):
Einteilung des Kapitalmarktes in verschiedene Klassen bzw. Anlagesegmente, die ähnlichen Risikoeinflussfaktoren unterliegen. Zu den wichtigsten Anlageklassen gehören Aktien, Renten, Immobilien, Liquide Mittel und Rohstoffe. Diese können beispielsweise nach Staaten weiter unterteilt werden. Bei Investmentfonds dienen Anlageklassen zur Beschreibung der Anlagepolitik eines Fonds. In der Portfoliotheorie beabsichtigt die Aufteilung des Vermögens auf unterschiedliche Anlageklassen, ein gewünschtes Verhältnis zwischen Risiko und Rendite zu erreichen.

Asset Allocation:
Systematische Reduzierung des Anlagerisikos durch Aufteilung des angelegten Vermögens auf verschiedene Assetklassen (z.B. Anleihen, Aktien, Immobilien und Währungen). Durch eine Asset Allocation (Auswahl der Wertpapiere, sowie deren Gewichtung) können der Ertrag und das Risiko eines Portfolios bestimmt und optimiert werden. Jedoch sind diese Restrukturierungen innerhalb eines Portfolios üblicherweise mit Transaktionskosten verbunden. Deshalb bietet sich eine längerfristige Ausrichtung der Asset Allocation an.

AUM:
Steht für Assets under Management und entspricht der Höhe des verwalteten Vermögens aller ausgegebenen Anteilsscheine eines ETFs. AUM dient als finanzielle Kennziffer zur Bewertung von Investmentgesellschaften, Vermögensverwaltungsgesellschaften und Banken. Anleger können Rückschlüsse auf die Nachfrage eines ETFs ziehen, da die AUM ein viel beachteter Indikator für die Größe und Marktdurchdringung von Finanzunternehmen sind. Sie spiegeln jedoch nicht den Vertriebserfolg eines Unternehmens wider.

Blue Chip:
Aus dem angelsächsischen Sprachgebrauch übernommene Bezeichnung für qualitativ hochwertige Stammaktien von etablierten, soliden Unternehmen mit hohem internationalen Ansehen. Diese zeichnen sich durch einen liquiden Handel und eine sehr hohe Marktkapitalisierung aus. In Deutschland sind dies die DAX-Werte, wie beispielsweise Allianz, Deutsche Bank oder E.ON. Der Begriff stammt aus amerikanischen Spielkasinos, wo der Chip oder Jeton mit dem höchsten Wert blau ist.

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin):
Dieses im Mai 2002 neu geschaffene Amt vereint die Geschäftsbereiche der ehemaligen Bundesaufsichtsämter für das Kreditwesen (Bankenaufsicht), für das Versicherungswesen (Versicherungsaufsicht) und für den Wertpapierhandel (Wertpapieraufsicht/Asset Management). Durch die Gründung der BaFin wurden zentrale Aufgaben des Kundenschutzes und der Solvenzaufsicht gebündelt. Die Internet Adresse ist www.bafin.de

Cashdrag:
Bei ausschüttenden Indexfonds werden im Laufe des Geschäftsjahres anfallende Zinsen und Dividenden als Barmittel im Fondsvermögen gehalten. Im Fall von steigenden Märkten ist dies von Nachteil, da sich das gesamte Fondsvermögen schlechter als der Markt entwickelt, bei fallenden Märkten entsprechend von Vorteil. Dieses Phänomen wird als Cashdrag bezeichnet. Ein Cashdrag kann speziell auf Fonds, die Barmittel zum Rückkauf von Anteilen benötigen Einfluss haben.

Cashflow:

Der Cashflow ist der Nettozugang an flüssigen Mitteln aus der Umsatztätigkeit und anderen laufenden Operationen innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Er dient als Kennzahl, mit der sich bewerten lässt, wie finanzkräftig ein Unternehmen ist. Im Gegensatz zum Jahresüberschuss in der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) bezieht er sich nur auf die ausgabe- und einnahmewirksamen Positionen. Der Cashflow wird aus dem Jahresabschluss eines Unternehmens abgeleitet und wie folgt zusammengesetzt: Jahresüberschuss + Abschreibungen +/- Veränderungen bei den langfristigen Rückstellungen +/- Veränderungen bei den Rücklagen = Cashflow

Contango:
Contango bezeichnet einen Zustand auf Future-Märkten. Bei einer steigenden Forwardkurve, spricht man von einer Contango-Formation. Dabei sind die kurzlaufenden Futures Kontrakte billiger als die Futures Kontrakte mit längeren Laufzeiten. Denn der Investor tauscht einen billigen gegen einen teureren Kontrakt. Er erwirbt mit dem länger laufenden Futures Kontrakt weniger Einheiten der zugrunde liegenden Positionen. Die gegenteilige Marktsituation wird als Backwardation bezeichnet.

Cost-Average Effekt (Durchschnittskosten-Effekt):
Die regelmäßige Anlage gleich bleibender Beträge in Wertpapiere hat den Vorteil, dass der Anleger bei Wertschwankungen der Wertpapiere die Anteile zu einem günstigeren Durchschnittspreis kauft, als bei regelmäßigem Kauf einer gleich bleibenden Stückzahl von Anteilen zu unterschiedlichen Preisen. So werden bei hohen Anteilspreisen automatisch weniger Anteile gekauft, bei niedrigen Anteilspreisen entsprechend mehr. Der positive Effekt des Cost-Averaging ist bei stark schwankenden Kursen – wie sie insbesondere bei Aktien bzw. Aktienfonds in aller Regel vorkommen – besonders ausgeprägt.

Creation-/Redemption-Prozess:
Der Creation-/Redemption-Prozess beinhaltet den Tausch von Aktienkörben gegen Fondsanteile. Um den Basiswert des Fonds (Index) abzubilden, stellt der Market Maker einen Aktienkorb zusammen (entspricht 1:1 dem Index wie etwa dem SMI). Dafür erhält er vom Emittenten Fondsanteile im Wert des Aktienkorbes, die er am Markt verkaufen kann (Creation). Umgekehrt kann der Market Maker Fondsanteile an die Fondsgesellschaft zurückgeben und erhält dafür Aktien (Redemption). Für den Anleger entstehen innerhalb dieses Prozesses keine Transaktionskosten, da die Mittel, die auf diesem Wege zufließen, nicht in Wertpapiere investiert werden müssen.

Dachfonds:
Bestimmter Typus von Investmentfonds, der anstatt in Einzelaktien oder Anleihen in andere Investmentfonds investiert. Ziel dabei ist es, eine noch breitere Streuung zu erreichen, jedoch weisen Dachfonds meist wesentlich höhere Kosten auf als Einzelfonds. Da Dachfonds nicht in Aktien oder Renten investieren bieten sie dem Anleger eine bequeme, transparente und im Vergleich zu Aktien- bzw. Rentenfonds relativ sichere Finanzanlage. Sie sind weniger schwankungsanfällig als traditionelle Investmentfonds.

Dividenden:
Der Anteil am Gewinn einer Aktiengesellschaft, der pro Aktie ausgeschüttet wird. Die Höhe legt die Hauptversammlung auf Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat fest. Sie wird bei deutschen Unternehmen am Tag nach Zusammenkunft der jährlichen ordentlichen Hauptversammlung an die Aktionäre ausgezahlt, in der Regel über die depotführende Bank. Im Ausland ist der Auszahlungsrhythmus oft anders. US-Unternehmen beispielsweise zahlen vierteljährlich eine Dividende.

Emittentenrisiko:
Bezeichnung für das Risiko, dass sich die Zahlungsfähigkeit eines Schuldners während der Laufzeit einer von ihm emittierten Schuldverschreibung (Derivate, Zertifikate oder Aktienanleihen) verschlechtern könnte. Eine Verschlechterung der Bonität führt meist zu einem deutlichen Kursabschlag der betreffenden Schuldverschreibung. Im schlimmsten Fall kann der Schuldner zahlungsunfähig werden und Zins- und/oder Tilgungsleistungen nicht termingerecht erbringen. Je länger die Laufzeit der betreffenden Schuldverschreibungen währt, desto größer die Rolle, die das Bonitätsrisiko spielt. Exchange Traded Notes und Exchange Traded Commodities sind rechtlich gesehen Inhaberschuldverschreibungen und unterliegen grundsätzlich einem Emittentenrisiko.

EONIA-Satz (Euro Overnight Index Average):
Ein von der Europäischen Zentralbank festgestellter effektiver Tagesgeldsatz, der als gewichteter Durchschnitt aller unbesicherten Tagesgeldausleihungen im Interbankenmarkt berechnet wird. Der EONIA ergibt sich aus dem gewichteten Durchschnitt der Zinssätze, zu denen die Euribor-Panel-Banken auf dem Interbankenmarkt im Euro-Währungsgebiet auf Euro lautende, unbesicherte Übernachtausleihungen effektiv abgeschlossen haben. Bei den Panel-Banken handelt es sich um die Banken mit dem höchsten Geschäftsvolumen im Geldmarkt der Eurozone.

Exchange Traded Commodities:
Bei Exchange Traded Commodities handelt es sich um Schuldverschreibungen der Emittenten ohne Laufzeitbegrenzung, also aus rechtlicher Sicht um Zertifikate. Allerdings werden ETCs physisch mit den Basiswerten besichert. Die Preise der ETCs orientieren sich am Spotpreis des Basiswertes oder an den Preisen von Futures-Kontrakten. Anleger können mit ETCs sowohl von steigenden als auch von fallenden Kursen des Basiswertes (Short-ETCs) profitieren. Darüber hinaus existieren so genannte „leveraged“ (gehebelte) ETCs, die durch den impliziten Einsatz von Fremdkapital eine höhere Volatilität aufweisen.

Festverzinsliche Wertpapiere:
Ein Wertpapier das während seiner gesamten Laufzeit einen unveränderlichen Zins hat. Die Anlage in festverzinsliche Wertpapiere (Bonds), gilt als konservative Geldanlage, da das Zinsausfallrisiko sehr gering ist wie z.B. bei Anleihen und Pfandbriefen. Im Gegensatz zu Aktien, durch die der Investor Eigentumsanteile erwirbt, hat man bei festverzinslichen Wertpapieren als Geldgeber nur den Anspruch auf Zinsen und spätere Tilgung. Zahlungen für festverzinsliche Wertpapiere haben bei Emittenten obersten Vorrang, da ihre Nichterfüllung zum Konkurs führen kann, während Aktionäre generell keinen Anspruch auf eine Dividendenzahlung haben.

Fondsmanager/Fondsmanagement:
Der Fondsmanager, ein von der Investmentgesellschaft bestellter professioneller Verwalter, ist für das Management des Sondervermögens verantwortlich. Er trifft auf Grundlage der Anlagebedingungen die Anlageentscheidungen bei einem aktiv gemanagten Fonds und richtet sich nach den Anlagegrundsätzen und gesetzlichen Vorgaben. Das Fondsmanagement ist nicht frei von Fehleinschätzungen. Auch kann ein Wechsel im Management eines Fonds erhebliche Auswirkungen auf die Performance haben – im positiven wie im negativen Sinn. Dieses Risiko ist nur durch Indexfonds zu umgehen.

Futures:
Futures sind standardisierte Terminkontrakte: Sie verpflichten den Käufer zu einem vorbestimmten Termin in der Zukunft, Güter oder Finanzprodukte zu einem bestimmten Preis zu erwerben. Der Verkäufer eines Future-Kontrakts ist zur Lieferung des Basiswerts zu den festgelegten Bedingungen verpflichtet. Es gibt standardisierte Futures: z.B. DAX Future, Bund Future. Sie werden an der Börse gehandelt.

Geld-Brief-Spanne (Spread):
Die Geld-Brief-Spanne ist der Unterschied zwischen An- (Geld) und Verkaufskurs (Brief), der zu einem bestimmten Zeitpunkt an der Börse angeboten bzw. von einem Market Maker gestellt wird. Die Differenz zwischen Geld- und Briefkurs eines Wertpapieres wird als Spread bezeichnet. Der Geldkurs ist der höchste Preis, zu dem ein Käufer bereit wäre, ein bestimmtes Wertpapier zu kaufen. Folglich ist der Briefkurs der niedrigste Preis, zu dem ein Verkäufer bereit wäre, ein sich in seinem Besitz befindliches Wertpapier zu verkaufen. Je größer der Spread, desto größer die sogenannten impliziten Kosten.

Indikativer Net Asset Value (iNAV):
Der zu Börsenhandelszeiten alle 15 Sekunden bestimmte und veröffentlichte indikative Net Asset Value bietet eine Indikation für das Fondsvermögen im Handelsverlauf. Auf Basis der Kurse der Einzelpositionen im Fonds kann das aktuelle Fondsvermögen ermittelt werden. Zu den Einzelpositionen des Portfolios werden außerdem die Barmittel des Fonds addiert. Die täglich aktualisierte Zusammensetzung fließt in die Berechnung ein. Da es sich um einen ungefähren Wert handelt, der nicht mit der gleichen Präzision berechnet werden kann wie der NAV nach Handelsschluss, sollte er nicht als „Echtzeit“-Aktualisierung des NAV betrachtet werden.

Kapitalgarantierte Produkte:
Bei Anlageprodukten mit Kapitalschutz ist der Anleger, der das Produkt zum Nominalwert erworben hat, in einem bestimmten Umfang vor Kursverlusten geschützt. Ihm wird am Laufzeitende ein vereinbarter Mindestbetrag zurückgezahlt. Bei Anlageprodukten mit bedingtem Kapitalschutz ist das eingesetzte Kapital unter der Bedingung geschützt, dass der Basiswert ein bei Laufzeitbeginn festgelegtes Kursniveau nicht berührt oder durchbricht. Bei den meisten Zertifikaten ist diese Barriere das Absicherungsniveau.

Kursindex (auch Preisindex):
In einem Kursindex werden nur Kursveränderungen erfasst, die zeigen wie sich die Preise der in ihm enthaltenen Wertpapiere ändern. Anders der Performance-Index: In seiner Entwicklung sind sowohl die Kursveränderungen der im Index enthaltenen Wertpapiere als auch die unterjährig ausgezahlten Dividenden und andere Ausschüttungen enthalten. In einem Preisindex wird daher nicht die Gesamtrendite der betreffenden Aktien erkenntlich. Aus diesem Grund sind sämtliche in jüngerer Vergangenheit neu konzipierten Aktienindizes Performance-Indizes. Der weltweit bedeutendste Preisindex im Aktienbereich ist der Dow Jones Industrial Average.

Korrelation:
Statistische Kennzahl, die den Einfluss der Schwankung einer Variablen auf eine zweite Variable anzeigt, sozusagen eine lineare Beziehung beschreibt. Eine positive Korrelation heißt, dass bei steigendem Wert der ersten Variablen auch jener der zweiten zunimmt. Eine negative Korrelation bedeutet, dass bei steigendem Wert der ersten Variablen jener der zweiten abnimmt. Bei einer perfekten positiven Korrelation liegt der Koeffizient bei +1, bei einer perfekten negativen bei -1. Eine Korrelation von 0 liegt vor, wenn zwischen zwei Variablen kein Zusammenhang besteht.

Leerverkauf (Short Selling):
Wenn ein Anleger Aktien auf Termin verkauft, ohne in Besitz dieser zu sein, tätigt er einen Leerverkauf. Der Investor spekuliert dabei auf fallende Kurse. Tritt dieses Szenario ein, erwirbt er die Aktien bis zum Fälligkeitstermin zu einem niedrigeren Kurs als zum ausgehandelten Verkaufspreis. Die Differenz zwischen Verkaufs- und Kaufpreis verbleibt den Investoren als Gewinn bzw. Verlust. Leerverkäufe können als Kassa- oder Termingeschäft ausgestaltet sein. Hierbei handelt es sich um sehr kurzfristige Geschäfte. Aus einem Leerverkauf entsteht eine sogenannte Short-Position.

Market Maker:
Als Market Maker werden offizielle Börsenmitglieder bezeichnet, die für bestimmte Wertpapiere, wie beispielsweise für ETFs, verbindliche Geld- und Briefkurse stellen, um die Handelbarkeit dieser Wertpapiere zu garantieren. Sie gleichen temporäre Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage durch weniger liquide Werte aus und sorgen somit für die nötige Marktliquidität. Market Maker handeln auf eigenes Risiko und Rechnung. Meist sind Banken oder Broker Market Maker. Die Vergütung dieser Dienstleistung besteht in der Spanne (Spread) zwischen An- und Verkaufskurs getätigter Umsätze.

Market Timing:
Market Timing ist eine Anlagestrategie, die definiert ist als die kurzfristige Veränderung der Gewichtungen einzelner Assetklassen in einem Portfolio. Ziel ist es, von den zyklischen Marktveränderungen zu profitieren. Hintergrund ist die Vorstellung, dass angesichts der Unmöglichkeit, systematisch erfolgreiches Stock Picking zu praktizieren, ein entsprechendes Vorgehen doch wenigstens für ganze Assetklassen bzw. ganze Märkte funktionieren müsste. Ein Erfolg dieser Strategie ist wissenschaftlich nicht nachweisbar.

Marktkapitalisierung:
Die Marktkapitalisierung spiegelt den aktuellen Börsenwert eines Unternehmens wider. Der Wert ergibt sich, indem man den aktuellen Börsenkurs mit der Gesamtzahl der ausgegebenen Aktien des betreffenden Unternehmens multipliziert. Dadurch unterliegt die Marktkapitalisierung ständigen Veränderungen. Je kleiner die Marktkapitalisierung, desto dünner sind für gewöhnlich auch die täglichen Börsenumsätze der Aktie, was bei der Limitierung von Kauf- und Verkaufsaufträgen berücksichtigt werden sollte.

Mid Caps:
Englische Bezeichnung für Aktiengesellschaften mit einer “mittleren Marktkapitalisierung”. Meist weisen Mid Caps auch ein geringeres Handelsvolumen auf als marktführende Titel (Blue Chips). Am deutschen Aktienmarkt werden Papiere mit einem Börsenwert in der Größenordnung von rund 250 Millionen Euro bis zu einer Milliarde Euro als Mid Caps bezeichnet. Als solche werden die 70 Unternehmen im Börsenindex MDAX eingestuft. Sie folgen in der Rangfolge des Börsenwertes den 30 Standardtiteln, die im DAX erfasst sind.

Optimised Sampling:
Eine Replikationsmethode, bei der das ETF Portfolio nicht aus allen Wertpapieren des zugrunde liegenden Index besteht, sondern nur aus einer charakteristischen Teilmenge. Diese wird aus den größten und liquidesten Aktien ausgewählt, um die Index-Performance möglichst exakt abzubilden. Es werden also nur die Werte berücksichtigt, die am stärksten zur Index-Entwicklung beitragen. Aktien, die wie beispielsweise im MSCI World ein Gewicht von 0,0009 Prozent haben, werden außen vor gelassen, da ihr Einfluss nur marginal ist. Entsprechend weist diese Replikationsmethode einen höheren Tracking Error auf, als die anderen Methoden.

Order: Bestens
Damit erteilt man einen Auftrag (Order) zum Verkauf von Wertpapieren ohne Kursangabe (Limit). Der Verkauf erfolgt zum nächsten Börsenkurs. Das Risiko liegt bei volatilen Märkten. Hier kann es passieren, dass der abgerechnete Kurs unter den Erwartungen liegt. Vorteil: Da kein Limit erreicht werden muss, werden Bestens-Aufträge sofort ausgeführt.

Order: Billigst
Hierbei handelt es sich um einen Auftrag zum Kauf von Wertpapieren ohne Limit. Man erklärt sich mit der Ausführung zum nächsten Börsenkurs einverstanden. Das Risiko liegt in einer schwankenden Marktlage, dabei kann es zu starken Preisdifferenzen zwischen zwei Börsenkursen kommen, so dass man unter Umständen einen unerwartet hohen Kurs zahlen muss. Ein Vorteil der Order ist, dass die Billigst–Aufträge immer sofort ausgeführt werden, da kein Limit erreicht werden muss.

Order: Stop-Buy
Ein Stop-Buy-Kurs ist sinnvoll, wenn ein Anleger ein Wertpapier nicht ständig beobachten kann, ggf. aber bei steigenden Kursen auf den „fahrenden Zug“ aufspringen möchte. Mit dem Stop-Buy setzt man eine Kursmarke (Stop-Buy-Kurs). Erreicht oder überschreitet ein Wertpapier diese Kursmarke, wird sofort ein unlimitierter Kauf (vgl. Billigst) ausgelöst.

Order: Stop-Limit Die Funktionsweise ist ähnlich dem Stop-Loss und dem Stop-Buy. Der Unterschied liegt darin, dass mit dem Erreichen der Stop-Marke eine limitierte Order ausgelöst wird. Damit ist eine zusätzliche Absicherung möglich, die verhindert, dass Stop-Kurs und Ausführungskurs sehr weit auseinander liegen. Bei Orderaufgabe müssen für Stop-Buy-Limit und Stop-Loss-Limit zwei Kurse festgelegt werden: der Stop-Kurs und der nach dem Erreichen des Stop gültige Limit-Kurs.

Oszillator:
Oszillatoren sind charttechnische Indikatoren, die zwischen einer oberen und unteren Begrenzung hin und her “schwingen” (oszillieren = schwingen). Sie zeigen die Extremphasen in der Kursentwicklung auf und können Übertreibungen des Marktes diagnostizieren. Die Interpretationsmethoden der verschiedenen Oszillatoren sind sich zum Teil sehr ähnlich. Oft werden Oszillatoren auch als überkauft-/ überverkauft-Oszillatoren bezeichnet. Beim Erreichen der oberen Extremzone gilt der Markt als überkauft, beim Erreichen der unteren Extremzone als überverkauft. Beispiele sind der MACD, Momentum-Oszillator und RSI.

Performance-Index (auch Total Return Index):
Im Gegensatz zu einem Kursindex, der nur Kursveränderungen erfasst, spiegelt ein Performance-Index die Entwicklung von Kursveränderungen der im Index enthaltenen Wertpapiere als auch die unterjährig ausgezahlten Dividenden und andere Ausschüttungen wider. Dadurch erhält man Auskunft über die vollständige Wertentwicklung des Portfolios. Hierbei wird rechnerisch angenommen, dass diese Ausschüttungen sofort wieder in die Wertpapiere des Index reinvestiert werden. Deshalb sollten Sie bei Ihren Investments immer Anlagen bevorzugen, die auf einen Performance-Index lauten.

Put-Call Ratio:
Das Put-Call Ratio stellt das Verhältnis von Put-Optionen zu Call-Optionen dar. Es gibt Auskunft über die Allgemeine Stimmungslage auf dem Börsenparkett. Bei überwiegenden Puts schließt man auf eine negative Marktstimmung, bei überwiegen der Calls geht man von einer positiven Marktstimmung aus. Das PCR wird mehrmals am Tag auf den Webseiten der Frankfurter und Stuttgarter Börse veröffentlicht. Dabei ergeben sich zwei Formen der Berechnung. Man unterscheidet zwischen einer Berechnung nach Anzahl der gehandelten Optionen und einer Berechnung basierend auf den Geldwert der tatsächlichen Investitionen

Rebalancing: Unter Rebalancing versteht man den Prozess der regelmäßigen Wiederangleichung eines Portfolios an seine ursprüngliche Asset Allocation (z.B. alle 12 oder 24 Monate). Dies geschieht durch Umschichtung (Switch) von Kapital zwischen verschiedenen Assetklassen oder durch entsprechenden Zukauf bzw. Verkauf der unterrepräsentierten bzw. überrepräsentierten Anlageklasse (bevorzugte Methode).

Rentenfonds:
Rentenfonds sind Investmentfonds, deren Fondsvermögen hauptsächlich aus festverzinslichen Wertpapieren (z.B. Pfandbriefe, Kommunalobligationen, Anleihen, Fremdwährungsanleihen) bestehen. Im Gegensatz zu Aktienfonds, besteht der Anlegerkreis aus Sparern mit dem Anlageziel stetiger Erträge. Rentenfonds weisen im Vergleich zur Direktanlage ein wesentlich eingeschränkteres Kursrisiko auf.

Risikofreier Zins:
Der risikofreie Zinssatz ist jener, der kein Ausfallrisiko (Bonitätsrisiko), aber durchaus ein Marktrisiko (z.B. das allgemeine Zinsänderungsrisiko) beinhaltet. Es gibt nur Näherungsgrößen für diesen Zinssatz. Die in Deutschland zumeist verwendete Näherungsgröße ist der Zinssatz für kurzfristige Verbindlichkeiten des Staates. Ersatzweise ist der Festgeldzinssatz großer Banken mit einwandfreier Bonität verwendbar, beispielsweise für dreimonatige Laufzeiten.

Sondervermögen:
Bezeichnung für das vom Management einer Fondsgesellschaft verwaltete Vermögen. Nach deutschem Recht ist ein Investmentfonds ein Sondervermögen, das von einer Kapitalanlagegesellschaft (KAG) verwaltet und von einer von ihr unabhängigen Depotbank verwahrt wird. In einem Investmentfonds bündelt eine KAG die Gelder vieler Anleger, um sie nach dem Prinzip der Risikomischung in verschiedenen Vermögenswerten gewinnbringend anzulegen. Entscheidend ist, dass die Anlagegelder getrennt von Eigenmitteln der Fondsgesellschaft verwahrt werden und daher im Falle einer Insolvenz der KAG sicher sind.

Swap/Synthetische Abbildung:
Unter einem Swap (Tausch) versteht man in der Wirtschaft eine Vereinbarung zwischen zwei Vertragspartnern, in der Zukunft Zahlungsströme (Cashflows) auszutauschen. Die Vereinbarung definiert dabei, wie die Zahlungen berechnet werden und wann sie fließen. Dabei unterscheidet man Zins- und Währungsswaps, welche eine kostengünstige Aufnahme von Fremdkapital ermöglichen. Bei reinen Zinsswaps lauten die Zahlungsverpflichtungen auf dieselbe Währung, hingegen bei Währungsswaps auf unterschiedliche Währungen. Der Vorteil eines Swapgeschäfts liegt darin, Bonität gegen entsprechende Honorierung abzugeben.

Tracking Error:
Die Standardabweichung der Differenz zwischen der Rendite eines Wertpapierindex (Benchmark) und der Nettorendite eines Investmentfonds, der diesen Wertpapierindex abbildet (Portfolio). Er beschreibt die Volatilität der aktiven Rendite des Fonds und ist somit ein Maß für die Abweichung der Wertentwicklung. Je höher der Tracking Error, desto größer die Abweichung der Fondsentwicklung von der Wertentwicklung der Benchmark. Je passiver ein Fonds gemanagt wird, desto kleiner ist der Tracking Error. Idealtypisch wäre ein Tracking Error von 0 Prozent, jedoch ist dieser bei Indexfonds mit nur 1 Prozent bereits sehr gering.

Underlying (Basiswert):
Der Wert, auf den sich eine Option oder ein Future bezieht. Der Basiswert wird auch als Kontraktwert oder zu Grunde liegender Wert bezeichnet. Für gewöhnlich dienen Wertpapiere, Indizes, Währungen, Zinsinstrumente und Rohstoffe als Basiswert. Das Underlying bei Aktienoptionen etwa ist die entsprechende Aktie, bei einem DAX -Future ist DAX das Underlying. Neben konkret lieferbaren Underlyings gibt es fiktive (synthetische/abstrakte) Underlyings. Diese künstlich geschaffenen Basiswerte sind standardisierte Handelsobjekte, die als Bezugsgröße mit bestimmten Ausstattungsmerkmalen versehen werden.

UCITS III:
UCITS III (Undertakings for Collective Investments in Transferable Securities)sind Bestimmungen der EU-Kommission für Investmentfonds und Verwaltungsgesellschaften, die in gesetzlich definierte Arten von Wertpapieren und anderen Finanzinstrumenten investieren. UCITS III erweitert das Portfoliomanagement und Verwalter erhalten damit mehr Freiheit bzw. Flexibilität. UCITS-III-Fonds können überall in der EU verkauft werden. Die Preisermittlung muss präzise, regelmäßig und unabhängig erfolgen und die Fondspositionen müssen liquide und übertragbar, sowie deren Risiko effektiv messbar sein.

Volatilität:
Ist ein Maß für die Intensität der Schwankungen von Wertpapierkursen, Rohstoffpreisen oder Zinssätzen während eines bestimmten Zeitraums (meistens monatlich). Die Volatilität ist als Standardabweichung der Rendite definiert und dient als Risikokennzahl einer Kapitalanlage. Während sich die historische Volatilität auf die Schwankungsstärke in der Vergangenheit bezieht, misst die implizite Volatilität die zukünftig erwartete Schwankungsstärke. Je größer die Schwankungsbreite, desto volatiler und damit risikoreicher ist eine Anlage.