Finanznachrichten

MÄRKTE ASIEN/Börsen reagieren verhalten auf Fed - Dollar weiter fest

21.09.2017 - 07:06 Uhr


Von Thomas Rossmann

TOKIO/SCHANGHAI (Dow Jones)--Mit einer uneinheitlichen Tendenz zeigen sich die Kurse an den Börsen in Ostasien am Donnerstag. Keinen größeren Einfluss auf den Aktienhandel haben die Entscheidungen der US-Notenbank und der Bank of Japan (BoJ). Deutliche Reaktionen zeigen sich vor allem an den Devisen- und Rohstoffmärkten. Trotz der weiterhin schwachen Inflation in den USA hat die Fed in den kommenden Monaten einen weiteren Zinsschritt in Aussicht gestellt. Analysten rechnen für den Dezember mit einer Erhöhung. Für 2018 werden wie bisher drei Zinserhöhungen avisiert, für 2019 allerdings nur noch zwei anstatt drei.

"Die US-Notenbank hat den Marktakteuren gesagt, dass sie die Wahrscheinlichkeit von Zinserhöhungen unterschätzen", so ING-Bank-Ökonom James Smith. "Wir vermuten, dass die Fed ausreichend zuversichtlich ist, um im Dezember die Zinsen zu erhöhen." Jedoch gebe es Risiken - vor allem das politische Risiko. Die jüngste Aussetzung der offiziellen Schuldengrenze bedeute, dass die neue Ablauffrist genau in die Zeit der Fed-Sitzung am 12. und 13. Dezember falle. Außerdem kündigte die Federal Reserve an, dass ab Oktober mit dem Abbau der rund 4,5 Billionen Dollar schweren Notenbankbilanz begonnen werden soll. Die Beschlüsse entsprachen den Erwartungen des Marktes.

Die Auswirkungen der Fed-Aussagen zeigen sich vor allem am Devisenmarkt, wo der Dollar am Vorabend einen Satz nach oben gemacht hat. Im asiatischen Handel kann er die Gewinne gegenüber Euro und Yen behaupten. Der Euro liegt mit 1,1885 Dollar auf dem Niveau des späten US-Handels. Auch zur japanischen Währung behauptet er die Marke von 112 Yen und geht aktuell mit 112,42 Yen um, nach Ständen von 111,50 Yen am Vortag zur gleichen Zeit.

Der Goldpreis baut seine Verluste im asiatischen Handel noch etwas aus. Das zinslose Edelmetall wird von der Aussicht auf weitere steigende Zinsen und dem festen Dollar in die Zange genommen. Der Preis für die Feinunze fällt um 0,2 Prozent auf 1.299 Dollar.

Fester Dollar beflügelt Börse in Tokio

Das kräftigste Plus in Asien weist der Aktienmarkt in Tokio auf, wo es für den Nikkei-225 um 0,5 Prozent auf 20.404 Punkte nach oben geht. Hier stützt vor allem der feste Dollar, der bei den Exportwerten für Aufschläge sorgt. So steigen die Aktien von Mitsubishi Motors um 4,1 Prozent und für die Papiere von Toyota Motor geht es um 0,9 Prozent nach oben.

Die BoJ-Entscheidung fiel wie erwartet aus und hat kaum Einfluss auf den Handel. Die Notenbank hat wie erwartet keine Änderungen an ihrer aktuellen Geldpolitik vorgenommen. Somit beließ die BoJ das Renditeziel für zehnjährige Staatsanleihen bei rund Null und den Einlagensatz für Banken bei minus 0,1 Prozent. Zudem will die BoJ weiterhin Staatsanleihen im Volumen von 80 Billionen Yen pro Jahr aufkaufen.

In Australien geht es für den S&P/ASX 200 um 0,9 Prozent nach unten. Der steigende Dollar drückt auf die Rohstoffpreise, was sich in Kursrückgängen der Sektorwerte in Sydney widerspiegelt. Rio Tinto büßen 0,6 Prozent ein, die Aktien von BHP Billiton fallen um 0,7 Prozent und die Papiere von Newcrest Mining reduzieren sich um 3,1 Prozent.

Der Schanghai-Composite legt um 0,2 Prozent auf 3.373 Punkte zu und der Hang-Seng-Index steigt um 0,2 Prozent. Dagegen zeigt sich der Kospi in Seoul wenig verändert.

Anteilskauf beflügelt CICC

Die Aktien von China International Capital Corp. (CICC) schießen um 17 Prozent nach oben und haben bei 7,44 Hongkong-Dollar ein Rekordhoch markiert. Der chinesische Internet-Konzern Tencent will sich für 367 Millionen US-Dollar an CICC beteiligen. Nach Abschluss der Transaktion dürfte Tencent über einen Anteil von 5 Prozent an der größten Investmentbank in China verfügen. Durch die Kooperation erhält CICC Zugang zur Privatvermögensplattform Li Cai Tong, mit mehr als 100 Millionen Kunden, heißt es von Goldman Sachs. Die Aktie von Tencent steigt um 0,1 Prozent.

Die Aktie des Elektroauto-Herstellers BYD setzt ihren Höhenflug fort und klettert um weitere 6,5 Prozent auf 73,35 Dollar. Auslöser für die jüngste Rally waren Berichte, wonach die Regierung in Peking über ein Verbot von Verbrennungsmotoren nachdenkt. Allerdings wurde kein konkreter Zeitrahmen genannt. Zudem hatten die Analysten von JP Morgan die Kaufempfehlung für die Aktie bestätigt und ein Kursziel von 100 Hongkong-Dollar aufgerufen. Im Schlepptau legt auch die Aktie des Autoherstellers Geely um weitere 0,4 Prozent zu.

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Index (Börse)                   zuletzt   +/- %    % YTD   Ende 
S&P/ASX 200 (Sydney)           5.659,90  -0,86%   -0,69%  08:00 
Nikkei-225 (Tokio)            20.403,96  +0,46%   +6,75%  08:00 
Kospi (Seoul)                  2.410,94  -0,05%  +18,97%  08:00 
Schanghai-Comp. (Schanghai)    3.372,94  +0,21%   +8,68%  09:00 
Hang-Seng-Index (Hongkong)    28.155,00  +0,10%  +27,53%  10:00 
Straits-Times (Singapur)       3.211,51  -0,20%  +11,48%  11:00 
KLCI (Malaysia)                1.772,69  -0,05%   +7,98%  11:00 
 
DEVISEN  zuletzt  +/- %    00:00  Mi, 09:34   % YTD 
EUR/USD   1,1885  -0,0%   1,1891     1,1999  +13,0% 
EUR/JPY   133,60  +0,0%   133,55     133,71   +8,7% 
EUR/GBP   0,8811  -0,0%   0,8812     0,8876   +3,4% 
GBP/USD   1,3489  -0,0%   1,3495     1,3520   +9,3% 
USD/JPY   112,42  +0,1%   112,29     111,43   -3,8% 
USD/KRW  1132,60  +0,0%  1132,05    1128,18   -6,2% 
USD/CNY   6,5908  +0,2%   6,5749     6,5723   -5,1% 
USD/CNH   6,5897  +0,1%   6,5840     6,5723   -5,5% 
USD/HKD   7,8047  +0,1%   7,8005     7,8077   +0,7% 
AUD/USD   0,7997  -0,4%   0,8032     0,8034  +10,8% 
 
ROHÖL           zuletzt  VT-Settl.  +/- %  +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex         50,67      50,69  -0,0%    -0,02  -11,2% 
Brent/ICE         56,17      56,29  -0,2%    -0,12   -4,3% 
 
METALLE         zuletzt     Vortag  +/- %  +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)    1.298,59   1.301,15  -0,2%    -2,56  +12,8% 
Silber (Spot)     17,07      17,17  -0,6%    -0,10   +7,2% 
Platin (Spot)    941,95     943,50  -0,2%    -1,55   +4,2% 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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September 21, 2017 01:06 ET (05:06 GMT)

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