Finanznachrichten

Solarworld nur mit erheblichen Entlassungen überlebensfähig

17.07.2017 - 15:27 Uhr


Von Christian Grimm

BERLIN (Dow Jones)--Der insolvente Solarzellenhersteller Solarworld kann nur durch eine Kündigungswelle erhalten werden. Das kündigte Insolvenzverwalter Horst Piepenburg an. Angesichts des weltweiten Wettbewerbs muss das Unternehmen demnach "nach dem 31. Juli 2017 signifikant Personalkosten einsparen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freistellen", erklärte er.

Ende Juli läuft das staatliche Insolvenzgeld für die noch 1.850 Mitarbeiter an den Standorten Bonn, Freiberg und Arnstadt aus. Öffentliche Fördertöpfe, um die absehbare Unterdeckung in den kommenden Monaten auszugleichen, gebe es weder im Bund, noch in den Bundesländern oder in Brüssel.

Piepenburg will dennoch die Produktion in den beiden Werken Freiberg und Arnstadt halten. Die Fertigung soll mit reduzierter Mannschaft weiterlaufen. In den vergangen zwei Monaten hat der einstige Branchenprimus laut Insolvenzverwalter Neugeschäft im niedrigen zweistelligen Millionenbereich an Land gezogen. Dennoch könne derzeit nicht genügend Geld eingenommen werden, um die volle Belegschaft ab August zu bezahlen.

Interessierte Investoren haben sich Piepenburg zufolge eine bis zu vier Wochen längere Prüfzeit erbeten, um zu bewerten, ob sie bei den Bonnern einsteigen wollen. Das Unternehmen kämpft seit Jahren um das Überleben.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/chg/bam

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July 17, 2017 09:27 ET (13:27 GMT)

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