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ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Verluste wegen Gewinnmitnahmen und Euro-Stärke

14.11.2017 - 18:35 Uhr


PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Nach der Kursschwäche der vergangenen Tage haben sich die Anleger an den europäischen Aktienmärkten am Dienstag weiterhin nicht aus der Deckung gewagt. Die auf Gewinnmitnahmen zurückzuführende Konsolidierungsphase gehe bei den meisten Indizes weiter, schrieb Markus Huber von City of London Markets.

Der EuroStoxx 50 sank am Ende um 0,51 Prozent auf 3556,38 Punkte. Der Leitindex der Eurozone erlitt den siebten Verlusttag in Folge und erreichte den tiefsten Stand seit Ende September. Belastet wurde er auch vom steigenden Eurokurs, der Rückenwind vom starken deutschen Wirtschaftswachstum erhielt, Allerdings kann eine starke Gemeinschaftswährung die Exportperspektiven der hiesigen Unternehmen schwächen. Seit dem Anfang November erreichten Zweijahreshoch bei knapp über 3700 Punkten hat der EuroStoxx nun schon 4 Prozent verloren.

Dem schwachen Umfeld konnten sich auch die Börse in Paris nicht entziehen: Der französische Leitindex CAC-40 fiel um 0,49 Prozent auf 5315,58 Zähler. In London dagegen ging der FTSE 100 kaum verändert bei 7414,42 Punkten über die Ziellinie. Er wurde vom schwachen Pfund und starken Vodafone-Zahlen gestützt.

Dank starker Halbjahreszahlen und einem erhöhten Ergebnisausblick von Vodafone war die Telekommunikationsbranche in Europa der Favorit der Investoren. Die Titel der Briten zogen in London um rund 5 Prozent an und stützten so den Sektorindex Stoxx Europe 600 Telecom, der mit fast 0,4 Prozent die europaweit größten Branchengewinne einfuhr.

Im FTSE 100 wurden Vodafone jedoch noch vom Anstieg um mehr als 6 Prozent beim Handelskonzern Tesco übertrumpft. Hilfreich war dort die auflagenfreie Genehmigung der geplanten Übernahme der Booker Group durch die britischen Wettbewerbsbehörde CMA. Bruno Monteyne vom Analysehaus Bernstein sieht darin einen klar positiven Kurstreiber, weil dies große Unsicherheiten von den Aktien nehme.

Schwäche zeigte europaweit vor allem die Rohstoffbranche: Der Sektorindex der Minenwerte büßte 2,73 Prozent ein. Hier wurde als Belastung auf schwache Wirtschaftsdaten aus China verwiesen - das Land gilt als weltweit größter Rohstoffimporteur. Aktien von Rio Tinto , Anglo American und Antofagasta versammelten sich daraufhin mit Einbußen von bis zu 3 Prozent am Indexende im FTSE 100.

In Paris durften sich die Anleger von Alstom über ein Plus von 3,36 Prozent freuen. Der Zughersteller hatte im ersten Geschäftshalbjahr dank voller Auftragsbücher beim Umsatz kräftig zugelegt.

Führend im Eurostoxx und im Cac waren die Aktien von Vivendi mit einem Satz nach oben um mehr als 4 Prozent. Dafür verantwortlich gemacht wurde eine optimistische Analystenstimme von JPMorgan. Analyst Daniel Kerven hatte die Papiere auf "Overweight" hochgestuft und hält mit seinem neuen Ziel von 40 Euro fast eine Kursverdopplung für möglich. Er sieht die Musiksparte des Medienkonzerns als Wertetreiber und zählt die Aktie zu seinen "Top Picks" im europäischen Mediensektor.

In Italien machte die Aktie des Medienunternehmen RCS nach dem WM-Aus des Landes negative Schlagzeilen. Dass die Titel des Eigentümers der größten italienischen Sportzeitung "La Gazetta dello Sport" an der Mailänder Börse um fast 9 Prozent einbrachen, wurde am Markt mit den drohenden Folgen für die Werbeeinnahmen begründet. Italien war am Vorabend erstmals seit 60 Jahren in der Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Russland gescheitert./tih/he

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