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MÄRKTE EUROPA/DAX flirtet mit 13.000er-Marke - Madrid im Minus

06.10.2017 - 12:50 Uhr


Von Thomas Leppert

FRANKFURT (Dow Jones)--An den Börsen in Europa zeigt sich auch zum Wochenschluss erneut kein einheitliches Bild. Während es am deutschen Aktienmarkt nach oben geht, setzt sich die Berg- und Talfahrt an der Börse in Madrid fort. Es ist weiterhin ungewiss, ob sich der Konflikt zwischen Spanien und der spanischen Provinz Katalonien entspannt oder die Lage über das Wochenende eskalieren wird. Mit einem Abschlag von 0,8 Prozent stellt die Börse in Madrid den Verlierer. Der Euro-Stoxx-50 gibt 0,2 Prozent auf 3.607 Punkte nach.

Am Mittag steigt der deutsche Leitindex dagegen um 0,1 Prozent auf 12.982 Punkte. Die frisch erklommene Rekordmarke von 12.993 Zählern liegt nur noch knapp unter der "big figure". Sollten die US-Arbeitsmarktdaten am Nachmittag einen positiven Impuls liefern, dürfte die 13.000er Marke genommen werden.

Gestützt wird die Stimmung am deutschen Aktienmarkt von der Entwicklung am Devisenmarkt. Dort gibt der Euro weiter nach und wird erstmals seit Mitte August unter der Marke von 1,17 Dollar gehandelt. Rückenwind kommt zudem von der deutschen Industrie. Der Auftragseingang hat sich im August deutlich besser als erwartet entwickelt. Die Bestellungen kletterten gegenüber dem Vormonat um 3,6 Prozent, Volkswirte hatten lediglich einen Anstieg um 0,9 Prozent prognostiziert. Der vorläufig für den Vormonat gemeldete Rückgang von 0,7 Prozent wurde zudem auf 0,4 Prozent revidiert.

Niederlande preschen bei Steuern vor

Positiv beurteilen Marktteilnehmer einen Bericht zu geplanten Steuersenkungen in den Niederlanden. Laut der Zeitung "Het Financieele Dagblad" will die neue niederländische Regierung die Körperschaftsteuer auf 21 von derzeit 25 Prozent senken. "Damit schwappt die US-Steuerpolitik nun auf Europa über", sagt ein Marktteilnehmer. Für die europäischen Unternehmen bedeute das mehr Gewinn. Zunächst sollte vor allem die Börse in Amsterdam profitieren. Andere europäische Staaten dürften aber nachziehen. Eine Hausse löst dies allerdings nicht aus, die Börse in Amsterdam handelt knapp im Minus.

Bayer und Sanofi mit Aufschlägen

Bayer hat eine Phase-III-Studie zur Behandlung bestimmter Schlaganfallpatienten mit Xarelto wegen Erfolglosigkeit abgebrochen, was an der Börse zunächst negativ gewertet wurde. Trotz des Rückschlags bei einer klinischen Studie für das Medikament hält Bayer an ihrer Umsatzprognose für das Bestsellermedikament fest. Xarelto steuerte zuletzt knapp 3 Milliarden Euro zum Jahresumsatz von Bayer bei. In der Spitze werden mehr als 5 Milliarden Euro erwartet. Für die Aktie geht es am Mittag um 0,6 Prozent nach oben.

Sanofi steigen um 0,3 Prozent. "Die Nachfrage nach dem Generika-Geschäft entwickelt sich gut", sagt ein Händler. Sanofi habe laut Berichten sechs Interessenten für die zum Verkauf stehende Sparte. Dazu gehörten Blackstone, CVC, BC Partners, Carlyle, Cinven und Advent, heißt es mit Blick auf einen Bericht des "Figaro". Der Bereich sei etwa 3 Milliarden Euro wert. Außerdem habe Sanofi einen Erfolg im Patentstreit gegen Amgen erzielt.

Die Commerzbank-Aktie kommt etwas zurück. Der Kurs fällt um 0,8 Prozent. Händler verweisen auf Aussagen aus der Bundesregierung, wonach ein Verkauf der Bundesbeteiligung derzeit nicht in Frage komme. Dem irischen Baustoffkonzern CRH droht beim geplanten Zukauf in den USA ein Bietergefecht. Die Aktie zeigt sich in London mit einem Abschlag von 1,1 Prozent schwach.

Easyjet büßen nach einem Zwischenbericht 2,9 Prozent ein. Der britische Billigflieger erreichte zwar das obere Ende der angepeilten Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2016/17, Analysten zeigen sich aber besorgt über den Ausblick. Die Marktprognosen zum Vorsteuergewinn seien möglicherweise wegen steigender Kosten zu hoch. Die Ryanair-Aktie fällt in London um 1,9 Prozent, nachdem der Billigflieger angekündigt hat, seine Piloten künftig besser zu bezahlen. Damit verlöre das Unternehmen seinen Kostenvorteil gegenüber der Konkurrenz, heißt es.

Renault legen um 1,4 Prozent zu, nachdem der Automobilkonzern einen Strategieplan für die kommenden Jahre vorgelegt hat. Daimler profitieren von den neuen Absatzzahlen des Automobilkonzerns. Der Konzern spricht von einem Rekordquartal. Die Titel legen um 0,7 Prozent zu. Der Automobilsektor gewinn 0,4 Prozent.

Goldman Sachs sieht höheres Risiko bei spanischen Banken

Die Analysten von Goldman Sachs (GS) sehen das Risiko, dass Einlagen von Banken mit Sitz in Katalonien abfließen. Die Spannungen zwischen der Zentralregierung in Madrid und der Regionalverwaltung in Barcelona hätten mehr Verunsicherungen heraufbeschworen, als dies zuvor vom Markt erwartet worden sei. Allerdings sei der spanische Bankensektor fest in der Hand der einheimischen Anbieter, daher machen die Experten nur begrenztes Potenzial für Volatilität der entsprechenden Aktien gegenüber jenen der Eurozone aus. Die Analysten senken die Kursziele für Banco Sabadell, Santander, Bankia, Bankinter, BBVA und Caixabank um durchschnittlich 10 Prozent. Die Aktien werden alle mit Abschlägen gehandelt, Banco Sabadell verlieren mit 2,4 Prozent am deutlichsten.

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INDEX               zuletzt         +/- %         absolut      +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      3.606,03         -0,21           -7,51           9,59 
Stoxx-50           3.195,97         -0,11           -3,62           6,16 
DAX               12.981,82          0,11           13,77          13,07 
MDAX              26.104,80          0,00           -0,86          17,65 
TecDAX             2.487,35         -0,09           -2,27          37,29 
SDAX              12.038,06         -0,03           -4,12          26,46 
FTSE               7.523,94          0,21           15,95           5,34 
CAC                5.370,89         -0,15           -8,31          10,46 
Bund-Future         160,94%                         -0,41           0,53 
 
DEVISEN             zuletzt         +/- %      Fr., 8:09h  Do, 17.17 Uhr   % YTD 
EUR/USD              1,1711        +0,10%          1,1699         1,1708  +11,4% 
EUR/JPY              132,21        +0,01%          132,19         131,94   +7,5% 
EUR/CHF              1,1468        +0,06%          1,1462         1,1461   +7,1% 
EUR/GBP              0,8958        +0,18%          0,8942         1,1210   +5,1% 
USD/JPY              112,89        -0,08%          112,98         112,69   -3,4% 
GBP/USD              1,3073        -0,08%          1,3084         1,3126   +6,0% 
 
ROHÖL               zuletzt     VT-Settl.           +/- %        +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex             50,32         50,79           -0,9%          -0,47  -11,8% 
Brent/ICE             56,74            57           -0,5%          -0,26   -3,3% 
 
METALLE             zuletzt        Vortag           +/- %        +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)        1.269,89      1.268,27           +0,1%          +1,62  +10,3% 
Silber (Spot)         16,63         16,60           +0,2%          +0,03   +4,4% 
Platin (Spot)        918,75        914,00           +0,5%          +4,75   +1,7% 
Kupfer-Future          3,05          3,05           +0,2%          +0,01  +20,9% 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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October 06, 2017 06:50 ET (10:50 GMT)

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