Finanznachrichten

ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik

07.12.2018 - 09:00 Uhr


Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires

Deutsche Produktion sinkt im Oktober unerwartet

Die Produktion im produzierenden Sektor Deutschlands hat sich im Oktober schwächer als erwartet entwickelt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) sank sie gegenüber dem Vormonat um 0,5 Prozent und lag arbeitstäglich bereinigt um 1,6 (September: 0,7) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte hatten einen monatlichen Anstieg von 0,4 Prozent prognostiziert. Der zunächst für September genannte Anstieg um 0,2 Prozent wurde auf 0,1 Prozent revidiert.

VP Bank: Orders und WLTP belasten deutsche Produktion

Die liechtensteinische VP Bank erklärt sich den unerwarteten Rückgang der deutschen Produktion im Oktober mit den schwachen Auftragseingängen des ersten Halbjahrs und anhaltenden Problemen der Kfz-Wirtschaft mit dem WLTP-Abgastestzyklus. "Sollte die Produktion in der Automobilwirtschaft in den kommenden Monaten hochgefahren werden, stehen uns bessere Zahlen ins Haus", schreibt Chefvolkswirt Thomas Gitzel in einem Kommentar.

Commerzbank: Keine Rezession in Deutschland

Die Commerzbank ist wegen der Entwicklung des von ihr berechneten Frühindikators Early Bird zuversichtlich, dass Deutschland nicht auf eine Rezession zusteuert. Volkswirt Ralph Solveen schreibt in einem Kommentar: "Mit dem Anstieg im November hat sich der Early Bird noch weiter von der Nulllinie entfernt. Dies zeigt, dass die Rahmenbedingungen für die Konjunktur in Deutschland - insbesondere wegen der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) - weiterhin gut sind."

Deutsche Arbeitskosten steigen im dritten Quartal schneller

Der Anstieg der deutschen Arbeitskosten hat sich im dritten Quartal 2018 beschleunigt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, legten sie um 1,0 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Im zweiten Quartal hatte der Anstieg 0,3 Prozent betragen, im ersten Quartal 0,9 Prozent.

Williams sieht sanfte Landung als derzeit größte Aufgabe der Fed

Der Präsident der New Yorker Fed, John Williams, sieht die größte Aufgabe zurzeit darin, die Wirtschaft nach Jahren der Expansion in Schwung zu halten. Das Hauptaugenmerk der Federal Reserve liege darauf, "eine weiche Landung zu schaffen", sagte Williams bei einer Veranstaltung der London School of Economics in New York.

Zweifel an Förderdrosselung der Opec wachsen

Die Zweifel an einer Förderkürzung der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) sind gewachsen, nachdem sich der saudi-arabische Ölminister Khalid al-Falih sehr skeptisch geäußert hat. Er sei "nicht zuversichtlich", dass es am Freitag eine Einigung der Opec mit ihren Verbündeten, darunter Russland, geben werde, sagte al-Falih zu Journalisten. Zuvor hatte es geheißen, dass sich die Opec im Prinzip auf eine Drosselung geeinigt habe, die am Freitag mit den Verbündeten außerhalb des Kartells finalisiert werden sollte.

CDU-Anhänger favorisieren weiter Kramp-Karrenbauer als Vorsitzende

Unmittelbar vor dem entscheidenden Parteitag der CDU sieht eine neue Umfrage Annegret Kramp-Karrenbauer weiter in Front. Ginge es nach den Bundesbürgern, sollte Kramp-Karrenbauer den Vorsitz der CDU von Angela Merkel übernehmen. Ähnlich wie im Vormonat sprachen sich laut ARD-Deutschlandtrend 45 Prozent der Wahlberechtigten für die CDU-Generalsekretärin aus, 30 Prozent für den früheren Unions-Fraktionschef Friedrich Merz und 10 Prozent für Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Scholz mahnt vor CDU-Wachwechsel Einhaltung des Koalitionsvertrages an

Unmittelbar vor dem entscheidenden Parteitag der CDU über den künftigen Parteivorsitz hat Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) die Einhaltung des Koalitionsvertrages durch die Union angemahnt. "Wir haben einen guten Koalitionsvertrag mit CDU und CSU verhandelt, und ich gehe davon aus, dass sich alle weiter daran halten werden", sagte der Bundesfinanzminister der Bild-Zeitung. "Denn er gilt unabhängig von der Frage, wer CDU-Chef oder CDU-Chefin wird."

Rechnungshof wirft Scheuer Ahnungslosigkeit bei Bahn-Schlamassel vor

Der Bundesrechnungshof hat Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) wegen der Dauer-Krise bei der Deutschen Bahn schwer angegriffen. Die Kassenprüfer der Bundesregierung bemängeln in einem Bericht, dass der Minister und sein Haus keinen Durchblick haben, warum Bahnhöfe, Schienen und Brücken in teilweise schlechtem Zustand sind.

TV-Duell zum Brexit zwischen May und Corbyn fällt aus

Die geplante Fernsehdebatte über den Brexit zwischen der britischen Premierministerin Theresa May und Oppositionsführer Jeremy Corbyn fällt aus. Der Privatsender ITV gab seine Pläne für ein TV-Duell auf, ohne hierfür einen Grund zu nennen. Am Mittwoch hatte bereits die BBC ihren Verzicht erklärt, weil die beiden Kontrahenten sich nicht auf ein Format für die Debatte einigen konnten. Die Debatte sollte eigentlich am Sonntag stattfinden.

Mehr als 700 Festnahmen bei Schülerprotesten in Frankreich

Mehr als 700 Schüler sind bei den landesweiten Protesten in Frankreich vorübergehend festgenommen worden. Durch die Demonstrationen sei in fast 280 Schulen der Betrieb gestört worden, 45 davon seien vollständig blockiert worden, verlautete aus dem Innenministerium in Paris.

Regierungskrise in Belgien wegen Streits um Migrationspakt dauert an

Die Regierungskrise in Belgien wegen des Streits um den UN-Migrationspakt hat sich fortgesetzt. Nach einer hitzigen Debatte im Brüsseler Parlament kündigte Ministerpräsident Charles Michel an, gegen den Willen des Koalitionspartners N-VA nächste Woche zum UN-Treffen in Marrakesch zu reisen, wo der Migrationspakt bestätigt werden soll. Ob Belgien bei der UN-Vollversammlung in New York in der darauffolgenden Woche für das Abkommen stimmen werde, ließ er jedoch offen.

USA scheitern in UN-Vollversammlung mit Resolution gegen Hamas

Die USA sind in der UN-Vollversammlung mit einem Resolutionsentwurf gescheitert, mit dem Raketenangriffe der radikalislamischen Hamas gegen Israel verurteilt werden sollten. Der Resolutionsentwurf erhielt lediglich die Zustimmung von 87 Staaten und verfehlte damit die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit. 58 Staaten stimmten gegen die Resolution, 32 enthielten sich.

Trump wird Heather Nauert als neue UN-Botschafterin nominieren - Presse

US-Präsident Donald Trump will Medienberichten zufolge die derzeitige Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, zur neuen Botschafterin bei den Vereinten Nationen machen. Trump werde die frühere Fox-News-Journalistin am Freitag als Nachfolgerin der scheidenden UN-Botschafterin Nikki Haley nominieren, berichteten mehrere Medien. Der Senat müsste der Personalie noch zustimmen.

Quito: Assange könnte ecuadorianische Botschaft in London verlassen

Wikileaks-Gründer Julian Assange könnte nach Auffassung der ecuadorianischen Regierung nach mehr als sechs Jahren die Botschaft des südamerikanischen Landes in London verlassen. "Die Bedingungen sind erfüllt, dass Herr Assange die Entscheidung trifft, in Beinahe-Freiheit (die Botschaft) zu verlassen", sagte der ecuadorianische Präsident Lenín Moreno vor Journalisten in Quito. Großbritannien habe zugesichert, ihn nicht in ein Land auszuliefern, in dem ihm der Tod drohe.

+++ Konjunkturdaten +++

Frankreich/Industrieproduktion Okt +1,4% gg Vm

Frankreich/Industrieproduktion Okt PROGNOSE: +0,7% gg Vm

Frankreich/Industrieproduktion Sep rev -1,9% (vorl: -1,8%) gg Vm

Japan/Ausgaben privater Haushalte Okt -0,3% (PROGNOSE: +1,3%) gg Vorjahr

Japan/Ausgaben Arbeitnehmer-Haushalte Okt -2,9% gg Vorjahr

Japan/Konsumneigung Okt 75,5%

Japan/Konsumneigung Okt -1,9 Pkt gg Vorjahr

DJG/DJN/AFP/apo

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December 07, 2018 03:00 ET (08:00 GMT)

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