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BASF nähert sich Fusion von Öltochter Wintershall mit DEA

07.12.2017 - 19:42 Uhr


FRANKFURT (Dow Jones)--Der Chemiekonzern BASF nähert sich einer Lösung für seine Öl- und Gastochter Wintershall. Die vor zwei Wochen angekündigten Gespräche mit dem DEA-Eigentümer LetterOne führten nun zu einem Ergebnis: Beide Seiten schlossen eine Absichtserklärung über den Zusammenschluss ihrer jeweiligen Öl- und Gasgeschäfte in einem Joint Venture, das unter dem Namen Wintershall DEA firmieren würde, wie die BASF SE mitteilte.

Die Öl- und Gasaktivitäten von BASF sind in der Wintershall-Gruppe zusammengefasst, bestehend aus Wintershall Holding GmbH und ihren Tochtergesellschaften, einschließlich des Gastransportgeschäfts. Das Öl- und Gasgeschäft von LetterOne umfasst die DEA Deutsche Erdöl AG und ihre Tochtergesellschaften. Durch den Zusammenschluss der beiden deutschen Unternehmen wollen die Muttergesellschaften weiteres Wachstum ermöglichen und Synergien erzielen.

Wintershall DEA wäre eines der größten unabhängigen europäischen Explorations- und Produktionsunternehmen. Mittelfristig streben BASF und LetterOne einen Börsengang von Wintershall DEA an. Dies hatte BASF bereits vor zwei Wochen angekündigt und bekräftigte es nun.

In den kommenden Monaten wollen BASF und LetterOne, das Vehikel des russischen Oligarchen Michail Fridman, die Transaktion prüfen und eine endgültige Vereinbarung verhandeln. Mit einem Abschluss sei in der zweiten Jahreshälfte 2018 zu rechnen. Das Vorhaben könne aber auch noch scheitern, hieß es von BASF.

Wintershall DEA soll entstehen, indem LetterOne sämtliche Anteile an DEA Deutsche Erdöl AG in die Wintershall einbringt und im Gegenzug neue Anteile erhält. BASF soll zunächst 67 Prozent und LetterOne 33 Prozent der Anteile an Wintershall DEA halten. Das Gastransportgeschäft der Wintershall ist in diesem Anteilsverhältnis nicht berücksichtigt. Wintershall DEA würde zum Zeitpunkt des Closings eine Pflichtwandelschuldverschreibung an BASF ausgeben, die dem Wert des Gastransportgeschäfts von Wintershall entspricht. Spätestens 36 Monate nach dem Closing würde diese Schuldverschreibung umgewandelt in Anteile an Wintershall DEA, dadurch würde der BASF-Anteil steigen.

Im Jahr 2016 hatte das kombinierte Geschäft einen Pro-forma-Umsatz in Höhe von 4,3 Milliarden Euro, ein EBITDA von 2,2 Milliarden Euro und einen Jahresüberschuss nach Anteilen anderer Gesellschafter von 326 Millionen Euro. Insgesamt beliefen sich die Produktionsvolumina von Wintershall und DEA im Jahr 2016 auf 215 Millionen Barrel Öläquivalent (BOE); dies entspricht einer täglichen Fördermenge von 590.000 BOE. Auf der Grundlage der nachgewiesenen Reserven von 2,1 Milliarden BOE zum Jahresende 2016 würde die rechnerische Reservenreichweite des kombinierten Geschäfts rund zehn Jahre betragen.

BASF würde den Vorstandsvorsitzenden von Wintershall DEA benennen, LetterOne dessen Stellvertreter. Das Unternehmen soll seinen Hauptsitz in Kassel und Hamburg haben. Nach Abschluss der Transaktion wird BASF ihren Anteil an dem Joint Venture voraussichtlich nach der Equity-Methode in ihren Konzernabschluss einbeziehen.

DEA ist auf dem Gebiet der Exploration und Produktion von Erdöl und Erdgas tätig. Das Unternehmen verfügt über langjährige Erfahrung entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Förder-Geschäfts. Im März 2015 war DEA - ehemals Teil der RWE AG - von LetterOne übernommen worden. Mit rund 1.150 Mitarbeitern ist DEA an Produktionsstandorten und Konzessionen in Deutschland, Norwegen, Dänemark, Ägypten, Algerien und Mexiko beteiligt. Im Gesamtjahr 2016 beliefen sich die Umsatzerlöse auf rund 1,5 Milliarden Euro, das EBIT auf 44 Millionen Euro.

Wintershall konzentriert sich auf die Exploration und Produktion in öl- und gasreichen Regionen in Europa, Russland, Südamerika, Nordafrika und im Nahen Osten. Gemeinsam mit Gazprom ist Wintershall auch im Transport von Erdgas in Europa aktiv. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 2.000 Mitarbeiter und ist Deutschlands größter Erdöl- und Erdgasproduzent. Im Gesamtjahr 2016 betrug der Umsatz des Segments Oil & Gas der BASF-Gruppe rund 2,8 Milliarden Euro und das EBIT rund 500 Millionen Euro. Die Rohöl- und Erdgasproduktion von Wintershall belief sich 2016 auf 165 Millionen BOE; die 1P-Reserven lagen zum Jahresende 2016 bei 1,6 Milliarden BOE.

Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

DJG/jhe/raz

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