Finanznachrichten

MÄRKTE ASIEN/Positive Rahmenbedingungen stützen Aktien nicht

02.02.2017 - 09:28 Uhr


Von Ese Erheriene

TOKIO (Dow Jones)--Auch überwiegend positive Nachrichten haben Anleger am Donnerstag in Asien nicht zum Kauf von Aktien bewegen können. Händler hatten die moderate Vortageserholung nach den Verlusten durch die politischen Rundumschläge von US-Präsident Donald Trump bereits als wahrscheinliches Strohfeuer bezeichnet.

Investoren suchten nach einem Aufhänger für die künftige Richtung an den Börsen, hieß es. Solange dieser nicht gefunden sei, gehe man auf Nummer sicher und verkaufe im Zweifelsfalle Aktien. Wie groß die Unsicherheit am Aktienmarkt sei, könne man daran erkennen, dass selbst positive US-Daten in Kombination mit einer stillhaltenden Fed die Aktienkurse nicht beflügeln könnten, so eine Stimme aus dem Handel.

Minuszeichen überwiegen an den Börsen

In Südostasien und Australien überwogen die Minuszeichen. Während in Schanghai letztmalig das Neujahrsfest begangen und nicht gehandelt wurde, sank der Nikkei-225 in Tokio um 1,2 Prozent auf 18.915 Punkte. Der japanische Leitindex litt vor allem unter einem anziehenden Yen. Der HSI in Hongkong drehte deutlich ins Minus und der S&P/ASX-200 in Sydney beendete den Tag knapp behauptet - trotz positiver Handelsdaten. Der Handelsbilanzüberschuss in Australien erreichte ein Rekordniveau und übertraf die Vorhersagen. Der in der Folge zulegende Austral-Dollar belastete den Aktienmarkt.

In Australien machten Berichte über das Telefonat zwischen Trump und dem australischen Premierminister Malcolm Turnbull die Runde. Dabei soll Trump Abmachungen zwischen seinem Vorgänger Barack Obama mit Australien über Flüchtlinge heftig kritisiert haben. Im Handel wurden die Berichte als weiteren Beleg für den protektionistischen Kurs Trumps gewertet.

Der Goldpreis profitierte von der Verunsicherung und stieg auf 1.215 Dollar nach Kursen um 1.209 am Vorabend. Zu Gute kam dem Edelmetall auch der schwächelnde US-Dollar und das Stillhalten der US-Notenbank. Die Federal Reserve hatte wie weithin erwartet das Leitzinsniveau bestätigt. Das Ausbleiben von Hinweisen auf die nächste Zinserhöhung werteten einige Marktakteure tendenziell als "taubenhaften" Tonfall. Auch das stützte das zinslose Gold. "Nach einer vorsichtigen Analyse der Fed-Aussagen geht der Zinsterminmarkt für 2017 von einem etwas moderateren Zinserhöhungszyklus aus. Zwei Zinsanhebungen werden aber noch immer erwartet", sagte IG-Marktstratege Chris Weston.

Devisenmarkt beäugt Trump

Während der australische Dollar nach den positiven Handelsdaten zum US-Pendant um 0,6 Prozent zulegte, neigte der Greenback auch zum Yen zur Schwäche. Der Dollar fiel auf 112,61 Yen nach Wechselkursen um 113,88 im Vortageshoch. Nach den Vorwürfen Trumps an die Adresse Japans über eine bewusste Abwertung der japanischen Währung will Premierminister Shinzo Abe das Thema Wechselkursmanipulationen bei seinem Gipfeltreffen mit Trump in der kommenden Woche nicht anschneiden. Dennoch werde das Treffen am Devisenmarkt genau beäugt, hieß es. Abe verneinte darüber hinaus, dass die Bank of Japan die Währung schwäche. Die Notenbank tue nichts anderes als die Zentralbanken in Europa und den USA.

Am Aktienmarkt zählten Technologiewerte zu den klaren Gewinnern, nachdem die Geschäftszahlen von Apple am Vortag in den USA gefeiert worden waren. In Taipeh auf Taiwan zogen die Papiere von Apple-Zulieferern und Partnern an. Hon Hai Precision Industry (Foxconn) verteuerten sich um 0,5 Prozent, Wistron drehten allerdings ins Minus. In Tokio sinken Toyota Motor nach schwachen US-Absatzzahlen um 1,8 Prozent. Ansonsten präsentierten sich Elektronikwerte schwach, TDK und Mitsubishi Electric

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Index (Börse)                     zuletzt   +/- %   % YTD  Ende 
S&P/ASX 200 (Sydney)             5.645,40  -0,14%  -0,94%  06:00 
Nikkei-225 (Tokio)              18.914,58  -1,22%  -1,05%  07:00 
Kospi (Seoul)                    2.071,01  -0,46%  +2,20%  07:00 
Schanghai-Comp. (Schanghai)               Feiertag 
Hang-Seng-Index (Hongkong)      23.172,54  -0,63%  +5,79%  09:00 
Straits-Times (Singapur)         3.041,18  -0,86%  +5,57%  10:00 
KLCI (Malaysia)                  1.676,38  +0,29%  +2,11%  10:00 
BSE (Mumbai)                    28.143,77  +0,01%  +5,70%  11:00 
 
DEVISEN  zuletzt  +/- %    00:00  Mi, 9.13 Uhr  % YTD 
EUR/USD   1,0797  +0,3%   1,0767        1,0785  +2,7% 
EUR/JPY   121,78  -0,2%   121,97        122,42  -1,0% 
EUR/GBP   0,8520  +0,2%   0,8506        0,8580  -0,1% 
GBP/USD   1,2676  +0,1%   1,2660        1,2570  +2,7% 
USD/JPY   112,79  -0,4%   113,29        113,51  -3,5% 
USD/KRW  1147,35  -0,5%  1153,01       1156,27  -5,0% 
USD/CNY   6,8817  -0,0%   6,8817        6,8817  -0,9% 
USD/CNH   6,8185  -0,2%   6,8310        6,8346  -2,3% 
USD/HKD   7,7597  +0,0%   7,7594        7,7590  +0,1% 
AUD/USD   0,7652  +0,9%   0,7581        0,7575  +6,1% 
 
ROHÖL           zuletzt  VT-Settl.  +/- %  +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex         53,61      53,88  -0,5%    -0,27   -1,9% 
Brent/ICE         56,58       56,8  -0,4%    -0,22   -1,5% 
 
METALLE         zuletzt     Vortag  +/- %  +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)    1.214,58   1.209,72  +0,4%    +4,86   +5,5% 
Silber (Spot)     17,62      17,55  +0,4%    +0,07  +10,6% 
Platin (Spot)  1.005,45     998,00  +0,7%    +7,45  +11,3% 
Kupfer-Future      2,71       2,71  -0,0%    -0,00   +8,2% 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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February 02, 2017 03:28 ET (08:28 GMT)

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