FAQ

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Wie kann man den Preis von Knock-out-Produkten ermitteln?

Der Preis eines Knock-out-Produktes (Call) mit unbegrenzter Laufzeit entspricht nahezu immer dem Inneren Wert.

Der Preis eines Knock-out-Produktes wird folgendermaßen berechnet:
(Indexstand-Basispreis) * Bezugsverhältnis = Preis

Annahme:

Knock-out-Produkt (Call) auf einen Index

Indexstand: 2.800
Basispreis: 2.400
Bezugsverhältnis: 1:100

Beispiel: (2.800 Punkte – 2.400 Punkte) * 1/100 = 4 Euro

Analog wird der Preis für unbegrenzt laufende Put Knock-out-Produkte nach folgender Formel bestimmt:

(Basispreis – Indexstand) * Bezugsverhältnis =Preis

Annahme:

Knock-out-Produkt (Put) auf einen Index

Indexstand: 2.800
Basispreis: 3.200
Bezugsverhältnis: 1:100

Beispiel: (3.200 Punkte – 2.800 Punkte) * 1/100 = 4 Euro

Bei einer längeren Laufzeit müssen noch die Finanzierungskosten im Preis eines Knock-out Produktes berücksichtigt werden. Sie werden hier über eine sukzessive Verringerung des Preises des Knock-out-Produktes über die gesamte Laufzeit der Papiere durch eine entsprechende Anpassung des Basispreises berechnet. Bei Knock-outs mit begrenzter Laufzeit werden die Finanzierungskosten über ein Auf- bzw. Abgeld kalkuliert. Das Aufgeld gibt an, um wie viel teurer es ist, den zugrunde liegenden Basiswert (durch den Kauf eines Call-Optionsscheins und dessen Ausübung) zum aktuellen Kurs an der Börse zu kaufen. Dabei kommt es i.d.R. zu einem Aufgeld zum Inneren Wert.

Was bedeutet die Kennzahl Hebel für Knock-out-Produkte?

Der Hebel gibt an, in welchem Verhältnis ein Knock-out-Papier die Kursbewegung eines Basiswertes nachvollzieht bzw. um wie viel Mal mehr sich der Wert des Produktes erhöht oder verringert, wenn der zugrunde liegende Basiswert steigt oder fällt. Diese Hebelwirkung ermöglicht dem Anleger mit geringem Kapitalaufwand überproportional an der Bewegung einer Aktie, eines Index etc. zu partizipieren. Der Unterschied im Vergleich zu einem Direktinvestment besteht daher darin, dass nur ein Bruchteil des Basiswertpreises eingesetzt werden muss. Knock-out Papiere ermöglichen die Partizipation sowohl an steigenden als auch an fallenden Kursen.

Annahme:

Ein Knock-out-Produkt (Call), das auf einen steigenden DAX setzt, weist einen Hebel von 7,4 auf. Sollte nun der DAX 10% an Wert zulegen, so verteuert sich das Knock-out-Produkt um annähernd 74%. Der Hebel wirkt jedoch auch umgekehrt: Sollte der DAX um 10% fallen, verliert das ausgewählte Knock-out-Papier annähernd 74%.

Der Hebel berechnet sich wie folgt:

(Indexstand * Bezugsverhältnis)/Verkaufskurs = Aktueller Hebel
oder: Hebel = Preis des Knock-outs * Bezugsverhältnis / Basispreis des Basiswertes

Annahme:

Knock-out-Produkt (Call) auf einen Index

Indexstand: 6.000
Basispreis: 5.000
Bezugsverhältnis: 1:100
6.000*(1/100)/10 = 6

I.d.R. verändert sich der Hebel eines unbegrenzt laufenden Knock-out-Produktes sobald sich der Kurs des Basiswertes bewegt. Er ist aus Sicht eines Anlegers aber annähernd konstant, sobald das jeweilige Produkt erworben wurde. Erst bei einer längeren Haltedauer spielen auch die Finanzierungskosten eine größere Rolle und können unter Umständen den Hebel bei Open-end-Turbos verändern.

Kann ein Knock-out-Produkt auf eine Aktie verfallen, obwohl die relevanten Börsen geschlossen haben?

Wenn ein Knock-out Produkt (auch Turbos oder Mini-Futures genannt) während der Öffnungszeiten der jeweiligen Heimatbörse des Basiswertes die Knock-out-Schwelle berührt oder durchbricht, verfällt der Schein vorzeitig.

Somit können Knock-outs auf deutsche Aktien i.d.R. zwischen 09.00 und 17.30 Uhr und Knock-out-Papiere auf amerikanische Aktien und US-Indizes in der Zeit zwischen 15.30 und 22.00 Uhr ausknocken. Aufgrund des 24-stündigen Währungshandels können z.B. Euro-Dollar-Knock-out-Produkte sogar rund um die Uhr verfallen. Im Einzelfall werden die Bedingungen des Emittenten zugrunde gelegt.

Im nachbörslichen Handel zwischen 20.00 und 22.00 Uhr bzw. vorbörslich zwischen 08.00 und 09.00 Uhr kann es zu einer starken Kursbewegung in der zugrunde liegenden Aktie kommen.

Liegt der Preis des Basiswertes nahe oder auf oder über dem Knock-out-Level, kann es dazu kommen, dass der Emittent gemäß den Ausführungsbestimmungen der Börse Stuttgart den Spread eventuell erhöhen bzw. die handelbare Stückzahl verringern kann. Er darf dabei aber nicht unter die nach der Börsenordnung geltenden Mindestanforderungen gehen.

Erwartet der Emittent dann, dass der nächste im börslichen Handel zu erwartende Kurs des Basiswertes bereits auf oder jenseits der Knock-out-Barriere liegt, kann es sein, dass die entsprechenden Papiere vom Anleger nur noch an den Emittenten zurückgegeben werden können, aber ein Neueinstieg nicht mehr möglich ist. Wie sich ein Emittent in diesem Fall verhält ist allerdings sehr unterschiedlich und ist im jeweiligen Verkaufsprospekt geregelt.

Die Stop-Loss-Schwelle bzw. Knock-out-Barriere

Anleger sollten sich über das hohe Risiko eines Turbos nahe der Knock-out-Schwelle im Klaren sein. Nicht nur, dass es in dieser Situation bei einigen Papieren zu einem volatilitätsbedingten Aufschlag kommen kann, auch die Knock-out-Gefahr ist dann sehr groß. Denn nähert sich der Kurs des Basiswertes der Knock-out-Barriere, wird ein Knock-out-Ereignis immer wahrscheinlicher. Damit sinkt der Wert des Turbos und der Emittent beginnt seine Absicherung allmählich aufzulösen. Bei einem Turbo-Bull bedeutet die Hedgeauflösung, dass der Emittent den Basiswert wieder verkauft. Dieser Verkaufsdruck durch die Auflösung der Absicherung kann sich verstärken je näher der Basiswert an die Knock-out-Barriere herankommt. In der Folge kann es dann zu einem Knock-out-Ereignis kommen.

Diese Vorgehensweise bedeutet aber nicht, dass Emittenten einen Knock-out des Turbos absichtlich herbeiführen. Auf die Problematik der Hedgeauflösung machen Emissionshäuser daher auch immer wieder in ihren Broschüren aufmerksam.

Welchen Einfluss hat die Volatilität bei Knock-out-Produkten?

Der Volatilitätseinfluss auf den Preis von Knock-out-Produkten ist verglichen mit dem Einfluss auf einen herkömmlichen Optionsschein relativ gering.

Lediglich bei Turbos mit begrenzter Laufzeit, bei denen Basispreis gleich Knock-out-Barriere ist, gibt es in der Nähe der Knock-out-Barriere einen Volatilitätseinfluss. Sollte die Volatilität ansteigen, wenn sich der Kurs des Basiswertes nah am Knock-out befindet, verliert das Knock-out-Papier an Wert, da die Wahrscheinlichkeit steigt, dass das Knock-out-Produkt an seine Knock-out-Schwelle stößt und wertlos verfällt.

Umgekehrt legt der Preis eines Turbos zu, wenn die Volatilität sinkt. Nun verringert sich die Chance, dass es zu einem Kursausschlag kommt, der zu einem Knock-out führt.

Wann lohnen sich Investitionen in Knock-out-Produkte?

Ebenso wie Optionsscheine können sich Knock-out-Produkte bei steigenden als auch fallenden Kursen des zugrunde liegenden Basiswertes lohnen. Durch den Hebel können höhere Renditen als mit einem Direktinvestment erzielt werden.

Doch der Hebel wirkt auch umgekehrt und ein Totalverlust ist möglich. Daher eignen sich die Papiere i.d.R. nur für risikobereite Anleger. Doch wie mit einem Put-Optionsschein können Anleger auch mit einem Turbo auf fallende Kurse ihre Positionen in den entsprechenden Basiswerten als Gegengeschäft absichern.

Was versteht man unter Finanzierungskosten bei Knock-out-Produkten?

Bei zahlreichen Turbos führen die Finanzierungskosten zu einem Auf- oder Abgeld. Fallen beispielsweise bei Aktien oder Index-Turbos die Zinskosten höher aus als die Dividendenerträge, entsteht beim Turbo-Bull i.d.R. ein Aufgeld und beim Turbo-Bear ein Abgeld.

Was ist der Spread?

Der Spread gibt die Spanne zwischen Geld- und Briefkurs eines Wertpapiers an. Der Briefkurs ist der Kurs, zu dem ein Wertpapier vom Anleger gekauft werden kann. Dem gegenüber steht der Geldkurs, zu dem ein Wertpapier vom Anleger verkauft werden kann.

Damit Anleger beim Wertpapierkauf einen Gewinn erzielen, muss der Geldkurs, zu dem sie wieder verkaufen wollen, höher notieren als der Briefkurs, zu dem das Wertpapier erworben wurde. Deshalb sollte unter anderem der Spread bei der Auswahl eines geeigneten Derivats berücksichtigt werden.

Da jedoch die Bezugsverhältnisse verbriefter Derivate von Emittent zu Emittent und von Produkt zu Produkt verschieden sein können, sollte vorher der homogenisierte Spread – also der absolute Spread dividiert durch das Bezugsverhältnis – berechnet werden. Dieser homogenisierte Spread bezieht sich auf eine Einheit des Basiswertes und erleichtert den Vergleich von Optionsscheinen, die z.B. denselben Basiswert haben, aber unterschiedliche Bezugsverhältnisse aufweisen.

Ist der Spread konstant?

Der Spread bzw. die Geld/Brief-Spanne ist i.d.R. in ruhigen Marktphasen konstant, kann sich aber je nach Marktlage verändern. Vor allem die Liquidität des Basiswertes spielt hier eine entscheidende Rolle. So sind die Spreads im vor- und nachbörslichen Handel häufig größer als im börslichen Handel.

Ein weiterer Vorteil des börslichen Handels besteht für den Anleger in der Chance auf eine engere Geld/Brief-Spanne als im Direkthandel mit einem Emittenten. Die EUWAX hat hier das „Best-Price-Prinzip“ eingeführt: es garantiert die Kundenaufträge mindestens zum Emittentenspread auszuführen. In vielen Fällen stellt die EUWAX aufgrund der Liquidität im eigenen Orderbuch bessere Kurse als der Market Maker im außerbörslichen Handel.

Auf welchen Kurs meines Basiswertes bezieht sich die Preisberechnung des Emittenten?

Die relevante Größe zur Ermittlung des Wertes eines verbrieften Derivats ist immer der aktuelle Kurs des zugrunde liegenden Basiswertes. Der Emittent wird zur Berechnung des Basiswertes die Preise der liquidesten Börse(n) heranziehen, um eine höchstmögliche Qualität der Preisberechnung zu gewährleisten.

Einige Emittenten berechnen die Kurse ihrer Produkte auf die jeweilige Mitte der aktuellen Geld/Brief-Spanne des Basiswertes, da sie nicht immer wissen, ob die Anleger kaufen oder verkaufen wollen. Eine weitere Möglichkeit besteht noch in der Kalkulation auf Basis des sogenannten Last-Kurses, also des Kurses, zu dem als letztes ein Börsenumsatz in einem Basiswert stattgefunden hat.

Für Index-Produkte ist der relevante Basiswert in aller Regel der Kassamarkt, allerdings wird die Preisberechnung der verbrieften Derivate auf Basis der jeweiligen Index-Futures vorgenommen. Das heißt, während der Laufzeit orientiert sich der Preis des Derivats nach dem Futurespreis. Der Kassamarkt und der Terminmarkt korrelieren stark miteinander. Nur in Situationen eines „fast-markets“ kann es zu geringen Abweichungen kommen. Die Abrechnungskurse bei Fälligkeit eines verbrieften Derivats beziehen sich stets auf den Schlusskurs am Kassamarkt des jeweiligen Basiswertes.

Verdient der Emittent an meinen Verlusten?

Nein, das ist nicht der Fall. Der Emittent spekuliert genauso wenig gegen den Anleger wie umgekehrt. Vielmehr schließt ein Emittent, der ein verbrieftes Derivat an einen Anleger verkauft hat, ein Absicherungsgeschäft, einen sogenannten Hedge, ab und positioniert sich somit risikoneutral. Eine der vielen Möglichkeiten einer solchen Absicherung besteht bzw. darin, die entsprechende Anzahl an den zugrunde liegenden Aktien oder Kontrakten des passenden Futures zu kaufen. Wird das verbriefte Derivat vom Anleger wieder verkauft, löst auch der Emittent seinen Hedge wieder auf.